Artikel von Peter Groschupf

Subventionen reichen nicht: Die halbherzige Förderung der E-Mobilität durch die Regierung

Die Bundesregierung gibt vor, Elektromobilität zu fördern. Dabei erweckt sie mit hohen Kaufprämien nur den Eindruck, als ob sie tatsächlich E-Mobilität massiv fördert. Die Regierung fördert aber nur die teuer subventionierte Motivation, ein E-Auto zu kaufen. Wenn es darum geht, die Reichweitenprobleme der Käufer mit Elektro-Ladesäulen zu unterstützen: Fehlanzeige. Dabei hätte der Bund als Eigentümer fast aller Autobahn-Rastplätze die Möglichkeit, Tausende Ladesäulen zu installieren.

Das tut sie aber nur recht zaghaft. Nur ein Beispiel: An der A8 in Jettingen-Scheppach zwischen München und Stuttgart gibt es lediglich eine Schnellladesäule und zwei Normallader, versteckt hinter der Shell-Tankstelle. Verkehrsminister Andreas Scheuer könnte hier fördern, was der Verkehrsminister selbst so propagiert: Leute kauft E-Autos. Und so lange die Regierung marktwirtschaftliche Entwicklungen per E-Prämie aussetzt, so lange täuschen die Verkaufszahlen von E-Mobilen darüber hinweg, dass die E-Skepsis immer noch groß ist. „Ohne Subventionen würden wir nur ein Zehntel unserer E-Autos verkaufen,- wenn überhaupt“, räumt der Leiter eines großen Audi-Autohauses ein.


Der VDA-Erfolg ist wahrscheinlich ein Pyrrhus-Sieg

Wenn der VDA die partielle Entschärfung der geplanten Euro-7-Grenzwerte jetzt als Erfolg seiner Kritik an den EU-Kommissions-Überlegungen verkauft, ist das eine andere Art des Beschwichtigungsversuchs der Verbrenner-Kritiker. Denn auch die nun im Raum stehenden, aber noch lange nicht beschlossenen höheren Grenzwerte bedeuten langfristig das Ende des Verbrenners – nicht nur mit fossilem Brennstoff. Dann wird der Green Deal zum green Crash der Autoindustrie.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller hat zwar vehement gegen die Planungen der EU-Kommission argumentiert. Das mögliche „Entgegenkommen“ der EU ist bestenfalls ein scheinheiliger Gnadenakt ahnungsloser Bürokraten, die – unterstütz von Ursula von der Leyen – aus dem Green Deal gerne den green Crash der deutschen Automobilindustrie herbeiführen würden. Wenn der VDA nun glaubt, das Ende des Verbrenners verhindert zu haben, ist das sehr naiv. Den Autogegnern in der EU geht es nämlich nicht wirklich um die Abschaffung des Verbrenners, sondern sie möchten die individuelle Mobilität massiv einschränken. Selbst wenn einmal alle Autos elektrisch angetrieben würden, bliebe der Widerstand und die Kritik an der individuellen Mobilität erhalten.


Wolfgang Reitzle rechnet mit der Bundesregierung ab

Es ist schon frappierend, wie offen Manager ihre Überzeugungen öffentlich machen (können), wenn sie nicht mehr auf ein gutes Verhältnis zur Bundeskanzlerin angewiesen sind.

Jüngstes Beispiel ist der Ex-BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle, der nach einer Station bei der Ford Premium Automotive Group die Firma Linde zum weltweit größten und erfolgreichsten Gase-Unternehmen geformt hat. Seine jüngste Kritik in der „Welt am Sonntag“ am Versagen der Bundesregierung in der Wirtschafts- und Corona-Krise ist an Deutlichkeit nicht zu übertreffen.


Die VOLTSWAGEN AG wird es nicht geben

Dass die Presseabteilungen der Autohersteller sich Aprilscherze einfallen lassen, ist auf der ganzen Welt schöner Brauch. Mal sorgen sie für Auflacher, mal gehen sie daneben. Mit der vermeintlichen Umbenennung in „Voltswagen“ ist VW in Nordamerika jedenfalls ein Volltreffer gelungen: Fast die gesamte Medienlandschaft ist auf den Gag hereingefallen, der allerdings – und das erschwerte die Einordnung – zwei Tage vorher durchgesickert war.


VW-Chef Herbert Diess: „Der Verbrenner muss die Elektromobilität finanzieren“

Volkswagen-Chef Herbert Diess unterstrich bei der virtuellen Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns erneut, innerhalb von zwei Generationen werde sich die Industrie radikal verändern: erst in Richtung E-Mobilität und dann mit Schwerpunkt Software. Doch das will finanziert sein. „Das Verbrennergeschäft wird uns erlauben, den Wandel zu finanzieren“, erklärt Diess.

Dabei hat der Konzern im vergangenen Jahr mit einem operativen Ergebnis vor Steuern von 8,5 Mrd. Euro einen Schritt nach vorn gemacht, der im ersten Corona-Jahr so nicht zu erwarten war. Das gute Abschneiden im Krisenjahr 2020 gebe VW zusätzlichen Rückenwind, sagte Diess.


Toyota Yaris 1,5 l Hybrid: Als Kleinwagen erwachsen und zum zweiten Mal „Auto des Jahres“ geworden

Vier Türen, ein sehr sparsamer Antrieb, eine große Heckklappe, Platz für fünf Personen in kompakter Karosserie: Das sind die idealen Voraussetzungen für ein sympathisches Stadtauto, das auch lange Strecken bequem zu bewältigen in der Lage ist. Damit ist der Toyota Yaris in der 4. Generation eigentlich schon beschrieben. Das Toyota-Erfolgsmodell ist rundweg erwachsen und zum zweiten Mal „Auto des Jahres“ geworden.

Der seit 2001 in Frankreich produzierte Yaris wurde in Europa mehr als vier Millionen Mal verkauft; zweifellos ein Beweis seiner Beliebtheit. Von Anfang an wurde der Kleinwagen auf die Proportionen hoch und kurz getrimmt. Seit 2012 gibt es den Yaris als Hybridmodell. Damals ein Novum im Kleinwagensegment.


Reifer Apple oder fauler Apfel?

Gastbeitrag von Harald Kaiser: Was an den Gerüchten eines möglichen Elektroautos des Kultkonzerns Apple dran ist und was nicht.

Sie scheinen auf Droge zu sein, die Spekulanten. Es geht um das Auto, das Apple angeblich entwickelt. Die um die Jahreswende wild wuchernden Hirngespinste um das elektrisch angetriebene „iCar“, bislang lediglich ein unbestätigter Papiertiger in allerlei gedruckten wie elektronischen Gazetten, befassen sich neuerdings nicht mehr nur mit der Frage, ob Apple dieses Auto bauen wird. Inzwischen wird längst über den Einführungstermin gemutmaßt (angeblich 2024/25).


Nennt Audi den Avant künftig Avant_in?

Der sprachliche Unsinn der Genderisierung macht scheinbar auch vor jenen nicht halt, die mit Sprache professionell umzugehen haben. Dass nun die Audi-Kommunikationsabteilung den sperrigen Unterstrich einführt, um die Gleichberechtigung zu fördern, ist nur dem vermeintlichen Zeitgeist geschuldet, nicht dem ordentlichem Umgang mit Sprache oder der echten Gleichberechtigung. Und schon gar nicht dem Image vom Vorsprung.

Fördert die Genderisierung der Sprache wirklich die Integration von Frauen als gleichberechtigte Teile der Gesellschaft? Sprachwissenschaftler sind da geteilter Meinung, je nachdem, welchem politischen Lager sie angehören. Ich halte es wie viele meiner Kollegen und Kolleginnen für völligen Unsinn. Genauso wie die von Audi kommunizierte Begründung:


Fahrbericht Audi RS e-tron GT: ein Supersportwagen reinsten Wassers

Wenn es ein überzeugendes Argument für ein batteriebetriebenes E-Auto gibt, dann ist es zweifellos der Fahrspaß. Auf die Spitze getrieben wird diese Freude am Fahren (sorry BMW) unbestreitbar im neuen Audi e-tron GT, die wir auf einer längeren Probefahrt auskosten durften. Noch immer euphorisiert vom perfekt komponierten (!!) E-Sound of Silence und dem nachgerade unheimlichen Beschleunigungsschub fällt es schwer, die mobile Elektrozukunft in Frage zu stellen. Wenn es da nicht immer noch ein paar Hürden gäbe.

Fangen wir damit an, was beim Audi e-tron GT sofort ins Auge springt: die absolut gelungene Form. In jedem Detail faszinierend, ästhetisch pointiert und zugespitzt: ein Gran Turismo wie aus dem Design-Lehrbuch, ein viertüriger Hochleistungs-Sportwagen für die lange Reise, bei dem man sogleich an eine coronafreie Ausfahrt durch die schwingenden Hügel der Toskana zu denken animiert wird. Da erscheinen die Landstraßen und die Autobahn rund um Hamburg auf unserer Testfahrt eher ernüchternd, aber ohne dem GT auch nur den Hauch seiner Faszination nehmen zu können.


Der BMW-Sündenfall: Marketing und Pressearbeit in einer Hand

Wird die Unternehmens- und Produktkommunikation zum reinen Marketing-Instrument? Diese fatale Entwicklung wird von BMW künftig ganz offiziell praktiziert. Ein Tabubruch, der sich bitter rächen könnte. Oder sind die Sitten inzwischen dermaßen degeneriert, dass das Marketing nicht mehr von der Unternehmens-Kommunikation, also der klassischen Pressearbeit zu unterscheiden ist?


Elektroautos in Tiefgaragen: Müssen sie bald überall draußen bleiben? – von Jens Meiners

Sie gilt als Herzstück der ansonsten eher im Diffusen bleibenden „Verkehrswende“: Die Elektromobilität mit voll- oder teilelektrifizierten Autos. Die Marktanteile steigen langsam, vor allem dank enormer Subventionen von teilweise über 10.000 Euro. Doch neben die vielen Fragen in Bezug auf Reichweite, Kosten und tatsächlichen Nutzen für die Umwelt tritt jetzt auch die Sorge um die Sicherheit. Sie hat jetzt dazu geführt, dass nach Leonberg nun auch in Kulmbach ein zentral gelegenes Parkhaus für Elektro- und Hybridfahrzeuge gesperrt wurde.

 


Audi SQ5 Sportback TDI: Ein Traum souveräner Vorwärtsbewegung

Dieser Motor ist ein Treibsatz der besonderen Art. Ein Traum souveräner Vorwärtsbewegung, der zu dem Schluss zwingt: Der Diesel darf nicht sterben! Ob Verbrauch oder Abgaswerte: Viel weniger geht kaum. Und mehr Leistung braucht kein Mensch. Für weniger leistungshungrige Kunden gibt es noch andere Motorvarianten im selben formal gelungenen Sportback-Gewand.

 


Gast-Kommentar von Peter Schwerdtmann: Audianer_innen 2020 erneut erfinderisch

Die Sprache lebt. Und auch der Duden ist nicht mehr das, was er früher einmal war – ein sicherer Ratgeber für Grammatik und Rechtschreibung. Schon das Wort „gendergerecht“ hätte nicht in seine Spalten rutschen dürfen. Hier werden hemmungslos zwei Sprachen gemischt, ein englisches Wort brutal eingedeutscht. Der Duden hat eine Begründung dafür, denn er beobachtet die Entwicklung der Sprache. Dabei verliert er zusehends seine wesentliche Aufgabe aus dem Blick, die deutsche Sprache zu pflegen.


Stromrationierung: ein verheerendes Signal für Elektroauto-Käufer und -Interessenten

Da überlegen sich Autokäufer, ob sie nun auf E-Mobilität umsteigen oder doch einem Diesel oder Benziner den Vorzug geben sollen. Und da tritt das Bundeswirtschaftsministerium mit der Botschaft in die Öffentlichkeit, dass man eventuell Strom für die Ladesäulen rationieren muss, um flächendeckende Blackouts zu vermeiden.

Volkswagen meldet eine Verdreifachen des Absatzes von elektrifizierten Autos in 2020 zum Vorjahr. Das ist zweifellos ein Erfolg, den viele E-Skeptiker nicht für möglich gehalten hätten. Die Power, mit der das VW-Marketing diese Zahlen erreicht hat, kann auf lange Sicht auch zum Problem werden.


„Euro-7-Abgasnorm der EU-Kommission ist politisch gewolltes Aus für Verbrenner“

Das Ende des Verbrennungsmotors und dramatische Folgen für die Autoindustrie sieht der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V angesichts der am Horizont dräuenden Euro-7-Norm, die 2025 in Kraft treten soll.

Die geplante Euro-7-Norm sieht deutlich strenge Emissionsnormen für Kraftfahrzeuge ab 2025 vor: Neuwagen dürften dann nur noch 30 mg NOx (Stickoxid) pro Kilometer und in einem zweiten Szenario sogar nur noch 10 mg pro Kilometer ausstoßen. Derzeit liegt die Grenze bei 60 mg für Benzin- und 80 mg für Dieselfahrzeuge. Weiter sollen die CO2-Grenzwerte je nach Fahrzeugkategorie drastisch auf 300 bzw. 100 mg gesenkt werden. Zudem sollen erhebliche Verschärfungen der Messbedingungen während des Real Drive Emissions-Tests (RDE) zur Einhaltung von Grenzwerten in Kraft treten. Alle bisher im RDE zugelassenen Ausnahmen sollen entfernt werden, also Tests entgegen der realen Alltagsnutzung der meisten PKW in Extremsituationen (extrem niedrige Temperaturen, Vollgas-Fahrten, Fahrten in großer Höhe oder Anhängerbetrieb).


Der Streit um die Zukunft des Autoantriebs: Zwischen Wunschdenken, Physik, Firmen-Interessen und Kundenwünschen

Wenn Audi-Chef Markus Duesmann die Wasserstoff-Brennstoffzelle im Pkw in Frage stellt, dann ist diese Aussage genauso von Konzern-Interessen getragen wie das Plädoyer des Ex-BMW-Entwicklungschefs und Linde-Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzles für die Wasserstoff-Brennstoffzelle. Dabei ist Technologie-Offenheit der einzig richtige Weg, weil er die Entscheidung der physikalischen Realität und dem Markt überlässt, nicht politisch-ideologischem Wettbewerb.

Der neue Audi-Chef Markus Duesmann steht in der Pflicht der konsequenten VW-Konzern-Strategie zur Elektromobilität mit Batterie, der andere steht als Ex-Linde-Chef für die Überzeugung, dass Wasserstoff der Kraftstoff der Zukunft ist. Allerdings hat Reitzle dies schon als Entwicklungschef bei BMW so gesehen. Und letztlich sind sich alle einig, dass die langfristige Lösung – wir sprechen hier von 50 Jahren – Elektromobilität heißt. Denn auch die Brennstoffzelle mit Wasserstoff bedeutet ja, dass das Fahrzeug von einem Elektromotor angetrieben wird. Allerdings gibt es ja auch Entwicklungen, Wasserstoff im Verbrennungsmotor zu nutzen, wie es BMW schon erfolgreich in einem 12-Zylinder 7er serienfähig entwickelt hatte. Außerdem liegen rechts und links der Antriebstechnologie-Roadmap noch andere Möglichkeiten wie z.B. Gas- oder synthetische Kraftstoffe.