Artikel von Peter Groschupf

Stellantis-Chef Carlos Tavares: Nicht die Industrie wollte Elektroautos, sondern die Politik

 

Wenn Politiker mit Fragen zu Sinn und Unsinn von Elektroautos konfrontiert werden, ist eine Antwort besonders häufig zu hören: Die Industrie habe sich längst  für die E-Mobilität entschieden, sie sei bereits „viel weiter“. Das stimmt so allerdings nicht. Die Industrie wird von der Politik dazu gezwungen, E-Mobilität zu favorisieren. Doch nun schert nach BMW ein weiterer Hersteller aus der Herde jener aus, die in der Batterie-Mobilität völlig unkritisch die allein selig machende Technologie sehen.

 


Hat Verkehrsminister Volker Wissing ein FDP-Wahlversprechen gebrochen?

FDP-Verkehrsminister Volker Wissing ist zwar nicht wirklich umgefallen, aber heftig gestolpert. Man kann schon von dilettantischer, ja tölpelhafter Kommunikation des Ministers sprechen, der eine brandheiße Äußerung schon einen Tag später im Bundestag wieder zurückholen musste. Wäre Zurückrudern eine olympische Disziplin, wäre Wissing ganz sicher Medaillen-Anwärter.

 

»Auf absehbare Zeit werden wir nicht genug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor zu betreiben«, sagte der Minister dem »Tagesspiegel« zur Rolle von mit Strom erzeugten synthetischen Kraftstoffen. Eigentlich eine knallharte Absage an den Verbrenner. Im Wahlprogramm der FDP hieß es noch: »Synthetische Kraftstoffe sind eine Alternative für alle Verkehrsarten, die in Verbrennungsmotoren verwendet werden können.“


Volkswagen wäre beinahe britisch geworden

75 Jahre ist es her, dass das Volkswagenwerk 1947 fast zur Kriegsbeute der Briten geworden wäre. Die weithin unbekannte Geschichte einer grandiosen Fehleinschätzung.

 

Von Harald Kaiser

 

Der Vorgang wurde wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Die Untersuchung der Briten, um die es ging, war industrie- und weltpolitisch höchst brisant. Keine der anderen drei Siegermächte des geschlagenen Deutschlands, die USA, die UdSSR und Frankreich, durfte kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs Wind von den Absichten bekommen. Sonst wären womöglich Begehrlichkeiten geweckt worden.


Audi S4 Limousine TDI: Was das Diesel-Herz begehrt

Jedes Mal, wenn ich im Audi S4 TDI Gas gebe, grüßt das Murmeltier. Es nickt mir zu und fragt: Was willst du mit einem Batterie-Auto, wenn dir dieser Diesel so viel Freude macht und dir in allen Autotester-Kriterien gnadenlos seine Qualitäten vor Augen führt? Nämlich: schier endlose Reichweite, einen euphorisierenden Beschleunigungs-Bums und bei all der Dynamik eine ausgeprägte Tankstellenphobie: Der Audi S4 TDI bietet also alles, was dein Autofahrer-Herz begehrt. Und selbst dein Umweltbewusstsein wird mit der strengen Abgasnorm Euro 6d zufrieden gestellt.

 


Trotz Trend zur E-Mobilität: ARAL rechnet 2030 noch mit 30 Millionen Verbrennern in Deutschland

Der Trend zur E-Mobilität ist teilweise eine Mogelpackung. Wenn auch Statistiken immer wieder behaupten, dass „E“ boomt, ist das nur vordergründig so. Denn viele Statistiken inkludieren Plug-in-Hybride, die ja im Alltag meistens von einem Verbrenner angetrieben werden. Ohne staatliche, besser stattliche Förderung wäre der Trend längst vorbei. Weil Technologieoffenheit gefragt ist, arbeitet ARAL intensiv sowohl am Ausbau von E-Ladesäulen als auch an E-Fuels für Verbrenner.

 


E-Power aus der Affalterbacher AMG-Schmiede

Rein elektrisch trumpfte AMG bei der Präsentation im kalifornischen Palm Springs auf: Die Hochleistungsexperten aus Affalterbach haben ein Spitzenmodell oberhalb des weiterhin angebotenen EQS 580 vorgestellt.

Der Mercedes-AMG EQS 53 4-Matic+ setzt sich aber deutlich ab – mit bissig dreinblickender Frontmaske samt vertikalen Zierstreben, 21- oder 22-Zoll-Rädern mit AMG-spezifischem Design sowie einer größeren Abrisskante am Heck.


Geländewagen für die Ewigkeit

Sechs Autos hat die Menschheit bisher auf den Mond geschossen. Eines fährt noch immer. Die Geschichte des irrwitzigen Wettlaufs um die Mond-Mobilmachung begann vor mehr als einem halben Jahrhundert.

Von Harald Kaiser

Nur 80 Meter? Das klingt nach einem Katzensprung, einem Klacks. Auf alle Fälle nach einer Distanz, die per Auto in einer Minute zurückgelegt werden kann. Jedenfalls, wenn man einen irdischen Maßstab anlegt. Nicht jedoch auf dem Mond mit seinen speziellen Bedingungen. Diesen lächerlich erscheinenden Trip hat das chinesische Mondauto Jadehase 2 vor sich. Es ist das einzige von sieben internationalen Fahrzeugen, das noch auf dem Erdtrabanten rumkurvt. Die anderen sechs aus den USA, aus Russland und ein weiteres aus China (Jadehase 1) sind inzwischen im Ruhestand.


Gibt es wirklich einen Trend zur E-Mobilität?

Ja, es gibt ihn, aber der Trend ist eine Mogelpackung. Wenn auch Statistiken immer wieder behaupten, dass „E“ boomt, ist das nur vordergründig so. Denn viele Statistiken inkludieren Plug-in-Hybride, die ja meistens von einem Verbrenner angetrieben werden, weil die Käufer die staatliche Prämie (müsste es nicht „stattliche Prämie“ heißen?) mitnehmen oder einfach nur ohne Reichweiten-Sorgen teilweise elektrisch fahren wollen.


Tricky Tesla

Warum Tesla auf mehr als eine Milliarde Euro Staatszuschuss verzichten muss, obwohl der zuvor beantragt worden ist. Elon Musk gibt den Gutmenschen.

Von Harald Kaiser

Der Herr macht mal wieder mächtig Eindruck – jedenfalls bei jenen oftmals kritiklosen Bewunderern, die ohnehin an seinen Lippen hängen. Die glauben, er sei ehrlich. Vor kurzem hat der ebenso schillernde wie unberechenbare Tesla-Chef und Elektroautoguru Elon Musk getwittert, dass er für den Aufbau einer eigenen Batterieproduktion seiner neuen Autofabrik in Grünheide/Brandenburg auf 1,1 Milliarden Euro Staatsknete verzichtet. Der nicht formulierte Subtext dazu dürfte wohl lauten: Das haben wir nicht nötig.


auto, motor und sport: überraschend subtil autokritisch

Überraschend, wie sich selbst das ehemalige Zentralorgan der Vollgas-Freunde „auto motor und sport“ subtil autokritisch geriert. Manches könnte auch in der nachgerade autofeindlichen „taz“ stehen.

Da schreibt zu meiner Verblüffung Digital-Chefredakteur Jochen Knecht im Moove-Letter ein wenig polemisch gegen die Äußerungen des designierten Verkehrsminister Volker Wissing an. Der habe „Diesel-Nebelkerzen“ geworfen. Knecht schreibt: „Dass er sich als Anwalt der Autofahrer sieht, entspringt zwar lediglich der Interpretation der Kollegen vom SPIEGEL, sein Ansatz, die Kfz-Steuer für Diesel-Fahrzeuge zu senken, um die Belastungen durch die aktuell hohen Energiepreise zumindest teilweise auszugleichen, sorgt aber erwartungsgemäß für reichlich Frust beim Rest der Ampel-Parteien.“


Vom schönen Schein des Elektroautos

Kommentar von Peter Schwerdtmann

Jeder zweite Deutsche will schon beim nächsten Autokauf „auf Strom“ setzen, meldete jetzt der Energieerzeuger E.ON Energie Deutschland das Ergebnis seiner Umfrage. Am selben Tag berichtet „strategy&“, ein Teil des amerikanischen Analyse- und Prognose Netzwerks PwC: „Der E-Auto-Marktanteil in Deutschland verdoppelt sich in den ersten drei Quartalen.“ Dutzende andere Umfragen kommen zu ähnlichen Ergebnissen – alles Realität oder der Versuch, die Realität zu gestalten? Wunschdenken oder selbsterfüllende Prophezeiung?



VW Golf GTD: Es lebe der Diesel, besonders dieser!

Modelle wie der Golf GTD müssten politisch korrekt eigentlich verboten werden. Weil sie jeden Gedanken an ein elektrisch angetriebenes Batterie-Mobil ad absurdum führen.

Dass sich Volkswagen mit diesem Modell die Strategie zur Elektromobilität kaputt macht, ist allerdings nicht zu erwarten. Aber klar ist auch: Wer sich heute einen Golf GTD zulegt, kann trotz steigender Kraftstoffpreise sicher sein, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Auch im Sinne der Umwelt.


J.D. Powers-Studie zur Kundenzufriedenheit: Tesla-Qualität: mies, Gag: top – Auch Audi lässt nach

Tesla bietet zwar einen Einbruchschutz wie sonst nur der 007-Dienstwagen, liegt aber in der Macken-Hitliste weit hinten. Noch enttäuschender ist Audi.

Von Harald Kaiser

Ist es nur ein Gimmick oder eine sinnvolle Sache? Es geht um die neuartige Fernüberwachung bei Tesla-Autos, die einen Hauch James Bond-Glamour besitzt und die man eher am Aston Martin des ewigen Agenten vermuten würde. Denn der Tesla-Fahrer kann mithilfe der neuerdings freigeschalteten Remote-Funktion über eingebaute Kameras im Auto die unmittelbare Umgebung des E-Mobils kontrollieren. Und zwar per Mobilfunk bequem von zuhause, aus dem Büro, vom Restaurant oder von sonstwo. „Sentry Mode Live Camera Access“ heißt die Technik (übersetzt etwa: Überwachungsmodus mit Live-Kamerazugriff).


BMW-Chef Oliver Zipse lässt Spiegel-Inquisition ins Leere laufen

BMW-Chef Oliver Zipse ist kein Opportunist. Im Spiegel-Interview zeigt er Rückgrat und lässt die beiden Spiegel-Redakteure mit ihren voreingenommenen Fragen ins Leere laufen. Obwohl sich auch BMW dem oktroyierten Druck zur E-Mobilität nicht entziehen kann, macht Zipse klar, dass der politisch gewünschte Wandel zur E-Mobilität nicht erzwungen werden kann.

Oliver Zipse räumt ein, dass er neben einem vollelektrischen iX auch einen 7er mit Verbrennungsmotor fährt. Auf die Frage, ob er seinen Kunden angesichts steigender Benzinpreise empfehlen würde, auf E-Mobilität umzusteigen, weist er darauf hin, dass auch die Strompreise steigen. Eine vorzeitige Festlegung auf eine einzige Antriebsart wäre ein Fehler. Es gelte den gesamten CO2-Fußabdruck eines Autos über die gesamte Lieferkette, der Produktion bis zur Entsorgung zu betrachten. BMW wolle den CO2-Fußabdruck bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 2019 senken. Bis 2030 wolle BMW weltweit 50 Prozent des Absatzes mit reinen E-Autos bestreiten. Der Erfolg der E-Mobilität hänge zudem vom Ausbau der Ladeinfrastruktur ab, die aktuell fünfmal schneller wachsen müsste.


Diess und das

Tempo, Tempo! Wie stark Volkswagen inzwischen unter Strom steht und wie VW-Konzernchef Herbert Diess seine Entwickler unter Druck setzt.

Von Harald Kaiser