Gast-Kommentar von Peter Schwerdtmann: Audianer_innen 2020 erneut erfinderisch

Die Sprache lebt. Und auch der Duden ist nicht mehr das, was er früher einmal war – ein sicherer Ratgeber für Grammatik und Rechtschreibung. Schon das Wort „gendergerecht“ hätte nicht in seine Spalten rutschen dürfen. Hier werden hemmungslos zwei Sprachen gemischt, ein englisches Wort brutal eingedeutscht. Der Duden hat eine Begründung dafür, denn er beobachtet die Entwicklung der Sprache. Dabei verliert er zusehends seine wesentliche Aufgabe aus dem Blick, die deutsche Sprache zu pflegen.


Stromrationierung: ein verheerendes Signal für Elektroauto-Käufer und -Interessenten

Da überlegen sich Autokäufer, ob sie nun auf E-Mobilität umsteigen oder doch einem Diesel oder Benziner den Vorzug geben sollen. Und da tritt das Bundeswirtschaftsministerium mit der Botschaft in die Öffentlichkeit, dass man eventuell Strom für die Ladesäulen rationieren muss, um flächendeckende Blackouts zu vermeiden.

Volkswagen meldet eine Verdreifachen des Absatzes von elektrifizierten Autos in 2020 zum Vorjahr. Das ist zweifellos ein Erfolg, den viele E-Skeptiker nicht für möglich gehalten hätten. Die Power, mit der das VW-Marketing diese Zahlen erreicht hat, kann auf lange Sicht auch zum Problem werden.


„Euro-7-Abgasnorm der EU-Kommission ist politisch gewolltes Aus für Verbrenner“

Das Ende des Verbrennungsmotors und dramatische Folgen für die Autoindustrie sieht der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V angesichts der am Horizont dräuenden Euro-7-Norm, die 2025 in Kraft treten soll.

Die geplante Euro-7-Norm sieht deutlich strenge Emissionsnormen für Kraftfahrzeuge ab 2025 vor: Neuwagen dürften dann nur noch 30 mg NOx (Stickoxid) pro Kilometer und in einem zweiten Szenario sogar nur noch 10 mg pro Kilometer ausstoßen. Derzeit liegt die Grenze bei 60 mg für Benzin- und 80 mg für Dieselfahrzeuge. Weiter sollen die CO2-Grenzwerte je nach Fahrzeugkategorie drastisch auf 300 bzw. 100 mg gesenkt werden. Zudem sollen erhebliche Verschärfungen der Messbedingungen während des Real Drive Emissions-Tests (RDE) zur Einhaltung von Grenzwerten in Kraft treten. Alle bisher im RDE zugelassenen Ausnahmen sollen entfernt werden, also Tests entgegen der realen Alltagsnutzung der meisten PKW in Extremsituationen (extrem niedrige Temperaturen, Vollgas-Fahrten, Fahrten in großer Höhe oder Anhängerbetrieb).


Der Streit um die Zukunft des Autoantriebs: Zwischen Wunschdenken, Physik, Firmen-Interessen und Kundenwünschen

Wenn Audi-Chef Markus Duesmann die Wasserstoff-Brennstoffzelle im Pkw in Frage stellt, dann ist diese Aussage genauso von Konzern-Interessen getragen wie das Plädoyer des Ex-BMW-Entwicklungschefs und Linde-Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzles für die Wasserstoff-Brennstoffzelle. Dabei ist Technologie-Offenheit der einzig richtige Weg, weil er die Entscheidung der physikalischen Realität und dem Markt überlässt, nicht politisch-ideologischem Wettbewerb.

Der neue Audi-Chef Markus Duesmann steht in der Pflicht der konsequenten VW-Konzern-Strategie zur Elektromobilität mit Batterie, der andere steht als Ex-Linde-Chef für die Überzeugung, dass Wasserstoff der Kraftstoff der Zukunft ist. Allerdings hat Reitzle dies schon als Entwicklungschef bei BMW so gesehen. Und letztlich sind sich alle einig, dass die langfristige Lösung – wir sprechen hier von 50 Jahren – Elektromobilität heißt. Denn auch die Brennstoffzelle mit Wasserstoff bedeutet ja, dass das Fahrzeug von einem Elektromotor angetrieben wird. Allerdings gibt es ja auch Entwicklungen, Wasserstoff im Verbrennungsmotor zu nutzen, wie es BMW schon erfolgreich in einem 12-Zylinder 7er serienfähig entwickelt hatte. Außerdem liegen rechts und links der Antriebstechnologie-Roadmap noch andere Möglichkeiten wie z.B. Gas- oder synthetische Kraftstoffe.


„Die E-Mobilität wird die Umwelt mehr belasten als die Verbrenner-Mobilität“

Mit 2020 geht ein in mancherlei Hinsicht katastrophales Jahr zu Ende; für 2021 ist allerdings Licht am Horizont sichtbar. Wir haben einige Auguren der Autobranche über das vergangene Jahr und die wichtigen Zukunftsthemen befragt. Heute: Gert Hildebrand. Der Stardesigner war unter anderem mit dem Design von Opel Kadett E und VW Golf III befasst, bevor er zum Mini-Chefdesigner avancierte und schließlich für das globale Design und den Markenauftritt der chinesischen Marke Qoros verantwortlich wurde. Zuletzt hat er für den chinesischen EV-Hersteller Bordrin gearbeitet.


Hidden champion: Liqui Moly auf Rekordjagd

Für uns gehört der Ulmer Unternehmer Ernst Probst zu den absoluten Top-Unternehmern, die wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden. Ob Formel-1-Präsenz oder Unterstützung von Essen-auf-Rädern und von Pflegediensten: Liqui Moly ist ein schwäbisches Unternehmen, das weit über die Region hinaus positive Wirkung entfaltet.

Die Bilanz liest sich in dieser Zeit wie ein Wunder: Nach einem Rekordnovember des deutschen Motoröl- und Additivproduzenten, folgt der Weihnachtsmonat mit einem weiteren Rekord und unglaublichen 38 Prozent Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.


Diesel-Urteil EuGH: „Kalter Kaffee aus Luxemburg“

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat gesprochen – und sich zu Umschaltvorrichtungen bei Dieselmotoren geäußert. Doch dabei ist wenig Neues herausgekommen. Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erläutert die Fakten. Dabei wird klar: Zu einer erneuten Kampagne gegen den Selbstzünder taugt das Urteil nicht.

Herr Professor Koch, gerade hat das EuGH ein Urteil zum Thema Dieselabgas gefällt. Betrifft dies nun alle Dieselfahrzeuge?


Fahrvorstellung Toyota Mirai: Brennstoffzelle zum Schnäppchenpreis

Entscheidend ist, was hinten rauskommt, soll einmal ein deutscher Bundeskanzler gesagt haben. Treffender könnte man es auch beim Toyota Mirai nicht formulieren. Es ist reinstes Wasser, was dem Mirai aus seinem Auspuff entweicht. Keine schädlichen Stickoxide, weder Ruß noch andere Schadstoffe. Wenn überhaupt ist das nasse Element in Form von Wasserdampf das einzige Abfallprodukt des Japaners.

Seit 2015 hält Toyota der Wasserstofftechnik die Treue. Genauso lange wie Hyundai. Ansonsten sieht es ziemlich mau aus. Mercedes wagte zwar mit dem GLC F-Cell einen Vorstoß, doch flog der im Frühjahr wieder aus dem Programm. Andere deutsche Autobauer sucht man übrigens vergebens, einzig Honda hat noch ein Serienmodell in petto. Nur fehlte den Japanern bislang der Mut, ihren Clarity auch bei uns zu etablieren. Es gibt ihn nur in vereinzelten Stückzahlen in Nordamerika und Japan.


Der neue VW Tiguan: SUV serienmäßig mit angewandter Verantwortung

Die neueste Ausgabe des VW Tiguan macht deutlich, dass die zu Unrecht pauschal kritisierten SUVs angewandte Verantwortung repräsentieren (können). Effizientere Motoren, Plug-in-Hybride und Stickoxid-optimierte Diesel machen aus dem weltweit erfolgreichsten Volkswagen ein nach wie vor nachhaltiges Automobil, das in Europa das meist verkaufte SUV ist und allein im letzten Jahr 911.000mal gebaut wurde.

Wir haben uns bei unserer Testfahrt für jenen Tiguan entschieden, der bei aller Vernunft als das Flaggschiff der SUV-Baureihe fahrdynamisch Bestwerte im Segment garantiert: das Performance-Modell Tiguan R mit 320 PS und exklusiver Ausstattung. Wenn ein Auto, zumal ein SUV, mit Launch Control in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt und bis zu 250 km/h schnell fahren kann, ist das „R“ im Namen und der


Volkswagen verabschiedet sich aus dem Verbrenner-Motorsport

Die Konsequenz von Volkswagen in Richtung Elektromobilität ist beeindruckend. CEO Herbert Diess setzt mit dem Ausstieg aus dem fossilgetriebenen Motorsport ein weiteres Zeichen auf dem zur Ultima Ratio erklärten Weg zur E-Mobilität. Know-how aus dem Elektro-Motorsport fließt künftig in Entwicklung der ID. Familie ein. Wenn da nicht auch Inkonsequenz zu sehen wäre.

Aber im Ernst: Wie sollte sich ein solcher Schwenk denn sonst bewerkstelligen, sprich finanzieren lassen, wenn nicht auch mit Benzinern und Diesel das Geld verdient werden muss, den Richtungswechsel zu bezahlen. „Es ist nicht leicht, Werbung für unsere Top-Verbrennungsmotoren zu machen und auf der anderen Seite zu kommunizieren, dass Verbrenner eigentlich passé zu sein haben“, macht ein Marketing-Experte den Spagat in der Kommunikation deutlich. „Und wenn sich dann herausstellt, dass der E-Weg nicht zum massentauglichen Erfolg geworden ist, dann gute Nacht….“


Prof. Thomas Koch (KIT): „Wer den Stickoxid-Ausstoß wirklich auf null setzen möchte, müsste die Elektro-Flotte sofort verbieten“

Droht dem Verbrennungsmotor das Aus? So könnte man die jüngsten Vorschläge des pan-europäischen „Advisory Board on Vehicle Emission Vehicles Standards“ (AGVES) interpretieren. Was dort ausgebrütet wurde, besitzt industriepolitisches Sprengpotential. Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mahnt im Interview, bei den Vorgaben Realismus walten zu lassen – auch um der europäischen Idee nicht zu schaden.

Interview von Jens Meiners mit Thomas Koch.

 

Herr Professor Koch, wie ordnen Sie die Vorschläge des Expertenpanels zur EU-7-Norm ein?


Gastautor Harald Kaiser über Teslas Beinahe-Crash

Kaum zu glauben, aber der Glamourboy der weltweiten Elektroautoszene hat doch tatsächlich mal Tacheles geredet. Kürzlich bekannte Elon Musk, der Chef von Tesla, freimütig, dass es gar nicht lange her ist, dass Tesla beinahe pleite gegangen wäre. Musk hat via Twitter ausgeplaudert, dass es ziemlich knapp war. Hier der Original-Tweet vom 3. November:


Der VDA drängt auf Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität – EU will Verbrenner ab 2025 so gut wie verbieten

VDA-Präsidentin Hildegard Müller ergreift die Initiative, die Angela Merkel bzw. die Bundesregierung längst hätte ergreifen müssen. E-Mobilität-Traumtänzerin Angela Merkel hat sich zwar längst von ihrer illusorischen Wunschvorstellung verabschieden müssen, im Jahr 2020 eine Million Batterie-elektrische Autos auf deutschen Straßen zu haben, aber nicht viel getan, um die wichtigste Rahmenbedingung dafür zu schaffen: eine Lade-Infrastruktur aufzubauen. Das Vorhaben der EU-Kommission, Verbrenner durch technisch nicht machbare Vorgaben praktisch zu verbieten, wird vom VDA hart kritisiert.

Hildegard Müller prescht nun vor, den hochfliegenden Elektrophantasien auf die Beine zu helfen. „Ich möchte deshalb einen Ladesäulen-Gipfel mit allen Beteiligten, mit der Energiewirtschaft, der Wohnungswirtschaft, der Mineralölindustrie, mit den Flughäfen, Parkhaus- und Tankstellenbetreibern, natürlich auch mit Bund, Ländern und Kommunen, und das noch vor Weihnachten.“ Damit setzt die VDA-Präsidentin ein Signal zum nächste Woche anstehenden „Autogipfel“ und die Regierung unter Druck, diese Initiative zu unterstützen.


Kia XCeed Plug-in Hybrid: Sparsam auf der Zeitgeist-Welle

Immer öfter tauchen SUV auf, die ein E im Kennzeichen tragen. Was als Hinweis auf ein Elektromobil verstanden werden kann, bedeutet aber nicht, dass ohne Verbrennungsmotor gefahren wird. Plug-in-Hybride sind groß im Kommen, weil viele Kunden gerne auf Elektromobilität umsteigen möchten, aber auf eine eigentlich unbeschränkte Reichweite nicht verzichten wollen. Der Verbrenner an Bord macht die panische Suche nach einer Ladestation obsolet. Der Kia XCeed Plug-in Hybrid trifft voll auf den automobilen Zeitgeist.

 


„Wir sind dabei unsere Automobilindustrie zu ruinieren und damit auch das Herzstück der deutschen Wirtschaft“

Mobil in Deutschland e.V. im Interview mit Prof. Dr. Hans-Werner Sinn:

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn ist einer der bekanntesten Wirtschaftsforscher in Deutschland und war viele Jahre Präsident des renommierten ifo-Instituts. Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V., hat die deutsche „Koryphäe der Volkswirtschaftslehre“ jetzt vor kurzem in München getroffen und aktuelle Fragen zu Auto, Mobilität und Politik gestellt:

Dr. Michael Haberland: Was war Ihr erstes Auto?


Neues aus der Gerüchteküche: Kommt ein neues BMW-Magazin oder kommt es nicht?

Die Kundenkommunikation mit gedruckten Magazinen ist für die deutschen Autohersteller seit Jahren ein höchst volatiles Instrument. Wenn Krise angesagt ist, werden Budgets gekürzt oder Magazine ganz eingestellt. Manchmal werden sie nur noch digitalisiert im Netz angeboten. Allerdings wird durch die Marktforschung immer wieder bestätigt, dass gedruckte Instrumente zur Kundenbindung wichtig sind.

Wie der renommierte Branchen-Informationsdienst LOUT jetzt berichtet, scheint BMW gerade dabei zu sein, über ein neues Print-Magazin nachzudenken. Siehe auch https://lout.plus/Experten/BMW-Magazin-alleine-stemmen-oder-bleiben-lassen.html