Mit großem Vorsprung verdienter Sieger: Der VW Passat ist „Car oft the Year 2015“

Auszeichnungen für Automobile gibt es viele. Aber nur wenige ernsthafter Natur, will heißen: die ernst genommen werden. Dass dieses Jahr der neue VW Passat die begehrte Trophäe „Car oft the Year“ erhalten hat, dürfte den heute in Genf stattfindenden traditionellen Volkswagen-Konzernabend krönen. Dieser Sieger hat es wirklich verdient.

Volkswagen Passat R-Line

Mit dem neuen Passat in die Oberklasse

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, erklärte VW-Chef Martin Winterkorn in Genf. „Mit dem neuen Passat ist es uns erneut gelungen, ein Auto zu entwickeln, das technologisch und qualitativ die Maßstäbe in seiner Klasse setzt. Diese Auszeichnung ist eine großartige Bestätigung für die Arbeit unserer Ingenieure, Designer und der gesamten Mannschaft.“

Volkswagen Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer sagte: „Dieser Preis hat eine besondere Bedeutung für uns, da er von unabhängigen internationalen Fachjournalisten verliehen wird. Zudem hat die Auszeichnung bekanntermaßen einen hohen Stellenwert für unsere Kunden.“

„Car oft he Year“ ragt wirklich heraus aus der inflationären Fülle von Auto-Auszeichnungen. Da fällt es als Leser oder Konsument schwer, bei den kommunizierten Preisen in der Werbung die Spreu vom Weizen zu trennen. Das Problem vieler Preise ist, dass sie bzw. die Juroren nicht nur einen Preisträger küren, sondern erste Preise in zig Kategorien mit der Gieskanne verteilen. So dass am Ende jeder Hersteller in seiner Werbung einen Preisträger aus dem eigenen Portfolio zu verkünden hat.

Beim „Car oft he Year“ gibt es nur einen Sieger, der von einer Jury aus 58 Fachjournalisten gewählt wird. 1963 auf Initiative des „stern“ mit sechs weiteren Zeitschriften ins Leben gerufen, wurden im Laufe der Jahre aber nicht nur Superautos gekrönt, sondern auch absolute Gurken, die auf dem Markt mit Pauken und Trompeten durchgefallen sind. Den Anfang der Siegerliste machte der Rover 2000, der mehr Mängel aufwies als gewonnene Jury-Punkte. Es folgte 1965 der Austin 1800 – auch kein Ruhmesblatt für den britischen Fahrzeugbau.

Interessant ist, dass Mercedes-Benz nur einmal als Sieger in Erscheinung trat: 1974 mit dem 450 SE. Dass BMW in der Sieger-Liste völlig fehlt, hat den Erfolg der Marke nicht gebremst. Das Gleiche gilt für Porsche. Ein Beweis dafür, dass solche Auszeichnungen nicht ganz so ernst genommen werden sollten, wie die Autofirmen in ihrer Werbung kund tun – wenn sie gewonnen haben. Beim „Car oft the Year“ wird keine Anzeige des Zweit- oder Drittplatzieren geschaltet.

Und außerdem: Die Kunden haben ihre eigene Vorstellung von einem guten Produkt.

Auffallend auch, dass es vor allem kleinere Fahrzeuge sind, die bei „Car oft he Year“ erfolgreich abschneiden. Heute und in Zukunft wird es sicher keinen Sieger geben, den man in der oberen Luxus-Kategorie einordnen könnte. Die Juroren aus 22 Ländern sind geprägt vom europäischen NFZ-Fahrzyklus, vom Verbrauch, bei der Punktevergabe nicht unbedingt für technische Meisterleistungen zu begeistern. Selbst der großartigste BMW, Mercedes oder Audi der Oberklasse hat heute keine Chance, den gesetzlichen CO2-Vorgaben zum Trotz beim Car-of-the-Year-Award zu gewinnen. Die Jury-Journalisten wählen EU-konform. Das ist keine böse Absicht und hat keinen ideologischen Hintergrund, sondern wird auf Befragen mit der heute gebotenen Vernunft begründet.

Fiat hat diese Auszeichnung neun Mal gewonnen, Renault sechs Mal, Ford fünf Mal, Opel und Peugeot je viermal, Citroën und VW je drei Mal; Alfa Romeo, Audi, Nissan, Rover, Simca und Toyota je zwei Mal. Der VW Golf gewann ebenfalls zweimal (1992 und 2013).

Und wenn ein Auto den Preis zu Recht bekommen hat, dann ist es uneingeschränkt der neue VW Passat. Dies wird auch in dem klaren Vorsprung mit 340 Punkten der Jury deutlich. Der zweite Platz ging mit 248 Punkten an den Citroen C4 Cactus, auf den dritten Platz kam die Mercedes C-Klasse mit nur 221 Punkten. Selbst hier wird deutlich, dass der Passat zum Top-Premiumprodukt geworden ist und die C-Klasse in den Augen der Juroren deutlich hinter sich gelassen hat. Auf dem Markt dürften beide Modelle erfolgreich bleiben. Es folgen der Ford Mondeo (203 Punkte), Nissan Qashqai (160 Punkte), BMW 2er Active Tourer (154 Punkte) und der Renault Twingo mit 124 Punkten.

Mit dem Passat hat VW zweifellos einen großen Sprung in die oberen Regionen der Automobilwelt geschafft. Design-Professor Paolo Tumminelli sagt in DESIGNERS DISCOVERY zum neuen Passat: „Ein Auto, das man eigentlich von Mercedes erwarten würde.“ Mehr Lob geht nicht.

 

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