Artikel von Peter Groschupf

Die BMW-Strategie der Technologie-Vielfalt im Fokus der Kritik

„Autopapst“ Ferdinand Dudenhöffer feuert auf allen Kanälen gegen BMW. Sowohl gegen den neuen Siebener als auch gegen die grundsätzliche BMW-Strategie der Technologie-Offenheit. Dabei widerspricht er sich selbst und will die Autokäufer quasi entmündigen.

Genau das will BMW nicht und setzt weltweit sowohl auf Verbrenner und Elektromobilität. Der Direktor des CAR-Centers Automotive Research in Duisburg führt sogar Steve Jobs als Beweis ins Feld, der beim iPhone konsequent auf das tastenfreie Mobilgerät gesetzt hat und nicht zweigleisig auch noch mit einem Mobiltelefon mit Tasten auf den Markt gekommen ist. Selten hat ein Vergleich dermaßen gehinkt wie in diesem Fall. Dass BMW zur Bedienung Touchscreen und einige wenige Tasten/Schalter beibehalten hat, ist nicht der eigenen Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, sondern den Kundenwünschen geschuldet. Wie die Marktforschung nicht nur bei BMW ergeben hat, sind die Kunden sowohl touch-affin als auch konservativ orientiert. So wollen sie z.B. am Drehknopf für Laut und Leise festhalten und kritisieren virtuelle Schieberegler wie bei Volkswagen.


Renault-Chef Luca de Meo ist überzeugt: „2030 werden 90 Prozent der Autos weltweit einen Verbrennungsmotor haben“

Der Chef der Renault-Gruppe rechnet damit, dass 2030 weltweit rund 90 Prozent der Fahrzeuge einen Verbrennungsmotor haben werden. Diese überraschende Ansage machte der Chef der Renault-Gruppe auf dem Wiener Motorensymposium und dürfte damit jene Fraktion überrascht haben, die allein im Elektroauto die Zukunft sieht. Der Renault-Chef ist überzeugt, dass auch der Diesel-Motor über 2030 hinaus eine Zukunft haben werde.

De Meo nannte dafür drei wichtige Punkte: Kundennutzen, Öko-Fußabdruck und Bezahlbarkeit . Der Öko-Fußabdruck eines E-Autos sei zudem wegen des Strommixes in vielen Regionen, auch in Deutschland, höher als der eines sparsamen Hybridautos. Und schließlich müssten E-Autos auch bezahlbar sein, um gekauft zu werden. Doch die steigenden Rohstoffpreise verteuerten E-Autos weiter. Die Kunden würden deshalb ihre bisherigen Autos länger behalten.


Wiederbelebungsversuch

Ein chinesischer Hersteller glaubt, die wirtschaftlich gescheiterte Automarke Smart endlich auf Erfolgskurs bringen zu können.

Von Harald Kaiser

Es war einmal. Aus unserem kollektiven Gedächtnis ist sie weitgehend gestrichen. Fast so, als hätte es sie nie gegeben. Dabei war das Tamtam um das Produkt ab 1998 eine zeitlang enorm. Es geht um die Automarke Smart, die jetzt eine radikale Kehrtwende in der Hoffnung vollzieht, demnächst Gewinne erzielen zu können. Vor beinahe 25 Jahren gab es jede Menge Getöse, um die Wägelchen und deren so genannte Produktwelt ins Bewusstsein der vorwiegend jungen und umweltbewussten Zielgruppe zu hämmern.


Auto motor und Sport-Chefredakteurin kritisiert die BMW-Strategie als „zynisch“

„Wie kann man einem Auto eine solche Anmutung verschaffen“, kritisiert die Auto Motor und Sport-Chefin Birgit Priemer. Man muss den neuen Siebener nicht schön finden, aber was die Chefredakteurin sonst noch dazu schreibt, wird viele Leser der „Bibel“ des Vollgas-Genres überraschen. Schon länger outet sich die Journalistin als für den Job ziemlich grüne Protagonistin einer autounfreundlichen Betrachtung. Einer Betrachtung, die nicht nur Verbrenner zu verachten scheint, sondern immer wieder gesellschaftliche Entwicklungen als falsch kritisiert und dem von Links-Grün geforderten „Transformationsprozess“ das Wort redet. Sicher nicht die Aufgabe einer Autozeitschrift.


Der Meister der Sprücheklopfer

Was Tesla-Chef Elon Musk so alles twittert. Eine interessante und aufschlussreiche Analyse der letzten Jahre.

Von Harald Kaiser

Seine Worte haben Gewicht. Wenn Elon Musk in die Tasten greift und eine Botschaft twittert, dann schmelzen die meisten seiner mehr als 80 Millionen Follower dahin. Den Eindruck kann man jedenfalls haben. Diese Masse ist in etwa so viel, wie Deutschland Einwohner hat. Damit besitzt der Tesla-Chef einen der reichweitenstärksten Accounts des Kurznachrichtendienstes. Über diesen Kanal macht er nicht nur Stimmung, seine Tweets können auch millionenschwere Auswirkungen erzeugen.


Der Polo ist auch als Kleinwagen ein Großer

Diesel-Fans müssen nicht traurig sein, weil es den neuen VW Polo nur noch als Benziner gibt. Denn der Kleine ist mit dem Otto-Motor-Dreizylinder fast ebenso sparsam wie der frühere Diesel, macht ebenso Spaß und muss kein zusätzliches AdBlue tanken. Der von uns getestete Polo hat uns in allen relevanten Kriterien der Abteilung Kleinwagen überzeugt. Nur beim Preis haben wir Vorbehalte: Ein Kleinwagen für fast 29.000 Euro sind schon ein Wort…

Allerdings müssen wir einräumen, dass die 29.000 Euro für den Testwagen eine Menge an Extras boten, auf die wir bis auf die extrovertierte Farbe „Vibrant Violet Metallic“ für 540 Euro nicht verzichten wollten. Unser Testwagen, ein VW Polo Style 1.0 TSI mit 95 PS und handgeschalteten fünf Gängen, macht nicht nur Spaß, sondern zeigt auch den hohen Entwicklungsstand turbogeladener Otto-Dreizylinder: Komfortabel leise, vibrationsarm wie ein guter Vierzylinder, ausreichend temperamentvoll und mit von uns gemessenen rund 5,2 Litern Verbrauch auf 100 Kilometern an der Grenze zur Genügsamkeit eines Diesels angesiedelt. Und wer auf Extras verzichten will, kann den Basis-Polo als „Fresh“ schon ab rund 16.000 Euro bestellen. Die Serienausstattung ist auch in dieser Version beachtlich.


Möglicher Förderstopp bei Hybridfahrzeugen verspielt Verbrauchervertrauen

„Die Überlegungen, die Förderung für Plug-in Hybride auslaufen zu lassen, gefährdet in einer ohnehin angespannten Zeit den Hochlauf der E-Mobilität und ignoriert die Lebenswirklichkeiten der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland“, erklärte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie.

Und auch Reinhard Zirpel, der Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und Thomas Peckruhn, der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) halten sich bei ihrer Kritik nicht zurück.


Gibt Volkswagen in der Formel 1 Vollgas?

Warum es gut sein kann, dass der Volkswagenkonzern mit einer seiner zahlreichen Marken in der Formel 1 an den Start gehen wird.

Von Harald Kaiser

Will Volkswagen demnächst im Formel-1-Zirkus auftreten? Nach verschiedenen Meldungen soll bei VW eine Entscheidung unmittelbar bevorstehen, ob der Konzern Teil des Formel 1-Zirkus werden will oder nicht. So meldete es beispielsweise die Nachrichtenagentur Reuters. Webseiten wie motorsporttotal.com, deren Wesen es ist, ausschließlich über die Vollgasszene zu berichten, spekulieren darüber schon länger. Vor Jahren lehnte dies der langjährige VW-Dominator Ferdinand Piëch mit dem Hinweis ab, dass ein Engagement dort reine Geldverschwendung sei.


Von Alkoholikern, Spinnern und Könnern

Fast unbemerkt von der von ihm so geliebten Öffentlichkeit ist er Mitte Februar 90 geworden: Robert („Bob) Anthony Lutz, der ehemals schillernde Autoboss, suchte stets die Blitzlichter, nahm nie ein Blatt vor den Mund und sonnte sich in seiner Prominenz. Heute lebt er zurückgezogen in Ann Arbor/Michigan. Wie er über manche seiner einstigen Managerkollegen urteilt und wie es auf den Chefetagen mitunter zuging, hat er in seinen Erinnerungen „Idole und Idioten“* veröffentlicht. Auszüge daraus mit gleichermaßen amüsanten wie teils absonderlichen Erlebnisse im feinen Zwirn.


Alles nur geklaut: Chinesen kopieren Auto-Designs wild drauf los

Warum anstrengen, wenn man Ideen abkupfern kann! Zumeist sogar ungestraft. Jedenfalls in China. Dort schmücken sich Autofirmen gerne mit fremden Federn und kopieren ungeniert westliche Modelle.

 Von Harald Kaiser

Da staunt der Laie, der Experte wundert sich. Ist das nun das Original oder eine Fälschung? Es geht um den VW Beetle, auf dessen Heckklappe „ORA Punk Cat“ steht. Es ist eine Fälschung aus China. Eine, bei der sich die Bosse des Herstellers über die Frage nach der Rechtmäßigkeit herzlich amüsieren dürften. Rechtliche Bedenken? Was für ein Quatsch. Stattdessen einfach brutal abkupfern, das ist das Geschäftsmodell. Denn so lassen sich Kosten sparen, weil ein Konkurrent bereits die notwendige Design-Vorarbeit geleistet hat.


Schaut mal, wie die Zukunft war

Vor gut 65 Jahren wollten die Amis der Welt weismachen, dass wir bald in Raumschiffen auf Rädern reisen. Eine Auswahl der Verrücktheiten mit Gasturbine und sogar Atomantrieb.

Von Harald Kaiser

Ein Hauch von Hollywood umwehte die Szenerie. Gleißende Scheinwerfer, sphärische Klänge und eine Tanzcombo bildeten den Rahmen für die Präsentation einer Art Raumschiff auf Rädern. Das Waldorf Astoria Hotel in New York war 1958 von General Motors (GM) dafür ausgesucht worden, mordsmäßig auf dicke Hose zu machen. Der Konzern wollte dort ein Automobil zeigen, das nicht weniger als den weltweiten Autobau revolutionieren sollte. Es handelte sich um das Showcar Firebird III, das von seiner Gestalt her so wirkte, als würde es sogleich zur nächsten Galaxie starten wollen.


VW ID.Buzz und ID.Buzz Cargo: Der Bulli wird zum High-Tech-Stromer

Mit der Weltpremiere zweier Elektrofahrzeuge will Volkswagen die Tradition der Transporter-Iconen fortsetzen. Was in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts mit dem legendären T1 begonnen hat, soll als ID.Buzz und ID.Buzz Cargo rein elektrisch in die Zukunft fahren. Hier rollt nicht nur ein neues E-Modell auf den Markt, sondern eine Fülle innovativer Produkteigenschaften.

Ob der technologische Systemwechsel gelingt, wird die Zukunft zeigen. Fest steht, dass der elektrische Bulli in Sachen Design die besten Voraussetzungen mitbringt, ein Erfolg zu werden. Das ganze Fahrzeug soll Nachhaltigkeit repräsentieren. Bis hin zum Systemwechsel zur „tierfreien“ Innenausstattung: Leder wird ersetzt durch nachhaltige Kunststoffe, ja selbst das „Lederlenkrad“ wird mit einem Stoff überzogen, das sich wie Leder anfühlt, aber keines ist. Die Sitzbezüge bestehen aus sogenanntem SEAQUAL®-Garn, dessen Fäden zu ca. 10 Prozent aus gesammeltem Meeres-Kunststoffen und zu ca. 90 Prozent aus PES (recycelte PET-Flaschen) bestehen. Selbst das als konzernweites Novum im ID. Buzz eingesetzte ArtVelours „ECO“ besteht zu 71 Prozent aus Rezyklat.


Fahrbericht VW ID Buzz: Noch leicht getarnt feiert er die Vielfalt

Von Jens Meiners

Dieser Bus bringt gute Stimmung bei Volkswagen: der ID Buzz. Der vollelektrische Bulli ist stilistisch inspiriert von den ersten Generationen des VW Bus´, die längst den Status einer Ikone genießen und entsprechend teuer und gesucht sind.

Nur dank des Elektroantriebs habe man das Auto so gestalten können, hieß es in Hamburg, wo wir am Steuer eines ID Buzz aus der Vorserie Platz nehmen durften. Denn der E-Antrieb bei Volkswagen steht auf einer heckgetriebenen Plattform, ganz wie es früher einmal war, bis mit dem K 70 die Modernisierung der Marke eingeläutet wurde.


Elon Musk, der Zahlenjongleur

Von Harald Kaiser

Und wieder klatschen alle Beifall. Elon Musk, der Glamourboy der amerikanischen Wirtschaft und angeblich der reichste Mensch der Welt, hat für seinen Elektroautokonzern Tesla soeben den Jahresabschluss 2021 veröffentlicht. Die Anleger jubeln, die Presse sowieso.

Die Erlöse kletterten um 665 Prozent, wie Tesla nach US-Börsenschluss in Austin mitteilte. Im Detail sehen die Zahlen so aus: Gesamtumsatz: 53,7 Mrd. Dollar (47,2 Mrd. Auto/6,5 Mrd. sonstiger Umsatz), Betriebs-ausgaben:40,2 Mrd. Dollar, Rohertrag: ca. 13,5 Mrd. Dollar, Nettogewinn nach Steuern und Abschreibungen etc.: 5,5 Milliarden Dollar, Schulden Ende 2021: 19,7 Milliarden Dollar.


Die Currywurst als Volkswagen-Originalteil: Scharf, knackig und kultig

Bei Volkswagen geht die Verbundenheit der Angestellten mit der Firma durch den Magen. Auch als Volkswagen-Ersatzteil.

Von Harald Kaiser

Wer einen Servicemitarbeiter seiner VW-Vertragswerkstatt mal foppen will, dem sei folgendes geraten: Schieben Sie ihm oder ihr einen Zettel rüber, auf dem die Nummer „199 398 500 A“ notiert ist und sagen Sie: „Ich hätte gern dieses Originalteil.“ Sobald die Nummer in den Computer eingetippt und die Entertaste gedrückt wurde, lässt sich sogleich beobachten, wie sich Verblüffung und Ratlosigkeit im Gesicht des VW-Menschen breit macht. Vermutlich wird der Kunde zu hören bekommen: „Äääh, … das Teil haben wir nicht. Was soll das denn sein?“ Antwort: „Die berühmte VW-Currywurst natürlich!“ Denn die hat tatsächlich jene eigene Teilenummer.


Stellantis-Chef Carlos Tavares: Nicht die Industrie wollte Elektroautos, sondern die Politik

 

Wenn Politiker mit Fragen zu Sinn und Unsinn von Elektroautos konfrontiert werden, ist eine Antwort besonders häufig zu hören: Die Industrie habe sich längst  für die E-Mobilität entschieden, sie sei bereits „viel weiter“. Das stimmt so allerdings nicht. Die Industrie wird von der Politik dazu gezwungen, E-Mobilität zu favorisieren. Doch nun schert nach BMW ein weiterer Hersteller aus der Herde jener aus, die in der Batterie-Mobilität völlig unkritisch die allein selig machende Technologie sehen.