Subventionen reichen nicht: Die halbherzige Förderung der E-Mobilität durch die Regierung

Die Bundesregierung gibt vor, Elektromobilität zu fördern. Dabei erweckt sie mit hohen Kaufprämien nur den Eindruck, als ob sie tatsächlich E-Mobilität massiv fördert. Die Regierung fördert aber nur die teuer subventionierte Motivation, ein E-Auto zu kaufen. Wenn es darum geht, die Reichweitenprobleme der Käufer mit Elektro-Ladesäulen zu unterstützen: Fehlanzeige. Dabei hätte der Bund als Eigentümer fast aller Autobahn-Rastplätze die Möglichkeit, Tausende Ladesäulen zu installieren.

Das tut sie aber nur recht zaghaft. Nur ein Beispiel: An der A8 in Jettingen-Scheppach zwischen München und Stuttgart gibt es lediglich eine Schnellladesäule und zwei Normallader, versteckt hinter der Shell-Tankstelle. Verkehrsminister Andreas Scheuer könnte hier fördern, was der Verkehrsminister selbst so propagiert: Leute kauft E-Autos. Und so lange die Regierung marktwirtschaftliche Entwicklungen per E-Prämie aussetzt, so lange täuschen die Verkaufszahlen von E-Mobilen darüber hinweg, dass die E-Skepsis immer noch groß ist. „Ohne Subventionen würden wir nur ein Zehntel unserer E-Autos verkaufen,- wenn überhaupt“, räumt der Leiter eines großen Audi-Autohauses ein.


Der VDA-Erfolg ist wahrscheinlich ein Pyrrhus-Sieg

Wenn der VDA die partielle Entschärfung der geplanten Euro-7-Grenzwerte jetzt als Erfolg seiner Kritik an den EU-Kommissions-Überlegungen verkauft, ist das eine andere Art des Beschwichtigungsversuchs der Verbrenner-Kritiker. Denn auch die nun im Raum stehenden, aber noch lange nicht beschlossenen höheren Grenzwerte bedeuten langfristig das Ende des Verbrenners – nicht nur mit fossilem Brennstoff. Dann wird der Green Deal zum green Crash der Autoindustrie.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller hat zwar vehement gegen die Planungen der EU-Kommission argumentiert. Das mögliche „Entgegenkommen“ der EU ist bestenfalls ein scheinheiliger Gnadenakt ahnungsloser Bürokraten, die – unterstütz von Ursula von der Leyen – aus dem Green Deal gerne den green Crash der deutschen Automobilindustrie herbeiführen würden. Wenn der VDA nun glaubt, das Ende des Verbrenners verhindert zu haben, ist das sehr naiv. Den Autogegnern in der EU geht es nämlich nicht wirklich um die Abschaffung des Verbrenners, sondern sie möchten die individuelle Mobilität massiv einschränken. Selbst wenn einmal alle Autos elektrisch angetrieben würden, bliebe der Widerstand und die Kritik an der individuellen Mobilität erhalten.


Wolfgang Reitzle rechnet mit der Bundesregierung ab

Es ist schon frappierend, wie offen Manager ihre Überzeugungen öffentlich machen (können), wenn sie nicht mehr auf ein gutes Verhältnis zur Bundeskanzlerin angewiesen sind.

Jüngstes Beispiel ist der Ex-BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle, der nach einer Station bei der Ford Premium Automotive Group die Firma Linde zum weltweit größten und erfolgreichsten Gase-Unternehmen geformt hat. Seine jüngste Kritik in der „Welt am Sonntag“ am Versagen der Bundesregierung in der Wirtschafts- und Corona-Krise ist an Deutlichkeit nicht zu übertreffen.


Die VOLTSWAGEN AG wird es nicht geben

Dass die Presseabteilungen der Autohersteller sich Aprilscherze einfallen lassen, ist auf der ganzen Welt schöner Brauch. Mal sorgen sie für Auflacher, mal gehen sie daneben. Mit der vermeintlichen Umbenennung in „Voltswagen“ ist VW in Nordamerika jedenfalls ein Volltreffer gelungen: Fast die gesamte Medienlandschaft ist auf den Gag hereingefallen, der allerdings – und das erschwerte die Einordnung – zwei Tage vorher durchgesickert war.


VW-Chef Herbert Diess: „Der Verbrenner muss die Elektromobilität finanzieren“

Volkswagen-Chef Herbert Diess unterstrich bei der virtuellen Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns erneut, innerhalb von zwei Generationen werde sich die Industrie radikal verändern: erst in Richtung E-Mobilität und dann mit Schwerpunkt Software. Doch das will finanziert sein. „Das Verbrennergeschäft wird uns erlauben, den Wandel zu finanzieren“, erklärt Diess.

Dabei hat der Konzern im vergangenen Jahr mit einem operativen Ergebnis vor Steuern von 8,5 Mrd. Euro einen Schritt nach vorn gemacht, der im ersten Corona-Jahr so nicht zu erwarten war. Das gute Abschneiden im Krisenjahr 2020 gebe VW zusätzlichen Rückenwind, sagte Diess.


Toyota Yaris 1,5 l Hybrid: Als Kleinwagen erwachsen und zum zweiten Mal „Auto des Jahres“ geworden

Vier Türen, ein sehr sparsamer Antrieb, eine große Heckklappe, Platz für fünf Personen in kompakter Karosserie: Das sind die idealen Voraussetzungen für ein sympathisches Stadtauto, das auch lange Strecken bequem zu bewältigen in der Lage ist. Damit ist der Toyota Yaris in der 4. Generation eigentlich schon beschrieben. Das Toyota-Erfolgsmodell ist rundweg erwachsen und zum zweiten Mal „Auto des Jahres“ geworden.

Der seit 2001 in Frankreich produzierte Yaris wurde in Europa mehr als vier Millionen Mal verkauft; zweifellos ein Beweis seiner Beliebtheit. Von Anfang an wurde der Kleinwagen auf die Proportionen hoch und kurz getrimmt. Seit 2012 gibt es den Yaris als Hybridmodell. Damals ein Novum im Kleinwagensegment.


Reifer Apple oder fauler Apfel?

Gastbeitrag von Harald Kaiser: Was an den Gerüchten eines möglichen Elektroautos des Kultkonzerns Apple dran ist und was nicht.

Sie scheinen auf Droge zu sein, die Spekulanten. Es geht um das Auto, das Apple angeblich entwickelt. Die um die Jahreswende wild wuchernden Hirngespinste um das elektrisch angetriebene „iCar“, bislang lediglich ein unbestätigter Papiertiger in allerlei gedruckten wie elektronischen Gazetten, befassen sich neuerdings nicht mehr nur mit der Frage, ob Apple dieses Auto bauen wird. Inzwischen wird längst über den Einführungstermin gemutmaßt (angeblich 2024/25).