Prof. Thomas Koch (KIT): „Wer den Stickoxid-Ausstoß wirklich auf null setzen möchte, müsste die Elektro-Flotte sofort verbieten“

Droht dem Verbrennungsmotor das Aus? So könnte man die jüngsten Vorschläge des pan-europäischen “Advisory Board on Vehicle Emission Vehicles Standards” (AGVES) interpretieren. Was dort ausgebrütet wurde, besitzt industriepolitisches Sprengpotential. Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mahnt im Interview, bei den Vorgaben Realismus walten zu lassen – auch um der europäischen Idee nicht zu schaden.

Interview von Jens Meiners mit Thomas Koch.

 

Herr Professor Koch, wie ordnen Sie die Vorschläge des Expertenpanels zur EU-7-Norm ein?

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Die Heuchelei von Politik und EU kennt keine Scham – „Die permanente Kritik am Auto trägt Früchte“

Der Autozulieferer Continental steht schwer unter Druck. Die von Grünen und der Politik initiierte Stimmungsmache gegen Verbrennungsmotoren bedroht Hunderttausende Arbeitsplätze. Die Schließung des Aachener Reifenwerks 2021 und massive Sparmaßnahmen haben nun zu einer Empörungswelle der Gewerkschaft und der Politik geführt. Zwei Ministerpräsidenten kritisieren, dass Continental nun tut, was lange vorher abzusehen war.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis kritisierten die Unternehmensführung für den geplanten Stellenabbau. Und Möchtegern-Kanzlerkandidat Armin Laschet spricht gar von „kaltem Kapitalismus“. Steingarts Morningbriefing zitiert ihn mit dem Satz: „Ist es wirklich euer Ernst, alle eure Gesprächspartner so zu brüskieren und einfach ein Werk zu schließen?“


BMW 4er Cabriolet: Die Romantik eines Cabrios

Ein offenes Auto ist Luxus, ein Auto für besondere Anlässe, für die Fahrt in den Sonnenuntergang oder ins Lieblingscafé. Als das Metall-Klappdach aufkam, positionierte sich das Cabriolet neu als Fahrzeug fürs ganze Jahr. Aber diese Eigenschaft ging aufs Konto der Eleganz – und des Kofferraumvolumens. Längst sind auch Stoffverdecke ganzjahrestauglich; und BMW zieht beim 4er die Konsequenz: Das neue 4er Cabriolet erhält wie schon früher seine Vorgängergenerationen wieder ein Stoffverdeck, die noch als 3er auftraten.

Vom neuen Verdeck, das es übrigens nicht nur in schwarz, sondern auch metallisch schimmernd gibt, profitiert nicht nur die Linie. Es ist außerdem um 40 Prozent leichter als das Klappdach des Vorgängermodells. So kann es bis zu Geschwindigkeiten von 50 km/h in jeweils 18 Sekunden geöffnet oder geschlossen werden, und der Kofferraum wächst um stolze 80 auf nunmehr 300 Liter.


Volkswagen-Chef Herbert Diess sieht seine Elektrostrategie durch den niedrigen Diesel-Kraftstoffpreis gefährdet

Dass sich Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess bei seinen Diesel-Kunden mit der Forderung nach einem höheren Diesel-Kraftstoffpreis keine Freunde macht, dürfte klar sein. In der Wolfsburg wird hinter vorgehaltener Hand kritisiert, „dass sich unser Chef damit als sozialistischer Planwirtschaftler geriert“.

 

Offensichtlich wird in der Diskussion, dass der schizophrene Spagat zwischen notwendigem Geldverdienen mit Verbrennern und der teuren E-Mobilisierung den Konzern strategisch fast zerreißt. Während Diess die von der EU-Kommission geplante Verschärfung der CO2-Grenzwerte für Volkswagen für machbar hält, sehen ganze Heerscharen von Motorenentwicklern nicht nur ihre Leistungen diskreditiert, sondern den „politisch erzwungenen Weg in die Elektromobilität für ein großes Risiko, weil er marktwirtschaftliche Grundgesetze und die Wünsche der Kunden ignoriert“.


Toyota RAV4 Plug-in Hybrid: Nichts ist unmöglich – auch kein niedriger SUV-Verbrauch

Dass der neue Toyota RV4 Plug-in Hybrid mit einer Systemleistung von 306 PS nur 1,2 Liter Benzin auf 100 km verbrauchen soll, ist allerdings nur der EU-rechtlichen, sehr komplexen Berechnungsmethode geschuldet. Denn die 18,1 kWh Batterie-Strom müssen natürlich beim Verbrauch dazugerechnet werden. Gleichwohl erweist sich der neue SUV-Allradler jenseits komplexer Bemessungsparameter tatsächlich als wirklich sparsam. Kein anderes zur Zeit auf dem Markt verfügbare Plug-in-SUV lässt sich aus der (vollen) Batterie 75 Kilometer weit bewegen, ohne den Benziner anzuwerfen.

Was haben sie in manchen Entwicklungsabteilungen und Fachredaktionen gelächelt, als Toyota vor 23 Jahren (!) den ersten Hybrid-Pkw Prius auf den Markt brachte. „Zwei schwere Antriebssysteme in einem Auto sind ineffizienter Unsinn“, formulierte es damals ein BMW-Vorstandschef. Toyota ließ sich nicht beirren, auch nicht von uns Motorjournalisten. Mittlerweile haben alle namhaften Autohersteller nicht nur Hybride, sondern auch Plug-in-Hybride im Angebot. Und man spürt, dass die Entwicklung dieser Technologie große Sprünge gemacht hat. Zwar sind nicht alle Plug-ins sparsamer als gleich starke Solo-Verbrenner; aber bei den meisten stellt man fest, dass sie mit dem flüssigem Kraftstoff sehr sparsam umgehen.


Der 1000-Milliarden-Flop der EU-Kommission

Für die Schutzheilige der Berater-Industrie Ursula von der Leyen soll der „Green Deal“ endlich das bringen, was sie weder als Familien- noch als Verteidigungsministerin vorzuweisen hat: Erfolg.

 

Während sich die ihr nahestehende Beraterbranche auf eine üppige Geldquelle freuen kann, schlagen andere die Hände über dem Kopf zusammen. Wer wie von der Leyen eine Billion Euro Steuergeld ausgeben will, sollte den Erfolg sicherstellen können. Ganz sachlich betrachtet, kann davon in diesem Fall keine Rede sein. Denn am Klima wird sich nichts ändern, selbst wenn Europa den CO2-Ausstoß auf null reduzieren würde.


Kommentar von Gastautor Holger Douglas: Die Abschaffung der Autoindustrie geht weiter

Von Hilfen für die in Existenznot geratenen Zulieferer war bei der Videokonferenz der Kanzlerin mit den Großen der Autoindustrie keine Rede. Stattdessen sollen mit staatlicher Stützung Elektro-Autos in den Markt gedrückt werden.

Das Auto mit Verbrennungsmotor ist »durch«, die Abschaffung der wichtigen Automobilindustrie soll weitergehen. Das ist, zusammengefasst, das Ergebnis des gestrigen »Autogipfels«, der in Form einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel, Vertretern der Autoindustrie und Ministerien abgehalten wurde. Staatliche Kaufprämien für Autos mit Verbrennermotoren soll es nicht geben, mit aller Kraft sollen nur Elektroautos in die Welt gedrückt werden. Die will bisher aber kaum jemand.


Die „Umwelthilfe“ kritisiert Plug-in-Hybrid-Verbrauchsangaben – nicht ganz zu Unrecht

Wenn ein 560-PS-Hybrid-Porsche mit einem Durchschnittsverbrauch von 2,2 Litern auf 100 Kilometer angegeben wird, stellt sich die physikalische Frage, ob das überhaupt möglich sein kann. Antwort: theoretisch ja, in der Realität des Alltags unwahrscheinlich. Der offizielle Wert ist zu einem Teil tatsächlich Augenwischerei, die an vielen grünen Tischen in Brüssel ersonnen und von unserer Regierung abgesegnet wurde. Dass die Autogegner vom „Umwelthilfe“-Verein diese surrealen Verbrauchsangaben zum Thema machen würden, war zu erwarten.