Artikel von Peter Groschupf

Tricky Tesla

Warum Tesla auf mehr als eine Milliarde Euro Staatszuschuss verzichten muss, obwohl der zuvor beantragt worden ist. Elon Musk gibt den Gutmenschen.

Von Harald Kaiser

Der Herr macht mal wieder mächtig Eindruck – jedenfalls bei jenen oftmals kritiklo-sen Bewunderern, die ohnehin an seinen Lippen hängen. Die glauben, er sei ehr-lich. Vor kurzem hat der ebenso schillernde wie unberechenbare Tesla-Chef und Elektroautoguru Elon Musk getwittert, dass er für den Aufbau einer eigenen Batte-rieproduktion seiner neuen Autofabrik in Grünheide/Brandenburg auf 1,1 Milliarden Euro Staatsknete verzichtet. Der nicht formulierte Subtext dazu dürfte wohl lauten: Das haben wir nicht nötig.


auto, motor und sport: überraschend subtil autokritisch

Überraschend, wie sich selbst das ehemalige Zentralorgan der Vollgas-Freunde „auto motor und sport“ subtil autokritisch geriert. Manches könnte auch in der nachgerade autofeindlichen „taz“ stehen.

Da schreibt zu meiner Verblüffung Digital-Chefredakteur Jochen Knecht im Moove-Letter ein wenig polemisch gegen die Äußerungen des designierten Verkehrsminister Volker Wissing an. Der habe „Diesel-Nebelkerzen“ geworfen. Knecht schreibt: „Dass er sich als Anwalt der Autofahrer sieht, entspringt zwar lediglich der Interpretation der Kollegen vom SPIEGEL, sein Ansatz, die Kfz-Steuer für Diesel-Fahrzeuge zu senken, um die Belastungen durch die aktuell hohen Energiepreise zumindest teilweise auszugleichen, sorgt aber erwartungsgemäß für reichlich Frust beim Rest der Ampel-Parteien.“


Vom schönen Schein des Elektroautos

Kommentar von Peter Schwerdtmann

Jeder zweite Deutsche will schon beim nächsten Autokauf „auf Strom“ setzen, meldete jetzt der Energieerzeuger E.ON Energie Deutschland das Ergebnis seiner Umfrage. Am selben Tag berichtet „strategy&“, ein Teil des amerikanischen Analyse- und Prognose Netzwerks PwC: „Der E-Auto-Marktanteil in Deutschland verdoppelt sich in den ersten drei Quartalen.“ Dutzende andere Umfragen kommen zu ähnlichen Ergebnissen – alles Realität oder der Versuch, die Realität zu gestalten? Wunschdenken oder selbsterfüllende Prophezeiung?



VW Golf GTD: Es lebe der Diesel, besonders dieser!

Modelle wie der Golf GTD müssten politisch korrekt eigentlich verboten werden. Weil sie jeden Gedanken an ein elektrisch angetriebenes Batterie-Mobil ad absurdum führen.

Dass sich Volkswagen mit diesem Modell die Strategie zur Elektromobilität kaputt macht, ist allerdings nicht zu erwarten. Aber klar ist auch: Wer sich heute einen Golf GTD zulegt, kann trotz steigender Kraftstoffpreise sicher sein, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Auch im Sinne der Umwelt.


J.D. Powers-Studie zur Kundenzufriedenheit: Tesla-Qualität: mies, Gag: top – Auch Audi lässt nach

Tesla bietet zwar einen Einbruchschutz wie sonst nur der 007-Dienstwagen, liegt aber in der Macken-Hitliste weit hinten. Noch enttäuschender ist Audi.

Von Harald Kaiser

Ist es nur ein Gimmick oder eine sinnvolle Sache? Es geht um die neuartige Fernüberwachung bei Tesla-Autos, die einen Hauch James Bond-Glamour besitzt und die man eher am Aston Martin des ewigen Agenten vermuten würde. Denn der Tesla-Fahrer kann mithilfe der neuerdings freigeschalteten Remote-Funktion über eingebaute Kameras im Auto die unmittelbare Umgebung des E-Mobils kontrollieren. Und zwar per Mobilfunk bequem von zuhause, aus dem Büro, vom Restaurant oder von sonstwo. „Sentry Mode Live Camera Access“ heißt die Technik (übersetzt etwa: Überwachungsmodus mit Live-Kamerazugriff).


BMW-Chef Oliver Zipse lässt Spiegel-Inquisition ins Leere laufen

BMW-Chef Oliver Zipse ist kein Opportunist. Im Spiegel-Interview zeigt er Rückgrat und lässt die beiden Spiegel-Redakteure mit ihren voreingenommenen Fragen ins Leere laufen. Obwohl sich auch BMW dem oktroyierten Druck zur E-Mobilität nicht entziehen kann, macht Zipse klar, dass der politisch gewünschte Wandel zur E-Mobilität nicht erzwungen werden kann.

Oliver Zipse räumt ein, dass er neben einem vollelektrischen iX auch einen 7er mit Verbrennungsmotor fährt. Auf die Frage, ob er seinen Kunden angesichts steigender Benzinpreise empfehlen würde, auf E-Mobilität umzusteigen, weist er darauf hin, dass auch die Strompreise steigen. Eine vorzeitige Festlegung auf eine einzige Antriebsart wäre ein Fehler. Es gelte den gesamten CO2-Fußabdruck eines Autos über die gesamte Lieferkette, der Produktion bis zur Entsorgung zu betrachten. BMW wolle den CO2-Fußabdruck bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 2019 senken. Bis 2030 wolle BMW weltweit 50 Prozent des Absatzes mit reinen E-Autos bestreiten. Der Erfolg der E-Mobilität hänge zudem vom Ausbau der Ladeinfrastruktur ab, die aktuell fünfmal schneller wachsen müsste.


Diess und das

Tempo, Tempo! Wie stark Volkswagen inzwischen unter Strom steht und wie VW-Konzernchef Herbert Diess seine Entwickler unter Druck setzt.

Von Harald Kaiser


Unglaublich, aber wahr: Ampel-Koalition hält am Verbrennungsmotor fest!

Während sich fast alle Medien auf die angeblich sensationelle Mitteilung fokussieren, dass es mit einer Ampel-Koalition kein allgemeines Tempolimit geben soll, übersehen sie die wirkliche Sensation: Es soll kein Aus für den Verbrennungsmotor geben!!

Diese im Vereinbarungs-Text versteckte wirkliche Sensation ist anscheinend niemandem wirklich aufgefallen. Durchgedrückt von FDP-Chef Christian Lindner, der sich immer für Technologie-Offenheit ausgesprochen hat, besagt dieser Satz, dass Verbrenner bis in alle Ewigkeit weiter zugelassen werden, solange sie mit synthetischem Kraftstoff betrieben werden. Drumherum ein bisschen Geschwafel vom „Leitmarkt Elektromobilität“ usw. Das Elektrogeschwurbel soll wohl davon ablenken, dass der Verbrennungsmotor, ob als Diesel oder Otto-Motor, weiterleben darf. Das ist gut so!


Klimaziele sind ohne synthetischen Kraftstoff nicht zu erreichen

Kommentar von Peter Schwerdtmann

Ohne synthetische Kraftstoffe sind die Klimaziele nicht zu erreichen. Dieser Auffassung sind übereinstimmend die Referenten des 15. Berliner Automobildialogs, der heute vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) als online-Diskussion ausgerichtet wurde. Da auch ein eventuelles Verbot für Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren nur geringfügige Auswirkungen auf die bis dahin erreichte Flotte an Bestandsfahrzeugen hätte, sei der Ausbau der so genannten E-Fuels dringend erforderlich.



Volkswagen ID Life: Der Kleinwagen aus der Zukunft

Zwei Jahre früher als angekündigt will Volkswagen nun schon 2025 die ID-Familie um einen ersten Kleinwagen ergänzen. Als ersten Ausblick auf ein solches Fahrzeug stellt das Unternehmen nun die Crossover-Studie ID Life vor, die mit ihrer Kombination von nachhaltigen Elementen und Digitalisierung gezielt eine junge urbane Zielgruppe ansprechen soll. Das Crossover-Modell mit vier Türen, großer Heckklappe, erhöhter Sitzposition und variabel nutzbarem Innenraum soll als Einstiegsmodell „Accelerate“ zwischen 20.000 und 25.000 Euro kosten.


Die Stimmungsmacher: Wie schnell wir Studien- oder Umfrageergebnisse auf den Leim gehen.

Von Harald Kaiser

Autos? Igitt, um Gotteswillen! Das ist das Fortbewegungsmittel von Uropa. Heute sind Lastenfahrräder angesagt. Für die soll es nach Ansicht der Grünen möglichst auch eine Kaufprä-mie geben – wenn die Herrschaften denn an der nächsten Bundesregierung beteiligt sein sollten. Geschafft haben sie aber schon mal, dass die Lastenfahrrad-Nummer Verbreitung in den Medien fand. Und damit haben sie auf alle Fälle die erhoffte Aufmerksamkeit bekommen.


IAA Mobility: No Country for old Cars

Dass die IAA nie wieder so sein wird wie in Frankfurt, dürfte jedem klar geworden sein. Die Veranstalter und Organisatoren der Münchner IAA Mobility haben mit dem neuen Konzept allerdings kommunikativ Hervorragendes geleistet. Angefangen von der Digitalisierung über brillant gestaltete Apps bis hin zu den externen Messe-Schauplätzen in der Innenstadt von München. Das neue Konzept ist zweifellos megacool. Warum die Autogegner, teilweise mit Gewalt gegen Polizeibeamte und albernen Abseilaktionen von Autobahnbrücken „Sand ins Getriebe“ streuen wollten, macht deutlich: Das Auto, egal wie grün es ist, soll abgeschafft werden.

Obwohl auf der IAA Mobility überwiegend die E-Mobilität und innovative Ideen präsentiert wurden und damit eigentlich den Wünschen der Autogegner entsprochen wurde, bleiben die Autogegner konsequent auf ihrer Linie, die individuelle Mobilität abschaffen zu wollen. „Das Auto als Verkehrsmittel muss verschwinden“, brüllte ein Aktivist auf der Theresienwiese, wo es auch zu massiven Rangeleien mit der gut vorbereiteten Münchner Polizei kam, die allerdings ziemlich toleranzbefreit agierte und Demo-Auswüchse zu verhindern wusste. Egal wie „grün“ die Autohersteller ihre Autos machen: „Das Auto muss abgeschafft werden“, war auf Spruchbändern zu lesen, während die IAA Mobility versuchte, in allen Hallen mit E-Mobilität zu punkten.


Frank Wald: Die IAA sollte nicht mehr IAA heißen

Immer peinlich, wenn rauskommt, dass man das, was man vorgibt zu sein, in Wahrheit gar nicht ist – exemplarisch zu sehen in jüngster Zeit an einigen unserer vermeintlich promovierten oder profilierten Politikerinnen und Politikern. Auch beim Besuch der diesjährigen IAA Mobility in München bleibt der Eindruck zurück, dass man sich hier mit fremden Federn schmückt. Denn im Gegensatz zur Messe-Bezeichnung – und vor allem im Vergleich zu den vergangenen Ausrichtungen in Frankfurt – wird diese Internationale Automobilausstellung weder ihrer Bezeichnung noch ihrem Anspruch gerecht.


Audi Skysphere-Konzeptstudie: Die Zukunft ist länger als die Vergangenheit

Die Audi-Vorstellung im kalifornischen Pepple Beach hätte Aufsehen erregender nicht sein können. Der Wow-Effekt verbreitete sich rund um das Exponat wie die Gravitationswellen des Urknalls über den berühmten Golf-Kurs, wo die automobile Medien- und Car-Guys-Szene jedes Jahr auf der Monterey Auto Week Designstudien bewundert und Oldtimer zu irrwitzigen Summen neue Besitzer finden.