ADAC-Verkehrspräsident Hillebrands Rücktritt war „unausweichlich“

Als ich am 2. Januar hier die Frage stellte, ob der ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand wegen seiner Forderung nach einem höheren CO2-Preis und strengeren Klima-Auflagen zurücktreten werde, kann jetzt beantwortet werden: ja! Er ist zurückgetreten. Allerdings nicht ganz freiwillig, wie intern kolportiert wird.

Während Rücktritte in der Politik aus der Mode gekommen sind, zum Beispiel ein plagiierter Doktor-Titel eine harmlose und vernachlässigbare Sünde ist, haben mehr als 60.000 gekündigte ADAC-Mitgliedschaften doch soviel Druck erzeugt, dass dem Ex-Verkehrspräsidenten nicht anderes übrig blieb, als sein Amt aufzugeben. Dafür gehört ihm Respekt.

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Volkswagen T-Roc: Der Aufsteiger

Mit dem T-Roc fuhr Volkswagen vor acht Jahren in das Segment der kompakten SUV, und mit dem weiter entwickelten Nachfolger verlässt die Marke diese automobile Klasse wieder – irgendwie wenigstens. Die Neuauflage ist, haben sich die Marketing-Strategen in Wolfsburg überlegt, wegen ihres coupéartigen Designs doch eher ein „Crossover Utility Vehicle“ (CUV) als ein klassisches SUV.

 

Von Walther Wuttke


Warum Mercedes Mercedes heißt

 

Wie ein Autohändler vor 125 Jahren dafür sorgte, dass die schwäbischen Autos zu ihrem Namen kamen.

Von Harald Kaiser

Das Telegramm an Daimler enthielt eine Art Befehl: „Ich will nicht das heutige, auch nicht das morgige, ich will das Auto von übermorgen!“, schrieb Emil Jellinek Ende März 1900. Der 47jährige erfolgreiche Autohändler und Motorsportfan erlebte damals ein Desaster.

Was war passiert?


Mercedes Vision V: Design oder nicht sein – hat Hässlichkeit jetzt einen Namen?

Ist diese gerade von Mercedes-Benz in Kalifornien vorgestellte Vision V ein exhibitionistischer Schritt in die Zukunft des Mercedes-Designs oder ein Schlag ins Gesicht des guten Geschmacks und traditioneller Ästhetik? In den sozialen Medien ereifern sich die Kritiker dieser Design-Studie wie selten zuvor. Und es fällt uns schwer, das Exterieur-Design auch nur im Ansatz zu verteidigen.

Design-Brüche sind immer wieder mal notwendig, um einer Marke neue Impulse zu geben.  Erinnern wir uns nur an den viel kritisierten Bangle-Siebener, der trotz der Kritik von Millionen „Design“- Experten erfolgreicher als sein Vorgänger wurde. Er hat BMW als Design-Marke aufgeladen und wurde zum Orientierungs-Fixpunkt neuer Formgebung. Auch für andere Marken, die einige der Richtungsvorgaben subtil versteckt nachahmten. Dieser Siebener war allerdings längst nicht so weit weg von der BMW-Tradition wie der Vision V 1 von Mercedes.


Das Jaguar-Desaster: „Wie kann man nur eine Traditionsmarke so desaströs ruinieren?“

„Ist das der/die typische Jaguar-Fahrer/in“?, fragte ich im November letzten Jahres an dieser Stelle (https://automotive-opinion.com/2024/11/28/ist-das-der-die-typische-jaguar-fahrer-in/) und stellte das nicht nur rhetorisch in Frage. Der jetzt erfolgte Rücktritt des Jaguar-CEO Adrian Mardell war längst überfällig. Nicht nur wegen der Werbung, auch die Total-einstellung der Verbrenner-Produktion wird von Experten als dramatischer Strategie-Fehler verurteilt.

Zwar hat der CEO nicht allein diese überzogen woke, diese „kranke Positionierungskampagne“ (ein Jaguar-Verkäufer) kreiert, aber er hat sie zugelassen im Glauben, dass es die Agenturen schon richtig machen, wenn sie dem woken Zeitgeist noch voraus sprinten. Eigentlich unglaublich, dass so ein „Kreativ-Exzess“ überhaupt an den Verantwortlichen im Hause Jaguar Land Rover vorbei gelangen konnten. „Da muss einer unter Drogen gestanden haben“, vermutet ein ehemaliger Jaguar-Manager. „Jaguar-Werbung ohne ein einziges Auto zu zeigen, ist ein Witz!“ Nicht nur weil in der Kampagne Autos überhaupt nicht zu sehen waren, sondern vor allem weil die bunte Schar skurriler Protagonisten alles suggerierten, nur nicht automobile Leidenschaft.


VW Golf: Der unsterbliche Charakter-Darsteller

Für mich ist das größte Wunder des Golf: dass er über acht Generationen immer ein Golf geblieben ist. Nicht nur dem Namen, sondern vor allem dem Charakter nach. Obwohl zwischen den Generationen jedes Mal Fortschritte – mal kleine, mal große – zu verzeichnen waren, ist der klassenlose Charakter dieses Typs immer gleich geblieben. Und das, obwohl er sich äußerlich und technologisch doch stark verändert hat. Was heißt eigentlich klassenlos? Wenn man mit dem Golf vor jedem Luxushotel parken kann, ohne vom Hotelpersonal verscheucht zu werden.

Unsere Testfahrt mit dem Golf 8 PA Style 2.0 TDI und seinen 150 PS, die vom 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe jederzeit gut abgestimmt sachgemäß auf die Antriebsräder übertragen werden, zeigte keinerlei Schwächen. Vielleicht nur die klitzekleine, aber subjektiv lang dauernde Zehntelsekunde beim Anfahren stört zuweilen, wenn es gilt, schnell anfahren zu wollen. Zum Beispiel weil ich kurz an einer roten Ampel die Grün-Phase verschlafen und den hupenden Hintermann nicht länger hinhalten und provozieren wollte. Nein, insgesamt bilden DSG und Drehmoment (max. 360 Nm/1600 1/min) des High-Tech-Diesels eine kongeniale Antriebseinheit. Dass am Ende mehrerer tausend Kilometer zügig gefahrener Kilometer nur ein Durchschnittsverbrauch mit einer Fünf vor dem Komma stand, spricht für die Reife dieses Antriebs. Auf unserer Sparrunde waren es sogar mal 4,2 Liter. Das Temperament dieses 150-PS-Golf macht richtig Spaß. Null auf 100 km/h in 8,8 Sekunden sprechen eine klare Sprache. Und die Höchstgeschwindigkeit von 223 Stundenkilometer macht deutlich, dass hier kein Verzichtsmobil unterwegs ist.


Der Regulierungswahn der EU-Kommission will die TÜV-Regeln verschärfen

Autos sollen jährlich zum TÜV, wenn sie älter als 10 Jahre sind. Das soll die Sicherheit auf den Straßen erhöhen. Was für ein Unsinn! So sinnvoll wie die festgemachten Verschlüsse an unseren PET-Flaschen. Nicht die einzigen Ergebnisse eines fast schon pathologischen Regulierungswahns.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die zigtausend Beamten im Brüsseler Elfenbeinturm in ihren Sitzungen verzweifelt auch aus Langeweile diskutieren, wo es noch Regelungsbedarf gibt, bzw. geben könnte. Nicht um zu regulieren, sondern um eine Art Arbeitsnachweis zu liefern. Dass dabei überwiegend Schnapsideen wie die Vorschriften zur maximalen Saugkraft eines Staubsaugers geboren werden, darf da nicht verwundern.


Studie: Deutsche Autofahrer wollen weiterhin Verbrenner fahren

Wie eine jährliche Forsa-Befragung im Auftrag der Targobank ergab, stehen Verbrennerfahrzeuge bei deutschen Autofahrern nach wie vor hoch im Kurs. Für gut ein Drittel der Befragten bleiben Benziner die beliebteste Antriebsart. Die Bereitschaft auf einen alternative Antrieb umzusteigen ist dagegen eher mau. Nur für eine Minderheit käme ein reiner Elektroantrieb in Frage, immerhin konnten Hybride, hier besonders der Plug-in-Hybrid, zulegen.

Bereits seit 2016 beauftragt die Targobank das Umfrageinstitut jährlich mit einer Autostudie. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dabei die Entscheidungskriterien für den Autokauf, die Einstellung zu unterschiedlichen Antriebsarten sowie die grundsätzlichen Ansichten zu aktuellen verkehrspolitischen Fragestellungen und Maßnahmen. An der repräsentativen Online-Umfrage im Februar hatten 1002 erwachsene Autofahrer teilgenommen.