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Audi S5 Coupé: Schön, schnell und teuer

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Es ist das alte Dilemma: Ein Coupé bietet genau genommen weniger Auto und kostet deutlich mehr als eine Limousine. So auch das Audi S5 Coupé. Warum Coupés trotz ihrer Nachteile so beliebt sind? Die Marktforschung weiß es genau: Coupés sind Automobile, die mehr Eleganz ausstrahlen. Sie sind das exklusive Outfit für Individualisten.

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Das Audi S5 Coupé bietet sportliche Dynamik und viel Komfort               Fotos: Audi AG

Beim Audi S5 Coupé kommt diese Eleganz sehr zurückhaltend daher. Sie trifft auf den Geschmack jener Menschen trifft, die nach außen eher Bescheidenheit demonstrieren wollen. Und weil in dem neudeutschen Begriff vom Understatement eben auch ein Statement steckt, ist es das Signal, dass hier ein Mensch mit gutem Geschmack ausgewählt und gekauft hat, der substanzielle Ästhetik exaltierter Formensprache vorzieht.

Coupés sind trotz des höheren Preises sehr gefragt

Keine Frage, dass Coupés gefragt sind wie nie. Nicht nur bei Audi. Dort hatte man 2007 die erste Generation dieser Baureihe auf den Markt gebracht und weltweit bis zur Vorstellung des Nachfolgers 330.000 Stück verkauft. Das die vor kurzem präsentierte zweite Generation des A5 Coupés ebenso erfolgreich werden dürfte, darf durchaus als gesichert gelten.

Unsere Erfahrung vorweg: Das von uns getestete S5 Coupé hat uns nicht enttäuscht, sondern begeistert. Das einzig wahrgenommene Problem sind die großen, weit aufschwingenden Türen, die in unseren engen Garagen sehr vorsichtig geöffnet werden müssen, um nicht an der Wand anzustoßen. Das nimmt der Coupé-Fan aber gerne in Kauf, zumal wenn alle anderen Kriterien durchaus positiv gewertet werden können. Und da sticht beim S4 natürlich sein sportlicher Charakter heraus: 0 auf 100 km/h in 4,7 Sekunden sind ein Wert, der ganz klar Sportwagen-Maßstäben entspricht.

Dabei zeigt sich der Turbo-V6-Motor mit seinen 354 PS in Sachen Leistungsentfaltung von einer ziemlich brachialen Seite. Der Dreiliter-TFSI-Treibsatz dreht willig hoch und hat gegenüber dem Vorgänger mit einem Plus von 60 Newtonmetern deutlich an Drehmoment gewonnen, das mit 500 Newtonmetern schon ab 1.370 U/min zur Verfügung steht und bis 4.500 U/min eine enorme Bandbreite bietet, die jederzeit spürbar, sprich abrufbar ist. Ständig präsent außerdem: der sportliche Motor-Sound, der wohltuend aufs Trommelfell trifft und sehr gesund nach Leistung klingt.




Der Verbrauch ist für ein Sportcoupé und 354 PS durchaus angemessen

Weil es Spaß macht, diese Dynamik auszukosten, muss dafür an der Tankstelle bezahlt werden. Obwohl der Verbrauch um fünf Prozent gesunken sein soll und mit 7,3 Liter angegeben wird, lag unser Verbrauch mit schnellen Autobahnfahrten und viel Stadtverkehr laut Bordcomputer immer zwischen 9,5 und 10,5 Liter. Für ein Sportcoupé mit 354 PS ein durchaus akzeptabler Wert.

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Dynamic photo, Colour: Misano Red

Das Coupé entspricht in Sachen Fahrdynamik allen Erwartungen, die man an einen Sportwagen stellen kann. Die Lenkung ist sehr direkt und spricht spontan an. Der Fahrer ist immer Herr der Lage, auch im Grenzbereich in schnellen Kurven ist das Feedback übers Lenkrad unmittelbar spürbar. Weil der Fahrer die Dämpferregelung des Fahrwerks nach Lust und Laune per Tastendruck zwischen komfortabel und sportlich straff variieren kann, bietet das neue S5 Coupé dem Fahrer die ganze Bandbreite an bedarfsgerechten Einstellungen zwischen Rennstrecke, Landstraße und Boulevard.

Die Acht-Gang-Tiptronic schaltet traumhaft schnell und weich

Die Achtgang-tiptronic und der im S5-Coupé serienmäßige quattro-Allradantrieb verteilen die Kraft des Triebwerks sehr flüssig an die vier Räder. Die optionale „ultra“-Technologie orchestriert die Leistungsverteilung des quattro-Antriebs blitzschnell von Zweirad- auf Vierradantrieb und sorgt so für mehr Effizienz gegenüber permanentem Allradantrieb. Die „ultra-Technologie“ spart immerhin 0,3 Liter, weil der Allrad nur dann zugeschaltet wird, wenn es wirklich nötig ist. Der Fahrer spürt nichts davon, hat die Vorteile des Allradantriebs ohne den Nachteil des Mehrverbrauchs.

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Der Innenraum präsentiert sich wie üblich in perfekter Qualität

Der Innenraum präsentiert sich wie bei Audi gewohnt in hochwertiger Verarbeitungsqualität, in perfekter Ergonomie und in wohltuender Darstellung. Immer ein Highlight: Das „virtual cockpit“ mit dem hoch auflösendes 12-Zoll-Display Im Blickfeld hinterm Lenkrad in Zusammenspiel mit der MMI Navigation plus und dem 8-Zoll-Monitor auf der Mittelkonsole bildet eine zentrale Informationseinheit. Dass sich ein so komplexes System so intuitiv bedienen lässt, verblüfft uns immer wieder. Auch wer zum ersten Mal in einem Audi sitzt, wird sich schnell in der Menü-Struktur zurechtfinden. Dass die weiter entwickelte Sprachsteuerung nun auch „Umgangssprache“ versteht und Anweisungen des Fahrers weitgehende fehlerfrei umsetzt, ist bemerkenswert. Selbstverständlich kann der Fahrer davon ausgehen, dass das Fahrzeug mit seinem smart-Phone nicht nur schnell verbunden ist, sondern der Fahrer per „Apple Car Play“ oder „Android Auto“ weitgehend auf die Funktionen seiner Apps zugreifen kann.




Der vorausschauende Effizienz-Assistent verhindert zu schnelles Fahren

Was uns immer wieder wirklich begeistert, ist ein Feature, das mit „Prädiktiver Effizienzassistent“ irgendwie unzutreffend und technokratisch beschrieben ist. Dass das System das Fahrzeug vor Kurven automatisch abbremst ist das eine, dass es aber hilft, Punkte in Flensburg zu vermeiden, das wichtigere Element. Wie oft fährt man unkonzentriert, ohne auf das aktuelle Tempolimit zu achten. Dieser Assistent mit kamerabasierter Verkehrszeichenerkennung registriert auch die Einfahrt in eine Ortschaft und drosselt die Geschwindigkeit automatisch. Aber nur, wenn der Fahrer das System vorher aktiviert hat. Das System will nicht bevormunden, sondern nur assistieren. Für uns ein echtes Must have!

Technische Daten Audi S5 Coupé 3.0 TFSI quattro tiptronic:

zweitüriges Sport-Coupé, Länge: 4,69 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,37 Meter, Radstand: 2,76 Meter, Leergewicht: 1.615 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 465 Liter, Tankinhalt: 58 Liter, Motor: V-6-Zylinder-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 2995 ccm, Leistung: 354 PS zwischen 5.400 und 6.400 U/min, max. Drehmoment: 500 Newtonmeter zwischen 1.370 – 4.500 U/min, 0 – 100 km/h: 4,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Verbrauch kombiniert: 7,3 Liter Super/100 km, CO2-Emission kombiniert: 170 g/km, Preis ab: 62.500 Euro.


Der neue Audi Q5 quattro mit „ultra-Technologie“: Allrad nur, wenn´s nötig ist

Die zweite Generation des Audi Q5 kommt in Kürze auf den Markt und wartet mit interessanten Weiterentwicklungen auf. Eine davon ist das Paradoxon „quattro ultra“, der Allradantrieb, der meistens nur mit zwei (!) angetriebenen Rädern unterwegs ist.

Auf der Suche nach jeder Möglichkeit zur Verbrauchsreduzierung sind die Audi-Ingenieure ausgerechnet beim Allrad-Markenkern „quattro“ fündig geworden. Weil auch der beste Allradantrieb mehr Kraftstoff verbraucht als ein „Zweiradler“, wird der quattro-Vierradantrieb im modellgepflegten Q5 nur dann zugeschaltet, wenn es nötig ist. Auf unserer Testfahrt in Mexiko, dem Land, in dem der Q5 vom Band rollt, reichten meistens zwei angetriebenen Vorderräder. Nur wenn der Untergrund in sandigem Gelände rutschig wurde, schaltete quattro ultra blitzartig, genau in 200 Millisekunden auf Allradantrieb um. Der Fahrer spürt davon nichts und kann sich darauf verlassen, immer dann vier angetriebene Räder unter sich zu haben, wenn es dem sicheren Vorankommen dient. So ungewöhnlich es auch erscheinen mag, dass der Allradantrieb meistens ungenutzt bleibt, so effizient wirkt sich das von Audi Ultra-Technologie genannte quattro-Konzept aus.





Testfahrt in Mexiko, wo der Q5 gebaut wird

Laut Audi bringt allein dieses Detail einen Verbrauchsvorteil von 0,3 Litern auf 100 Kilometer. Das erscheint wenig zu sein, aber auf der Suche nach Verbrauchssenkungen zählt jeder Zehntelliter. Beeindruckt hat uns das System auf unwegsamen und sandigen Pisten. Der quattro-Antrieb mit der so genannten „ultra-Technologie“ sorgt wenn nötig für permanenten Allrad-Grip einerseits, aber auch für effizienten Antrieb über die beiden Vorderräder, wenn der Untergrund ausreichend griffig ist. Es ist also kein Widerspruch, wenn Audi seinen quattro-Antrieb in einigen Varianten des Q5 so oft wie möglich als Fronttriebler dahin rollen lässt.

Audi wirbt mit Nutzwert-Umkehr

Interessant ist die Werbung für die „quattro ultra-Technologie“. Gewissermaßen eine Art Nutzwert-Umkehr. Denn in der Kampagne „Wo ein Q ist, ist auch ein Weg“ wird das Zu- beziehungsweise Abschalten des quattro so beschrieben: „Bei Bedarf wechselt er von Vier- auf Zweiradantrieb…“ Welcher Bedarf sollte es denn sein, der mit zwei angetriebenen Rädern besseren Vortrieb bietet als der Vierradantrieb? Hier haben sich die Werbe-Gurus vergaloppiert, weil es schwer fällt, dem Kunden zu sagen, dass Allradantrieb nur selten vonnöten ist. Tatsächlich funktioniert die „ultra-Technologie“ umgekehrt: Immer wenn es rutschig wird, schaltet der ultra-Antrieb blitzartig auf Allrad um.

Im Vergleich zum Vorgänger hat der Q5 in allen Dimensionen leicht zugelegt, abgenommen hat er aber um bis zu 90 Kilogramm an Gewicht. Der Zuwachs an Größe ist im Innenraum deutlich spürbar. Fünf Personen können sehr kommod reisen, wenngleich die Nutzung des 5. Platzes in der Mitte der hinteren Sitzbank immer von Einschränkungen begleitet ist. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist wie gewohnt außerordentlich ergonomisch gestaltet. Die Bedienbarkeit der Systeme erscheint nur auf den ersten Blick kompliziert, die Logik der Funktionen und ihre Systematik ist schnell erlernbar; das Lesen der Bedienungsanleitung ist eigentlich überflüssig, will man nicht in die Tiefen der elektronischen Möglichkeiten eintauchen.

Q5-Cockpit in gewohnter Audi-Qualität Fotos: Audi AG

Q5-Cockpit in gewohnter Audi-Qualität Fotos: Audi AG

Der neue Q5 ist ein spürbarer Fortschritt. Mehr Platz im Innenraum, mehr Raum für Gepäck, mehr Fahrdynamik und Komfort sowie die weiterentwickelten Assistenten summieren sich zum Prädikat Klassenbester. Dabei steckt der Fortschritt nicht nur in unwesentlichen Details wie ein beheizbares Lenkrad oder Sitzen mit pneumatischer Massagefunktion. Das bereits aus anderen Audi-Modellen bekannte virtual cockpit mit dem hochauflösenden 12-Zoll-Bildschirm ist schlicht großartig. Nun gibt es die „Persönliche Routenassistenz“ auch im Q5. Das Navigationssystem lernt regelmäßig gefahrene Strecken und errechnet Vorschläge für eine optimierte Routenplanung.




Der WLAN-Hotspot kann acht Mobilgeräte bedienen

Manchmal scheint „Vorsprung durch Technik“ die Ingenieure auch zu überflüssigen Gimmicks hinzureißen: Die Möglichkeit, über den integrierten WLAN-Hotspot mit bis zu acht mobilen Geräten online gehen zu können, dürfte eher selten ausgenutzt werden. Die im Baustein Audi Connect vorhandene fest installierte SIM-Karte inklusive Datenflatrate und Roaming-Fähigkeit in Europa, ist allerdings sehr sinnvoll, auch wenn sie nur von einem smart-Phone genutzt wird. Die Kosten für verschiedene, europaweit nutzbare Datenpakete sind überraschend überschaubar und ein attraktives Extra. Dass der Fahrer seinen Kalender vom Smartphone auf den MMI-Bildschirm übertragen kann, ist ebenfalls ein verbraucherfreundliches Detail.

Immer mehr Assistenten können als Vorboten fürs autonome Fahrer interpretiert werden. Der prädiktive Effizienzassistent geht – wenn der Fahrer es wünscht – vom Gas, wenn eine Kurve das sinnvoll erscheinen lässt oder ein Ortsschild zum Einhalten des 50-km/h-Limits mahnt. Das System spart nicht nur Kraftstoff, sondern verhindert auch Einzahlungen auf das Flensburger Punkte-Konto. Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung halten wir für eines der herausragenden Features, das in keinem Auto mehr fehlen sollte. Der Stauassistent macht das Rollen im zähfließenden Verkehr zu einer relativ entspannten Angelegenheit.

Fünf Motoren zwischen 150 und 286 PS im Angebot

Die Q5-Varianten kommen in Europa mit fünf Motoren mit Leistungen zwischen 150 und 286 PS auf den Markt. Die vier Diesel und der FSI-Benziner leisten bis zu 27 PS mehr als die Vorgänger-Triebwerke, sind aber gleichzeitig sparsamer geworden. Der Zweiliter TFSI leistet beispielsweise 252 PS, kommt aber mit normierten 6,8 Litern aus. Bei unserer Testfahrt lagen wir laut Bordcomputer zwischen 8,8 und 9,7 Liter, was angesichts der gebotenen Leistung akzeptabel ist.

Dem Fahrer stehen im serienmäßigen Drive-Select-System bis zu sieben unterschiedliche Fahrmodi zur Verfügung. Mal komfortabel, mal sportlich straff oder aber mit der Einstellung lift/offroad stellt sich der Q5 auf die Wünsche des Fahrers und auf die entsprechenden Fahrbedingungen ein. Der Neue im Audi-Q-Portfolio überzeugt in allen Kriterien. Irgendwie hatten wir das Gefühl, im komfortabelsten Offroader auf dem Markt unterwegs zu sein. Allerdings nicht im billigsten. Der nach oben offene Grundpreis beträgt 45.100 Euro für den Q5 TDI mit 163 PS und quattro S tronic. Mit ein paar sinnvollen Extras lassen sich locker 60.000 Euro und mehr erreichen. Der 2.0 TFSI ist ab 39.800 zu haben.

Technische Daten Audi Q5 2.0 TFSI S tronic: fünftüriger SUV, Länge: 4,66 Meter, Breite: 1,89 Meter, Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,81 Meter, Leergewicht: 1.720 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 550 – 1550 Liter, Tankinhalt: 70 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Otto-Motor mit Turbolader, Hubraum 1984 ccm, Leistung: 252 PS zwischen 5000 und 6000 U/min, max. Drehmoment: 370 Newtonmeter bei 1.600 – 4.500 U/min, 0 – 100 km/h: 6,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 237 km/h, Verbrauch kombiniert: 6,8 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission: 162 g/km, Preis inkl. MWSt. ab: 49.900 Euro.

 


Der neue Crossover C-HR von Toyota setzt auf Design-Emotion

Mit dem neuen SUV-Coupé C-HR überrascht Toyota nicht technologisch, sondern in Sachen Design. Während die Modellpalette der Marke optisch eher braver Vernunft zuzurechnen ist, soll der neue C-HR Toyota auch als Design-Marke positionieren.

Die Frage „Design oder Nichtsein?“ hat Toyota bislang meistens mit sachlicher Emotionslosigkeit beantwortet. Damit ist die japanische Marke und Mutter des Hybridantriebs immerhin zum erfolgreichsten Autohersteller der Welt geworden. Der C-HR (Coupé High-Rider) soll nun auch jene Autokäufer ansprechen, denen das Toyota-Design bislang zu langweilig erschien.

Angesichts des neuen Modells könnte das auch funktionieren, denn der C-HR ist ein absoluter Hingucker. Dies konnten wir auch bei einer ersten Testfahrt rund um Madrid wahrnehmen, wo der neue SUV viele Blicke auf sich zog.

Der Firmenchef wollte mehr Freiheiten für die Designer

Sein extrovertiertes und durchaus polarisierendes Design verdankt der C-HR Firmenchef Akio Toyoda, der dazu aufgefordert hatte, den Designern mehr stilistische Freiheiten einzuräumen. Immer wieder wird das Toyota-Design bekanntlich als emotionslos kritisiert, was man beim C-HR nun überhaupt nicht mehr sagen kann. Toyota möchte nun genau jene design-orientierte Käuferschicht ansprechen, die im SUV-Segment das originell geformte Produkt suchen.

2016_toyota_chr_12t_dynamic_08Tatsächlich hat Toyota mit dem C-HR die Coupé-isierung im Crossover-Segment auf die Spitze getrieben. Soviel Coupé gibt es kaum nirgendwo im SUV-Markt. Dass auf der hinteren Sitzbank dennoch ausreichend Kopffreiheit vorhanden ist, traut man dem Auto von außen betrachtet nicht zu. Der hintere Türgriff versteckt sich unterhalb des abfallenden Dachs in der C-Säule und macht in diesem kleinen Detail deutlich, wie frei die Designer ans Werk gegangen sind. Und gehen durften.

Bei aller filigranen Optik steht der C-HR ziemlich massiv auf der Straße. Große Radhäuser und eine erhöhte Bodenfreiheit lassen Robustheit erkennen, die typisch sind für einen SUV, dem man auch Beweglichkeit jenseits der Weidezäune zutraut. Dass die meisten Fahrzeuge dieser Gattung kaum jemals den Asphalt des Boulevards verlassen, ist bekannt, aber völlig unwichtig. Interessant ist aber, wie die Designer die Eleganz eines Coupés mit der formalen Bodenständigkeit eines Geländewagens kombiniert haben, die von den schwarzen seitlichen Schwellern unterstrichen wird.

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Das Fahrer orientierte Cockpit vermittelt angewandte Ergonomie Fotos: Toyota

Das ausnehmend fahrerorientierte Cockpit gibt dem Fahrer das Gefühl, alle Systeme beherrschen zu können. Tatsächlich ist die Erreichbarkeit aller Bedienelemente und die gesamte Funktionalität zu loben. Das Multi-Media-Navigationssystem auf dem acht Zoll großen Touchscreen ist zum Fahrer hin orientiert und sehr gut zu bedienen. Ergonomie aus dem Lehrbuch hat den Designern die Hand geführt. Absolut Gelungen: der Übergang des Armaturen-Trägers in die Türen. Hier haben die Designer ihren Sinn für Details manifestiert. Dies gilt übrigens auch für die Anmutung materieller Qualität der Oberflächen. Dekorative Elemente in schwarzen Pianolack mit mattsilbernen Applikationen schaffen eine Atmosphäre luxuriöser Wertigkeit. Dazu kommen blaue Leuchtbänder, die einen Hauch von High-Tech vermitteln.

Viele Extras sind serienmäßig an Bord

Selbstverständlich sind wichtige Sicherheits-Extras serienmäßig (!) an Bord. Pre-Collision-System mit Frontkollisionswarner, Notbremsassistent und autonomer Notbremsfunktion sowie Fußgängererkennung, Spurhalteassistent mit aktiver Lenkunterstützung, Verkehrszeichen-Erkennung, Fernlichtassistent und eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer gehören zur Serienausstattung. Der weiter entwickelte Parkassistent soll nun auch bis zu 22 Prozent kleinere Parklücken nutzen können als bisher. Tatsächlich zeigen die bisherigen Parkassistenten auf dem Markt nur die Einpark-Fähigkeiten, die auch ein Fahranfänger beherrschen dürfte. Allerdings haben wir das IPA-System (Intelligent Parking Assist) nicht ausprobiert. Die Hifi-Anlage von JBL mit 576 Watt Leistung und neun Lautsprechern sorgen für ein hervorragendes Klangerlebnis.

bildschirmfoto-2016-12-17-um-10-43-06Bei der neuesten Generation des Hybridantriebs und seinen 122 PS Systemleistung wird der durchschnittliche Verbrauch mit 3,8 Liter auf 100 km angegeben. Der 1,8-Liter Benziner im Hybrid ist auf höhere Effizienz getrimmt worden. Alternativ ist der Toyota C-HR auch mit dem neuen 1,2-Liter Benziner mit Turbolader erhältlich, den Toyota erstmals im Auris präsentierte. Der Motor mit einer Leistung von 116 PS und maximal 185 Nm Drehmoment ist wahlweise an ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder an ein stufenloses Automatikgetriebe gekoppelt. Die Automatik kommt sowohl bei Versionen mit Frontantrieb als auch bei Allradversionen zum Einsatz. Mit dem 1,2-Liter-Motor kommt der Toyota C-HR auf Durchschnittsverbräuche ab 5,9 Liter auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 135 g/km entspricht.

Das stufenlose CVT-Getriebe kann nicht begeistern

Das Fahren im neuen Toyota entspricht den Erwartungen, wobei das stufenlose Getriebe nicht begeistern kann, weil zu viel der Leistung in der linearen Stufenlosigkeit zu versickern scheint. Allerdings ist das stufenlose CVT-Getriebe deutlich leiser geworden. Gut gefallen hat uns das sich sehr gut per Hand schaltende Sechsgang-Getriebe. Sportliche Fahrleistungen sind bei allen Varianten nicht zu erwarten. Dennoch kommt kein Gefühl von kraftloser Trägheit auf. Das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt, vermittelt die nötige Sicherheit und gibt keinen Anlass zur Kritik.

Fazit: Der neue SUV von Toyota besticht vor allem durch sein Design, das weit weg von emotionsloser Massenware durchaus polarisieren wird. Im Crossover-Segment wird er seine Freunde finden. „Ein SUV-Coupé, das den Crossover neu erfindet“, sagt Toyota. Obwohl ein wenig übertrieben, ist das nicht ganz falsch, denn der C-HR bereichert das Feld der kleinen Geländewagen durchaus.

Technische Daten Toyota H-CR Hybrid: viertüriger Crossover/SUV, Länge: 4,36 Meter, Breite: 1,79 Meter, Höhe: 1,55 Meter, Radstand: 2,64 Meter, Leergewicht: 1.380 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 377 Liter, Tankinhalt: 43 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Otto, Hubraum 1.798 ccm, System-Leistung inklusive Elektromotor: 122 PS bei 5.200 U/min, max. Drehmoment Verbrennungsmotor: 142 Newtonmeter bei 3.600 U/min, 0 – 100 km/h: 11 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h, Durchschnittsverbrauch: 3,8 Liter /100 km, CO2-Emission: 82 g/km, Preis ab: 21.900 Euro.


Hyundai i20 Active: kleiner Crossover mit Spaßfaktor

Obwohl er offiziell in der Kategorie Kleinwagen positioniert ist, bietet der Hyundai i20 Active eine Menge Platz und mit seinem effizienten Dreizylinder-Benzinmotor und 100 PS auch ordentlich Temperament. Der Crossover sieht gut aus, macht Spaß und ist sehr vernünftig.

Wenn ein Auto in allen Lebenslagen Spaß macht, dann ist es gut. Der Hyundai ist so ein Typ: Er macht Spaß, weil er als Benziner (!) in Sachen Sparsamkeit fast an vergleichbar starke Diesel heranreicht und sich bei unseren Testfahrten auf langen, schnellen Autobahnfahrten mit durchschnittlich 6,5 Liter auf 100 km zufrieden gab. Wer mit dem Gasfuß zurückhaltend bleibt, kann auch mit 5,5 Liter auskommen. Für einen Benziner ist das allemal überraschend sparsam und nicht mal weit weg von der offiziellen Verbrauchsangabe von 4,8 Liter. Trotzdem reicht es nur zur Effizienz-Klasse B.

Der Dreizylinder dreht sauber hoch

Spaß macht auch der niedrige Geräuschpegel selbst bei Tempi über 130 km/h; überhaupt hat man nicht den Eindruck, in einem Dreizylinder unterwegs zu sein, der sich vom Klang her eigentlich nicht von einem Vierzylinder unterscheidet. Der turbogeladene Motor dreht sauber hoch, bleibt weitgehend ohne störende Vibrationen und zeigt keine Schwächen, auch nicht im oberen Drehzahlbereich. 10,9 Sekunden auf 100 km/h lesen sich nicht übermäßig sportlich ambitioniert, die Beschleunigung reicht aber spielend aus, im Verkehrsfluss jederzeit zügig mitzuschwimmen.

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Das Design hat europäische Wurzeln. Fotos: Hyundai

Spaß macht auch die Schaltbarkeit des Fünfganggetriebes, bei dem lediglich die Frage nach dem sechsten Gang als Minuspunkt erscheint. Einen sechsten Gang gibt es nur in der 600 Euro teureren 120-PS-Variante. Notwendig ist diese Fahrstufe aber nicht, denn die Gänge sind sehr gut auf das Drehmoment des Motors abgestimmt, so dass das Hochschalten aus jedem Gang bei niedrigen Drehzahlen möglich ist. Das hilft Benzin sparen und dämpft die Geräuschentwicklung. Kein Problem, im fünften Gang mit 50 km/h dahin zu bummeln.

Sein Charakter ist von Vernunft geprägt

Das Fahren im i20 entspricht seinem Gesamt-Charakter, der von hoher Praktikabilität geprägt ist. Das Ladevolumen des Kofferraums mit vorgeklappten Sitzlehnen ist mit über 1000 Litern mehr, als man in einem „Kleinwagen“ erwarten kann. Da passt sogar die berühmte Waschmaschine rein. Überhaupt ist das Raumgefühl mit großzügig am besten beschrieben. Mehr Sein als Schein ist die Devise. Für einen Kleinwagen hat der i20 in jeder Beziehung viel zu bieten.

 

Überzeugend: der wertige Innenraum

Überzeugend: der wertige Innenraum

Auch beim Fahrverhalten. Zwar sind schlechte Straßen deutlich spürbar, aber nicht so, dass man mangelnden Komfort kritisieren müsste. Straffere Fahrwerke sind nicht nur bei Hyundai angesagt, sondern durchaus im Trend. Und was das Fahrverhalten in engen Kurven oder auf kritischen Fahrbahnverhältnissen angeht, vermittelt der Hyundai i20 nie das Gefühl von Unsicherheit. Wenn es rutschig wird, neigt er leicht zum Untersteuern, was völlig problemlos beherrschbar ist. Die elektrische Servolenkung zeigt ein sehr präzises Lenkgefühl und ist in ihrer Wirksamkeit sehr angenehm.

Der Innenraum zeigt Qualität auch im Detail

Der Innenraum erscheint für einen „Kleinwagen“ nicht nur groß, sondern fühlt sich absolut wertig an. Dabei fällt auch die gute Verarbeitung im Detail auf. Die Materialqualität ist überall haptisch zu spüren. Die Flächen am Armaturenträger und in den Türen fühlen sich weich an, weil sie mit thermoplastischem Olefin behandelt wurden. Das soll auch für eine langjährige Qualitätsanmutung sorgen. Es ist jedenfalls angenehm, nirgendwo auf Hartplastik zu stoßen. Die Platzverhältnisse geben vier Personen ordentlich Raum. Allerdings hat auch in diesem Fünfsitzer der auf der Rückbank in der Mitte sitzende Passagier keinen üppigen Bewegungsspielraum. Aber wann sind wir schon zu fünft unterwegs?

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Die Platzverhältnisse überraschen, wenn es sein muss, findet auch die Waschmaschine Platz

Technologisch ist der i20 auf der Höhe der Zeit, ausgenommen vielleicht der CD-Player, der nicht mehr so recht in die Gegenwart passt. Musik lässt sich per Speicherstick auf den ein Gigabyte großen internen Speicher übertragen und von dort wiedergeben. Per Bluetooth lässt sich jedes Mobiltelefon sehr einfach verbinden. Die Geschwindigkeits-Regelanlage und das Spurhaltewarnsystem sind in der von uns getestete „Trend“-Variante serienmäßig, die zudem LED-Tagfahrlicht aufweist.

Unbedingt zu empfehlen: das Radio-Navigationssystem mit dem 7-Zoll Monitor-Touchscreen, auf dem die Rückfahrkamera beim Rückwärtsfahren präzise die Umgebung hinter dem Auto sichtbar macht. Im Aufpreis von 1.200 Euro ist ein fünf Jahre währendes Karten-Update enthalten sowie für sieben Jahre TomTom Live Service, der die Verkehrslage in Echtzeit vermittelt und Ausweichrouten zum Ziel empfiehlt, die wirklich gut funktionieren, wie wir erfahren durften.

Das Garantie-Versprechen verspricht fünf Jahre Sorgenfreiheit

Dass die koreanische Marke mit ihrem Garantie-Versprechen fünf lange Jahre für sorgenfreies Autofahren sorgt, ist ein Argument, das man nicht ignorieren kann. Wo die meisten Premium-Hersteller mit zwei Jahren geizen, braucht sich der Hyundai-Eigner drei weitere Jahre keine Sorgen über eventuelle Reparaturkosten machen.

Technische Daten Hyundai i20 Active:

fünftürige Crossover-Limousine, Länge: 4,06 Meter, Breite: 1,76 Meter, Höhe: 1,53 Meter, Radstand: 2,57 Meter, Wendekreis: 10,2 Meter, Leergewicht: 1.256 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 326 – 1.042 Liter, Tankinhalt: 50 Liter, Motor: Dreizylinder-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 998 ccm, Leistung: 100 PS bei 4.500 U/min, max. Drehmoment: 172 Newtonmeter bei 1.500 – 4.000 U/min, 0 – 100 km/h: 10,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 176 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter Super/100 km, CO2-Emission: 110 g/km, Preis ab: 18.900 Euro.

 

 

 

 

 

 


Es darf auch Luxus sein: Ford setzt auf „Vignale“

Luxus lässt sich gut verkaufen. Darauf setzt auch der Massenhersteller Ford, der unter der Submarke „Vignale“ an seinem Premium-Image arbeitet.

Immer mehr Ford-Modelle sollen unter dieser Bezeichnung ein markantes Upgrade erfahren, eine Höherpositionierung, in der Materialien und hochwertige Verarbeitung gefragt sind. Was einst in der Turiner Werkstatt des Kutschenbauers Alfredo Vignale seinen Anfang nahm, ist für Ford nun die Basis für einen qualitativ beeindruckenden Sprung ins Premium-Segment. Bei unserer Testfahrt im neuen Ford Kuga Vignale überraschte die handwerkliche Qualität und die wertige Haptik des gesamten Interieurs. Keine Spur von „plastiliner“ Massenware, sondern ein Ambiente hochpreisiger Luxusausstattung. Ford plant, die Ausstattungsvariante Vignale auf weitere Modelle auszudehnen, die es bisher schon im Mondeo und Ford S-MAX gibt.

Vignale“ steht für ein Programm der Kundenorientierung

Apropos Ausstattung: Vignale steht nicht nur für eine hochwertige Ausstattung, sondern soll auch eine umfangreiche Kundenbetreuung bieten. So steht dem Kunden ein personalisiertes Kundenbetreuungsprogramm zur Verfügung, das bereits beim Kauf in der Vignale-Lounge beginnt, wo sich ein Vignale-Relationship Manager um die Abwicklung und Betreuung auch nach der Auslieferung kümmert. Außerdem gibt es eine App fürs smartphone, über die der Kunde unter anderem auf das online-Lifestyle-Magazin Vignale zugreifen, Tipps für Reiserouten abfragen und GPS-orientierte Parkplatz-Informationen erhalten kann. Ob und wie das alles funktioniert, konnten wir allerdings noch nicht ausprobieren.

Dass das neue SYNC3 Kommunikations- und Entertainment-System nun deutlich besser bedienbar ist als SYNC2 muss hier einfach erwähnt werden. Das Navigationssystem ist deutlich schneller geworden; die Bedienungsfreundlichkeit ist auch jenen 22.000 Kunden zu verdanken, die in umfangreichen Befragungen Verbesserungsvorschläge gemacht haben. Wer im Sprachmodus nach der nächsten Tankstelle oder einem Parkhaus fragt, muss nicht lange auf die Antwort warten. Dass sich das System wie ein smartphone per touch and swipe bedienen lässt, ist eine deutliche Vereinfachung.

Ford hat die Namensrechte „Vignale“ schon 1970 gekauft

Im Ford Kuga macht sich die hochwertige Ausstattung vor allem in der Materialauswahl, vom feinen Leder, den gesteppten Lederbezügen und besonders gestalteten Sportsitzen bemerkbar. Alfredo

Wertige Materialen und handwerkliche Verarbeitung prägen den Innenraum

Vignale, der 1913 in Turin geborene Carrossier-Großmeister und Begründer der Vignale-Manufaktur hätte seine Freude daran. Seine 1946 gegründete Firma arbeitete für Fiat, Ferrari, Lancia, Maserati, Alfa Romeo und sogar für BMW. Seit 1970 hat Ford die Namensrechte an Vignale und verleiht diesen Schriftzug seinen luxuriösen Vignale-Sondermodellen. Die beiden neuesten in der Vignale-Familie: die SUVs Kuga und Edge.

Tatsächlich ist eine opulente Ausstattung gerade in den SUV-Fahrzeugen immer mehr gefragt. Die Zeiten, als „Sports Utility Vehicles“ (SUV) noch burschikose Rambos für die Mobilität jenseits der Weidezäune waren, sind schon lange vorbei. Der Kuga aus der Kategorie mittelgroßer SUV wird von einem 1,5-Liter Ottomotor angetrieben, der Dank EcoBoost-Turboaufladung 182 PS leistet. Das intelligente Allrad-System verteilt die Kraft stufenlos variabel an die Räder, die den besten Grip haben. Den Kuga gibt es übrigens auch „nur“ mit Frontantrieb.

Auch bei Ford gibt es zahlreiche Assistenten an Bord

Dass zum Teil serienmäßig, zum Teil optional gegen Aufpreis zahlreiche Assistenten an Bord sind, gehört schon fast zum Standard in diesem Preissegment. Von der automatischen Einparkhilfe bis zur Active City Stopp Kollisions-Vermeidung und dem automatischen Fernlicht-Assistenten. Eine Weitwinkel-Kamera vorne lässt den Fahrer quasi um die Ecke schauen, was bei der Ausfahrt aus einer Garage oder Parklücke durchaus von Vorteil ist. Die kamerabasierte Verkehrszeichen-Erkennung ist ein probates Mittel gegen Unaufmerksamkeit, die uns im schnellen Wechselbad tempolimitierender Signale immer mal wieder vereinnahmt.

Post-Production : Mickael Laujin-Dot Retouch

Das Design wirkt elegant und entspricht dem SUV-Geschmack Fotos: Ford AG

Das Fahren im Kuga Vignale gestaltet sich auch bei höheren Geschwindigkeiten auffallend leise. Die „Active Noise Control“ überlagert Geräusch-Schallwellen mit gegenläufigen Schallwellen aus dem Soundsystem, was wie in modernen Kopfhörer-Systemen geräuschdämmend wirkt. Das von uns gefahrene automatische 6-Gang-Getriebe fiel nur durch Unauffälligkeit auf, schaltete ruckfrei rauf und runter und sorgte dafür, dass das jeweils vorhandene Drehmoment, das mit maximal 240 Newtonmeter nicht gerade üppig erscheint, das Optimum auf die Straße bringt.

Fazit: Der Ford Kuga Vignale macht nicht nur von außen einen guten Eindruck, sondern fühlt sich auch beim Fahren sehr gut an. Komfortabel und anspruchsvoll ausgestattet erweckt er nicht den Eindruck, von einem Massenhersteller abzustammen.

Technische Daten Ford Kuga Vignale: viertüriger SUV, Länge: 4,54 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe: 1,69 Meter, Radstand: 2,69 Meter, Wendekreis: 11,1 Meter, Leergewicht: 1.686 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 456 – 1653 Liter, Tankinhalt: 60 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Otto mit EcoBoost-Turbolader, Hubraum 1498 ccm, Leistung: 182 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment: 240 Newtonmeter bei 1.600 – 5.000 U/min, 0 – 100 km/h: 9,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch kombiniert: 7,5 Liter Benzin/100 km, CO2-Emission: 173 g/km, Preis ab: 34.650 Euro.

 

 

 


Audi R8 Spyder: The Sound of Violence

Superlative nutzen sich schnell ab. Und für den neuen Audi R8 Spyder lässt sich kein besserer kreieren als jenen, den wir ihm schon in seiner ersten Version mit auf den Weg gegeben haben: Hammer! Dieses Wort sagt einfach alles.

3,6 Sekunden auf 100 km/h, untermalt vom zehnzylindrigen Gänsehaut-Gebrüll aus der mehrflutigen Auspuffanlage machen die Bang & Olufsen-Soundanlage mit den zusätzlichen Lautsprechern in den Kopfstützen zu einem relativ überflüssigen Extra. Wenn da nicht auch die Möglichkeit bliebe, in aller Offenheit über schöne Landstraßen zu schlendern. Das Dach lässt sich bis 50 km/h binnen 20 Sekunden öffnen und schließen. Das genussvolle Dahinrollen ist offen ganz besonders beeindruckend. Es muss ja nicht immer Vollgas sein. Und das macht den Reiz dieses absolut alltagstauglichen Supersportwagens aus: die ganze Bandbreite eines emotionalen Fahrerlebnisses auskosten zu können. Von Bummeltempo bis zu 318 km/h ist alles machbar.

Sideblades saugen Luft und die Straße ein

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Der R8 ist aus jeder Perspektive ein Hochgenuss supersportlichen Designs

Rattenscharf: das Design. Mehr Kanten, mehr Muskeln und eine um 36 Millimeter auf 1,94 Meter verbreiterte Präsenz geben dem Spyder eine hypersportliche Außenwirkung. Sein Gesicht mit dem breiter gewordenen Single-Frame-Grill und keilförmigen LED-Scheinwerfern (auf Wunsch mit Laserlicht) vermitteln jene Ausstrahlung, die deutlich macht, dass hier ein Super-Sportwagen im Anrollen ist. Die markanten seitlichen Belüftungskanäle, auch Sideblades genannt, scheinen nicht nur die Luft für den Mittelmotor, sondern auch die Straße gierig einzusaugen.



Ein V-Zehnzylinder in bester Sauger-Tradition

Weil sich der neue Spyder auf nur 1,24 Meter Höhe duckt, scheint es ihm möglich, jede Radarkontrolle unterfliegen zu können. Achtung: Die Betonung liegt auf „scheint“! Tatsächlich ist die Gefahr groß, zügig die Flensburger Punkteränge zu erreichen. Der R8 Spyder fordert vom Fahrer jederzeit Disziplin, weil der Zehnzylinder-Sauger mit seinen verfügbaren 540 PS und 540 Newtonmeter maximales Drehmoment spontan jeder Bewegung des Gaspedals folgt.

R8 _interieur_02Eine superschnelle Siebengang-S-tronic (ein Doppelkupplungsgetriebe) leitet die Kraft des Motors variabel an den quattro-Antrieb. Das ausgeklügelte System lässt sich über „drive select“ individuell einstellen. Zusätzlich gibt es mit dem optionalen Performance-Lenkrad die Möglichkeit, die Einstellungen auf trockene und nasse Straße sowie auf Schnee zu erweitern.

Der R8 Spyder ist die direkte Verbindung vom Motorsport zur Straße

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Die Sideblades lassen sich individualisieren, auf Wunsch sogar mit dem eigenen Namen

Wie in allen neuen Audi-Modellen beeindruckt auch im R8 Spyder das virtuelle Cockpit mit individuell einstellbaren 3D-Grafiken auf dem 12,3-Zoll-Display hinter dem Lenkrad. Die MMI-Navigation plus ist hier serienmäßig. Die im R8 verfügbare Performance-Ansicht rückt den Drehzahlmesser prägnant in den Mittelpunkt. Ablesbar sind hier z.B. die G-Kräfte, Rundenzeiten, Reifentemperatur und vieles mehr. Volle Integration des smart Phones ins Infotainment und Audi connect-System ist ebenso selbstverständlich wie die Möglichkeit, über schnelles LTE im Internet zu surfen.

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Große Lufteinlässe und attraktive Sideblades geben dem R8 seinen typischen Charakter                                                Fotos: Audi AG




Fazit: Der neue Audi R8 Spyder ist die direkte Verbindung vom Motorsport zur Straße gepaart mit absoluter Alltagstauglichkeit. Das kann man nicht über viele Supersportwagen sagen.

Technische Daten Audi R8 Spyder: zweitüriger und zweisitziger Supersportwagen, Länge: 4,42 Meter, Breite: 1,94 Meter, Höhe: 1,24 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Leergewicht: 1.720 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 112 Liter, Tankinhalt: 83 Liter, Motor: Zehnzylinder V90-Ottomotor, Hubraum 5204 ccm, Leistung: 540 PS bei 7800 U/min, max. Drehmoment: 540 Newtonmeter bei 6.500 U/min, 0 – 100 km/h: 3,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 318 km/h, Durchschnittsverbrauch kombiniert: 11,7 Liter Super plus/100 km, CO2-Emission kombiniert: 277 g/km, Preis ab: 179.000 Euro


Mazda MX-5: Der kleine Road-Star glänzt mit typischen Eigenschaften

Als 1989 die Cabrio-Liebhaber rund um den Globus befürchteten, dass die US-Behörden das Offenfahren aus Sicherheitsgründen verbieten würden, warf sich Mazda mit dem MX-5 den Gerüchten mutig entgegen. Die Gedankenspiele der US-Behörden wurden zum Glück nie umgesetzt. Und der MX-5 macht in der vierten Generation und einer Million weltweit verkauften Exemplaren so viel Freude wie nie zuvor.

Klein, knackig und ein Leichtgewicht: Mazda MX-5 Fotos: Mazda

Klein, knackig und ein Leichtgewicht: Mazda MX-5         Fotos: Mazda

160 PS aus vierzylindrigen 1,5 Liter Hubraum klingen nicht nach Super-Sportwagen. Dass sie ausreichen, jede Menge und noch mehr Spaß zu haben, soll hier an erster Stelle genannt werden. Der von uns getestete MX-5 Skyactiv-G 160 mit dem handgeschalteten Klack-klack-Sechsganggetriebe entspricht genau jenem Charme handlicher Sport-Cabrios, der vor vielen Jahren die kleinen englischen Sport-Roadster wie MG, Triumph Spitfire oder Sunbeam Alpine so begehrenswert machte. Auch der MX-5 glänzt mit seinem Leichtgewicht von knapp über 1.000 Kilogramm. Ausrufezeichen! Damit ist der hübsche Kleine um zehn Prozent leichter als sein Vorgänger. Wichtiger als die Motorleistung ist eben das Verhältnis PS zu Gewicht.

Das intensive Fahr-Erlebnis ist nichts für „Warmduscher“

Mit klein, handlich, agil und dem sehr intensiven Fahr-Erlebnis sind die typischen Charakter-Eigenschaften des MX-5 schnell umschrieben. Intensiv ist hier alles. Allerdings auch die Geräuschentwicklung, die kaum gedämmt durchs geschlossene Stoffdach dringt. Dass es im offenen Zustand nicht leiser zugeht, kann niemand kritisieren. Denn ein offener Sportwagen muss einfach immer etwas Verwegenes, Abenteuerliches und Puristisches haben. Ein Roadster ist nichts für Warmduscher, die auch in einem himmelwärts offenen Auto auf Komfort nicht verzichten wollen. Apropos Warmduscher: Hand aufs Herz: Duschen wir wirklich alle kalt? Genauso ist es auch im MX-5: Zwar hat er im Vergleich zum Vorgänger an Komfort gewonnen, aber er gibt sich auf frostgeschädigten Straßen noch immer knochenhart, meldet jede Querrinne auf der Autobahn vernehmlich an die Insassen. Aber was soll´s? Der Spaß an diesem agilen Spielzeug dominiert jeden Minuspunkt.

Das Leichtgewicht glänzt mit einem hohen Maß an Agilität

Das Leichtgewicht glänzt mit einem hohen Maß an Agilität

Mazda MX-5 innen: Das ist, als blickten wir von außen auf die japanische Seele. Galt es früher als Ausdruck von sportlichen Autos, dass wir sie uns überstreifen mussten wie einen hautengen Handschuh, dürfen wir uns nun getrost aufnehmen lassen von gut konturierten Recaro-Sportsitzen, logisch platzierten Schaltern und perfekt auf unsere körperlichen Bedürfnisse ausgerichtete Bauteile. Das japanische Bestreben, den Menschen als Teil der Natur und kühle Technik miteinander zu verschmelzen, in Harmonie zu verbinden, hat hier dem Designer die Hand geführt. Bei uns heißt das nüchtern Ergonomie. Bei Mazda „KODO – Soul of Motion“, die Seele der Bewegung. Die japanische Eigenart, alles auch mit philosophischem Tiefgang zu betrachten, mag verwundern. Aber so wird auch Marketing-Sprech zu einer rhetorischen Verbeugung.

Mazda hat sich klar zur Design-Marke entwickelt

Übrigens: Die Design-Entwicklung bei Mazda gilt mittlerweile bei allen Modellen als ästhetisch herausragend. Auch Designer deutscher Premium-Hersteller sehen das neidlos so. Die Seele der Bewegung ist außen und innen wahrzunehmen. Außen: Fließende Linien, die auch im Stand Bewegung und Dynamik suggerieren und sehr modern erscheinen. Innen: Alles ordnet sich dem Fahrer unter, nichts wirkt deplatziert oder billig. Der Fahrer fühlt sich ganz natürlich mit dem Auto verbunden. Die nach hinten gerückte Fahrgastzelle, kurze Karosserie-Überhänge, die tiefe Sitzposition summieren sich zu echtem Roadster-Feeling.

Der 160-PS-Motor (es gibt auch 131 PS) erscheint uns am besten zu diesem Roadster zu passen. Drehmomentstark lässt er zu, den 6. Gang schon ab Tempo 50 km/h einzulegen. Aber wozu? Es macht einfach Spaß, die Gänge mittels extrem kurzer Schaltwege zu wechseln. Die elektrische Servolenkung überrascht anfangs mit ihrer Direktheit, an die man sich aber schnell gewöhnt. Sie trägt mit dem neu entwickelten Fahrwerk zur Agilität des nur 3,92 Meter kurzen Roadsters bei, die im Grenzbereich Schweizer Neutralitätswerte erreicht. Schnelle Kurven durcheilt der MX-5, ohne den Fahrer je in Schwierigkeiten zu bringen.

Ohne Turbolader hängt der Vierzylinder willig am Gas

Mazda hat den hoch verdichtenden Motor um 15 Prozent sparsamer gemacht. Dass er ohne die üblichen Turbolader auskommt, macht ihn sehr berechenbar. Der Motor dreht spielend hoch und hängt willig am Gas. Dabei zeigt er sich mit von uns erfahrenen 7,4 Litern Durchschnitt durchaus genügsam. Das Navigationssystem ist nicht nur gut bedienbar, sondern steht auch sehr präsent über dem ziemlich wuchtigen Mitteltunnel. Es bietet ab Center-Line Echtzeit-Verkehrsinfos und drei Jahre kostenloses Kartenupdate.

Zahlreiche Assistenten, ein Start-Stopp-System, das Bose-Sound-System mit neun Lautsprechern und eine sehr gute Connectivität (smart-Phone Einbindung) sind Details, die den MX-5 in seiner vierten Generation zu einem großartigen Spielkameraden machen. Nicht verstanden haben wir, warum es einen „Ausparkassistenten“ gibt. Um so besser fanden wir den schnell auf Gegenverkehr reagierenden Fernlichtassistenten und die LED-Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweiten-Regulierung.

Was einen Roadster wirklich und eigentlich ausmacht, hätten wir fast vergessen: natürlich das Verdeck. Es ist auch für das schwache Geschlecht ohne großen Kraftaufwand ruckzuck geöffnet oder geschlossen. Der blaue Himmel und ein zuweilen stürmischer Fahrtwind blasen den Kopf schnell wieder frei.

Technische Daten Mazda MX-5 Skyactiv-G 160: zweisitziger Roadster, Länge: 3,91 Meter, Breite: 1,73 Meter, Höhe: 1,22 Meter, Radstand: 2,31 Meter, Leergewicht: 1.075 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 130 Liter, Tankinhalt: 45 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Ottomotor, Hubraum 1.998 ccm, Leistung: 160 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 200 Newtonmeter bei 4.600 U/min, 0 – 100 km/h: 7,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 214 km/h, Verbrauch kombiniert: 6,9 Liter auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 154 g/km, Preis ab: 22.990 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Hyundai ix35 Fuel Cell: Taugt die Zukunfts-Technologie für die Gegenwart?

Unter Fachleuten ist es keine Frage, dass wir langfristig alle elektrisch fahren werden. Nicht mit Strom aus einer Batterie, sondern aus einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff Strom macht und aus dem Auspuff nur Wasserdampf ausstößt. Was ein wenig nach „zu schön, um wahr zu sein“ klingt, ist bereits fahrbare Realität. Wir haben mit einem Hyundai ix35 Fuel Cell ausprobiert, ob diese Zukunfts-Technologie schon für die Gegenwart taugt.

Wasserstoff ist im Universum grenzenlos vorhanden. Auf der Erde ist er überwiegend Bestandteil des Wassers. Um Wasserstoff tanken zu können, muss er erst mit relativ hohem Energieaufwand aus Wasser gewonnen werden. Kommt die dafür notwendige Energie aus regenerativen Quellen, ist Mobilität mit der Brennstoffzelle der ideale Energiekreislauf, der selbst die Deutsche Umwelthilfe jubeln lassen sollte. So weit, so gut. Und vom her Prinzip auch richtig.

Plug-in-Hybride sind nur eine Zwischenlösung

Aber, es gibt noch ein paar „aber“. Fangen wir mit den guten Nachrichten an: Wir sind vom Fahren mit der Hyundai-Brennstoffzelle begeistert. Die Reichweite mit einer Tankfüllung entspricht mit knapp 400 Kilometer nahezu gängigen Benzinern. Das Tanken dauert genau

Wasserstoff tanken geht so schnell wie das Tanken von  Benzin oder Diesel

Wasserstoff zu tanken geht so schnell wie das Tanken von Benzin oder Diesel

so lang wie das Betanken mit gängigem Kraftstoff: etwa drei Minuten. Das „Tanken“ eines Batteriefahrzeugs mit Strom aus der Steckdose ist selbst unter günstigsten Voraussetzungen nicht unter drei Stunden zu schaffen. Range-Extender (ein Benzinmotor an Bord, der Strom für die Batterie erzeugt, wie z.B. im BMW i3 und i8) und Plug-in-Hybride sind nur Krücken, mit denen wir mühsam in die Zukunft trippeln. So richtig ziehen die Kunden bei diesen alternativen Antrieben trotz staatlicher Kaufprämie (noch) nicht richtig mit, weil der herkömmliche Verbrennungsmotor immer noch viele Vorteile bietet.

Mit der Brennstoffzelle könnte sich das schlagartig ändern. Aber hier folgt schon wieder ein Aber. Die Tankstellen für Wasserstoff sind noch sehr rar. Da standen wir an der einzigen Wasserstofftankstelle in München – und die meldete eine Störung. An einem Sonntag. Keine Hilfe weit und breit. Die nächste Wasserstofftankstelle in Ulm: unerreichbar. Es hat noch in die Redaktion gereicht, aber dort musste das Fahrzeug per Hänger abgeholt werden, was zwar sowieso geplant war, aber im Normalfall auch nötig gewesen wäre. Es sei denn, Linde hätte seine mobile Tankstelle vorbeigeschickt. „Es ist uns schmerzlich bewusst, dass Kunden mit Brennstoffzellenfahrzeugen noch sehr leidensfähig sein müssen“, schrieb uns ein Verantwortlicher im Namen der Clean Energy Partnership auf unseren Hinweis zur nicht funktionierenden Tankstelle. Zur noch fehlenden Wasserstoff-Infrastruktur kommt also noch eine unbefriedigende Zuverlässigkeit der Tankstellen-Technologie.

Die Fahrt mit der Brennstoffzelle will gut geplant sein

Wir sollten dabei nicht vergessen, dass selbst Berta Benz 1885 bei ihrer legendären Fahrt mit dem Benz-Motorwagen von Cannstatt nach Pforzheim das notwendige Benzin in der Apotheke kaufen musste. Schon damals hätten die Wasserstoff-Skeptiker von heute wohl gesagt, dass sich das Automobil nicht durchsetzen könne, weil es keine Tankstellen gibt. Also Geduld, bitte: Die Zeit heilt alle Lücken.

Der Innenraum unterscheidet sich kaum vom normalen ix35  Fotos:Hyundai

Der Innenraum unterscheidet sich kaum vom normalen ix35                        Fotos:Hyundai

Unsere Fahrten mit dem Wasserstoff-Hyundai hatten wir sorgsam geplant, so dass wir auf dem Weg nach Stuttgart und zurück sowohl in Ulm als auch am Stuttgarter Flughafen problemlos Wasserstoff tanken konnten. Tatsächlich hätten wir auch nach Hamburg fahren können, ohne liegen zu bleiben. Das Wasserstoffnetz ist bereits besser als sein Ruf. Aber man muss sorgfältig überlegen, wie weit der Wasserstoff reicht. Dann ist alles kein Problem: Tankkarte einführen, Zapfhahn sorgfältig aufsetzen und Gas geben – im wahrsten Sinne des Wortes. Dass das zu hörende Zischen des mit einem Druck von 700 bar einströmenden Wasserstoffs zuweilen für ein ungutes Gefühl sorgt, muss man einfach verdrängen. Die Sicherheitssysteme sollen so ausgereift sein, dass nichts passieren kann. Selbst bei einem schweren Crash, bleibt der Tank dicht bzw. lässt entstehenden Überdruck über ein Sicherheitsventil entweichen.

Der Sound der Zukunft ist kaum zu hören

Dass wir nach unseren Testfahrten dennoch verunsichert wurden, hatte einen Grund: Denn wenige Tage später explodierte ein Erdgas-Tank in einem Volkswagen, der nur einen Druck von 200 bar aushalten muss. Allerdings hatte es der Besitzer versäumt, dem VW-Rückruf zur Tanküberholung Folge zu leisten. Würde ein Wasserstofftank explodieren, wäre das nicht nur physikalisch, sondern auch kommunikativ eine Katastrophe. Aber das erscheint nach jahrzehntelanger Erfahrung mit Wasserstofftanks im Auto sehr unwahrscheinlich.

Der Tank unterm Kofferraum steht unter Druck: mit 700 bar

Der Tank unterm Kofferraum steht unter Druck: mit 700 bar

Das Fahren im ersten seit 2013 gebauten Serien-Brennstoffzellen-Fahrzeug der Welt, dem Hyundai ix35 Fuel Cell, zeigte sich von seiner besten Seite. Der 136 PS starke Elektromotor sorgt aus dem Stand für genügend Temperament, das subjektiv noch beeindruckender erscheint als die Zahlen hergeben: 12,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h sind nicht berauschend, aber das stört überhaupt nicht. Mit 160 km/h verblüffend leise über die Autobahn zu gleiten, hat Charme. Das kaum wahrnehmbare Motorengeräusch, zuweilen ein leises Summen, ist zweifellos der Sound der Zukunft. Der Wasserstoff-Hyundai unterscheidet sich in Sachen Komfort nicht von seinen Brüdern mit Verbrennungsmotoren. Dass er so leise ist, birgt auch Risiken. Fußgänger erschrecken wie bei jedem Elektrofahrzeug, wenn das Auto plötzlich auftaucht. Dafür haben die Hyundai-Ingenieure das „Virtual Engine Sound System“ eingebaut: Bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h etwa in einer Spielstraße kann per Knopfdruck der Klang eines normalen Automotors erzeugt werden. Das ist nicht witzig, sondern hilfreich.

Noch ist die Brennstoffzelle zu teuer

Nach unseren Erfahrungen fragen wir, warum die Autoindustrie bei den alternativen Antrieben erst den Umweg über Hybride und Batteriefahrzeuge geht. Die Antwort ist einfach: Die Brennstoffzelle ist wegen der noch notwendigen Platin-Beschichtung noch sehr teuer. Ersatzstoffe sind noch nicht entwickelt. Und Batterien stehen in etwa zwei Jahren vor einem größeren Leistungssprung in Bezug auf die Reichweite. Aber selbst 500 Kilometer Reichweite aus der Batterie können den Nachteil langer Ladezeiten nicht überspielen. Das Fahren mit der Brennstoffzelle kommt der Nutzerfreundlichkeit heutiger Verbrennungsmotoren am nächsten. Die offiziell angegebene Reichweite von 600 Kilometern haben wir allerdings nicht erreicht. Die geschafften 400 Kilometer sind wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass wir nicht gerade langsam unterwegs waren und den Tank nie restlos befüllt haben. Für 400 Kilometer haben wir für etwa 43 Euro Wasserstoff verbraucht. Das kommt einem sparsamen Benziner sehr nahe. Bei einer Rekordfahrt schaffte ein Norweger 2014 700 Kilometer mit einer Tankfüllung.

BMW hat den Verbrennungsmotor mit Wasserstoff aufgegeben

Hyundai war übrigens der erste Hersteller, der diese Zukunftstechnologie 2013 auf die Straße gebracht hat und heute tatsächlich zum Kauf anbietet. Beim Preis von 65.450 Euro oder als Leasingmodell für 1290 Euro Monatsrate ist das kein Sonderangebot. Tatsächlich dürfte Hyundai auf jedes Fahrzeug gut 20.000 Euro draufzahlen. Die Koreaner sind beeindruckend zukunftsorientiert und wollen der Brennstoffzelle zum Durchbruch verhelfen. Sie sind bereit, dafür viel zu investieren, während zum Beispiel BMW seinen angekündigten Wasserstoff-Siebener zwar bis in Seriennähe entwickelt hatte, aber das Projekt schon vor Jahren eingestellt hat. BMW hatte vor, den Wasserstoff im Verbrennungsmotor zu nutzen. Wir sind damals den 12-Zylinder gefahren und konnten keinen Unterschied zum Benziner feststellten. Schade, dass BMW auch die Wasserstofftankstelle am Münchner Flughafen still und heimlich stillgelegt hat. Wie zu hören ist, arbeitet BMW aber weiter an der Technologie für den Treibstoff der Zukunft, wird aber letztlich auch auf die Brennstoffzelle umsteigen, die einfach effizienter arbeitet als ein mit Wasserstoff befeuerter Kolbenmotor.

Fazit: Der Hyundai ix35 Fuel Cell hat uns absolut überzeugt. Reichweite und Tank-Zeiten sind gewichtige Argumente. Das dünne Tankstellen-Netz wird hoffentlich in den nächsten fünf Jahren ausreichend dicht sein. Wenn die Batterien in E-Autos nicht deutlich mehr Reichweite generieren, schneller und ohne Kabel zu laden sind, wird sich langfristig die heute noch viel zu teure Brennstoffzelle durchsetzen. Das dürfte in etwa 20 Jahren der Fall sein. Hybride sind zweifellos nur eine Zwischenlösung. Wenn Städte anfangen, Verbrennungsmotoren ganz auszusperren, könnte man mit dem Hybrid per Elektroantrieb immer noch in die Innenstadt kommen. Das Dilemma für die Autohersteller: Es sind die noch unabsehbaren politischen Vorgaben der nächsten Jahre, die auch die technologische Entwicklung beeinflussen werden.

Technische Daten Hyundai ix35 Fuel Cell: Fünftüriger SUV, Länge: 4,41 Meter, Breite: 1,82 Meter, Höhe: 1,65 Meter, Leergewicht: 1.839 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 465 – 1.436 Liter, Tankinhalt: 144 Liter/5,64 Kilogramm Wasserstoff, Motor: Induktionsmotor, Leistung: 136 PS, max. Drehmoment: 300 Newtonmeter ab Start, 0 – 100 km/h: 12,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h, Durchschnittsverbrauch: 0,98 kg Wasserstoff/100 km, CO2-Emission: keine, wenn der Strom für die Wasserstofferzeugung regenerativ hergestellt wird, Preis: 64.450 Euro.

 

 

 

 

 

 


Das neue Audi TT RS Coupé mit der Lizenz für Gänsehaut

Wer hätte 1998 gedacht, dass aus dem neuen und eher braven Audi TT Coupé 18 Jahre später ein Auto mit den Fahrleistungen eines Supersportwagens werden würde. Das jetzt vorgestellte Audi TT RS Coupé und sein offener Bruder als Roadster brechen mit allen Gesetzen fahrdynamischer Zurückhaltung. 400 PS aus fünf Zylindern und 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind aber nicht alles: Untermalt von süchtig machendem Gänsehaut-Sound wird deutlich, was das wahre Hindernis fürs Elektroauto sein könnte.

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So sieht Dynamik von hinten aus….

Wer genau hinschaut, sieht es dem neuen Audi schon von außen an. Hier steht ein rennsporttaugliches Straßenauto, das sich gar nicht erst um Zurückhaltung bemüht. Riesige, markant geschnittene Lufteinlässe, knapp über der Fahrbahn den Asphalt geradezu aufsaugende Spoiler verleihen dem Gesicht sportliche Dynamik. Der feststehende Heckflügel suggeriert permanente Notwendigkeit und zwei ofenrohrartige Auspuffendungen deuten an, dass der Abgasstrom hier ungebremst nach außen drängt. Der Spoiler kann als Option auch ein- und ausfahrbar geordert werden. Aber wozu? Die besonders beim Rauf- oder Runterschalten entstehende Klangkulisse lässt sich nicht in Worte fassen. Das kurze, infernalische Zischen beim Gangwechsel ist der pure Genuss, der mit der optionalen RS-Sportabgasanlage per Soundtaste auch noch verstärkt werden kann.

Die Rückleuchten in OLED-Technologie erscheinen wie ein Bühnenbild

Auch beim TT RS präsentiert Audi ein paar technologische Neuheiten, die es in sich haben: Zum Beispiel die OLED-Heckleuchten (Organic Light Emitting Diode), die wie ein faszinierendes Bühnenbild dreidimensional erscheinen. Die LED-Scheinwerfer sind serienmäßig und optional als Matrix LED zu haben. Leider nur im Roadster verfügbar: Mikrofone für die Fernsprecheinrichtung, die am Sicherheitsgurt befestigt sind und eine hohe Sprachqualität sicherstellen. Selbst beim Offenfahren soll der Gesprächspartner den TT-Fahrer verstehen können, ohne dass der brüllen muss.

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Ein Cockpit wie aus dem Bilderbuch                                                  Fotos:Audi AG

Der Innenraum ist keine Überraschung und präsentiert sich in gewohnter Audi-Qualität. Vom Infotainment-System bis zum Virtual Cockpit, von der Navigation über Google Earth bis zur problemlos zu bewerkstelligenden Integration des eigenen Smartphones. Von der Bedienbarkeit wichtiger Funktionen am Sportlederlenkrad, ohne wie in einem Rennwagen die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen, bis zu den Schaltwippen für die manuelle Gangwahl. Über die drehbaren Luftausströmer lässt sich die Klimaautomatik bedienen und kleine Displays in der Mitte zeigen die jeweilige Einstellung an. Einfacher lässt sich die Temperatur im Inneren nicht steuern, diese Bedienoberfläche ist schlicht perfekt. Besser könnte nur noch die Bedienung per Gedankenübertragung sein.

Jekyll and Hyde steckt auch in diesem Audi

Klar ist, dass den neuen TT RS vor allem sein sportlicher Charakter auszeichnet. Auf der Rennstrecke von Jarama nahe Madrid zeigt der neue Audi seine Qualitäten, die aber nicht nur mit den Maßstäben offensiver Fahrdynamik gemessen werden sollten. Denn der TT RS beweist uns auf der tempolimitierten Landstraße rund um Madrid, dass er auch zum Dahinbummeln geeignet ist. Ein wenig Jekyll and Hyde steckt auch in diesem Audi.

Aber wenn schon Rennstrecke, dann richtig. Und so raubt uns der Antritt Dank Launch-Control kurz den Atem, die Siebengang S Tronic schaltet blitzschnell hoch, zumal die ersten Gänge relative kurz ausgelegt sind. Dank quattro-Antrieb ist der Grip phänomenal, das Herausbeschleunigen aus den Kurven wird durch das hohe Drehmoment von 480 Newtonmeter, das schon bei 1.700 Touren zur Verfügung steht, zu einem sehr flüssigen Vorgang. Schnelle Gasannahme, nicht ganz ohne einen Wimpernschlag Turboloch, aber sehr gut einsetzbar, lässt der Fünfzylinder seinen Racing-Eigenschaften freien Lauf. Die maximale Drehmoment-Wucht liegt übrigens bis zu 5.850 Touren an und führt quasi zu einer ständigen Verfügbarkeit.

Wo sich G-Kräfte und fahrerische Vorsicht begegnen

Die schnelle Kurven-Fahrerei macht auch im Grenzbereich Spaß, wenn sich G-Kräfte und fahrerische Vorsicht begegnen. Die RS-Sportsitze sind deutlich konturiert und lassen sich seitlich pneumatisch noch fester an den Körper anpassen. Deshalb fühlt sich der Fahrer auch bei hoher Querbeschleunigung bestens aufgehoben, ohne irgendwie gegenhalten zu müssen. Auf dem Display lassen sich in diesen Phasen kurvenreicher Dynamik die G-Kräfte ablesen, wobei der Fahrer allerdings kaum Zeit dafür hat, weil er die Rennstrecke im Blick haben muss.

Fahrwerkseitig haben die Ingenieure alles aufgeboten, die zum Vorgänger um 60 PS gewachsene Leistung sinnvoll auf die Straße zu bringen. Die neue quattro-Fahrdynamik-Software berechnet ständig, wie viel Drehmoment an die Hinterräder geleitet werden muss, um optimale Agilität zu ermöglichen. Das führt zu einer auffallenden Bewegungsfreude schon beim Einlenken und zu einer präzisen Umrundung jeder Kurve und jederzeit guten Beherrschbarkeit auch jenseits des Grenzbereichs. Erstmals ist der quattro-Antrieb in das Fahrdynamik-System Audi drive select eingebunden. Der Fahrer kann zwischen vier Einstellungen wählen, die dann individuell Lenkung, Schaltpunkte, Motorcharakteristik und Dämpfung verändern.

Das neue TT RS Coupé ist kein Kompromiss

Fazit: Das neue TT RS Coupé ist kein Kompromiss. Er bietet vor allem knallharte Sportlichkeit, lässt aber dem Fahrer auch Raum für komfortable Mobilität. Allerdings ist Komfort hier anders zu verstehen als in einer braven Limousine. Das RS Coupé provoziert ständig, seine Möglichkeiten auszuloten und die fahrerischen Fähigkeiten des Fahrers auf die Probe zu stellen.

Technische Daten Audi TT RS Coupé 2.5 TFSI: zweitüriges Sportcoupé, Länge: 4,19 Meter, Breite: 1,83 Meter, Höhe: 1,34 Meter, Radstand: 2,50 Meter, Leergewicht: 1.440 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 305 – 712 Liter, Tankinhalt: 55 Liter, Motor: Reihenfünfzylinder-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 2480 ccm, Leistung: 400 PS bei 5.850 U/min – 7.000 U/min, max. Drehmoment: 480 Newtonmeter bei 1.700 – 5.850 U/min, 0 – 100 km/h: 3,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, optional 280 km/h, Verbrauch kombiniert: 8,2 Liter auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 187 g/km, Preis ab: 66.400 Euro (Roadster ab 69.200 Euro).

 

 

 

 

 

 


Ford setzt mit „Vignale“ auf italienischen Luxus

bildschirmfoto-2016-09-08-um-19-09-14Massenhersteller haben es schwer, ihren höherwertigen Modellen glaubwürdig und anfassbar jenen Premium-Anspruch mitzugeben, den die Kunden in der Oberklasse erwarten. Ford hat dafür die Turiner Traditions-Marke Vignale entdeckt, die den Fahrzeugen in Sachen Verarbeitung und Material-Qualität einen Hauch von exklusivem Luxus verleiht. Wir haben im Ford Mondeo Vignale 2,0I TDCi Bi-Turbo geprüft, ob das Premium-Versprechen gehalten wird.

Schon beim Einsteigen fällt auf, dass dieses Auto mehr bietet als gewöhnliche Massenware. Die Ausstattungslinie Vignale lässt erkennen, dass handwerkliche Feinarbeit und eine hochwertige Materialauswahl aus dem Mondeo etwas Besonders machen. Die Sportsitze und der Armaturenträger mit gestepptem Lederbezug und Handkanten-Nähten schaffen jene First-Class-Atmosphäre, wie sie in der Oberklasse üblich ist. Was man auch anfasst, wirkt hochwertig. Alle Teile sind haptisch auf hohem Niveau und auch im Detail perfekt verarbeitet. Alfredo Vignale, der 1913 in Turin geborene Carrossier-Großmeister und Begründer der Vignale-Manufaktur hätte seine Freude daran. Seine 1946 gegründete Firma arbeitete für Fiat, Ferrari, Lancia, Maserati, Alfa Romeo und sogar für BMW. Seit 1970 hat Ford die Namensrechte an Vignale und verleiht diesen Schriftzug gehobenen Sondermodellen.

fordvignale2015_rome_3660-2Jedes Fahrzeug, das im spanischen Werk vom Band rollt, wird im angegliederten Vignale-Center noch einmal von ausgewiesenen Handwerkern und Meistern ihres Fachs finalisiert. Die Finish-Profis polieren den Lack, kontrollieren die Maserung des Leders und beseitigen auch kleinste Produktionsfehler. Dabei werden die Spaltmaße ebenso kontrolliert wie die Güte der Lackierung. Erst nach 100 zusätzlichen Tests wird das Fahrzeug freigegeben.

Leise auch bei höherer Geschwindigkeit

Der Premium-Anspruch wird auch beim Fahren spürbar. Der 2-Liter-Turbodiesel verteilt seine 210 PS und das satte Drehmoment von 450 Newtonmeter sehr flüssig über die Powershift-Automatik sowie das intelligente Allradsystem mit stufenloser Kraftverteilung zwischen reinem Vorderrad- oder Allradantrieb an die Räder. Dass sich unser Testwagen mit

Was besonders auffällt: Der Vignale ist auch bei höheren Geschwindigkeiten ungewöhnlich leise. Dass Motor- und Fahrgeräusche auch bei Geschwindigkeiten über 200 km/h so zurückhaltend, ja ausgesprochen bleiben, ist einem aktiven Geräuschunterdrückungs-System zu verdanken, wie wir es von hochwertigen Kopfhörern kennen. Drei Mikrofone im Fahrgastraum analysieren die Geräuschkulisse, die mit entgegengesetzt schwingenden Klangwellen aus den Lautsprechern weitgehend neutralisiert wird. Das Ergebnis ist verblüffend angenehm.

Die Motor-Charakteristik harmoniert bestens mit der PowerShift-Automatik; sie schaltet ausgesprochen weich und reagiert blitzschnell auf das Gaspedal, wenn Zurückschalten gefordert ist. Sie sorgt auch für einen sparsamen Verbrauch, der bei unseren Testfahrten bei 6,8 Liter lag. Während früher Automatik-Getriebe oft für einen Mehrverbrauch sorgten, sind die intelligenten Schaltprogramme moderner Automaten auf effizientes Schalten ausgelegt. Das kommt natürlich dem Verbrauch zugute.

Die Federung ist eher sportlich ausgelegt

Für ein Fahrzeug der Oberklasse ist das Federungs- und Dämpfungsverhalten des Mondeo ein wenig zu sportlich ausgelegt. Wer sänftenartiges Gleiten erwartet, muss Abstriche hinnehmen. Uns gefällt von Haus aus eher ein straffes Fahrverhalten, weil es auch im Mondeo ein gutes Gefühl für die Straße vermittelt. Die präzise Lenkung sorgt in der Mittellage für einen zuverlässigen Geradeauslauf, die elektromechanische Servo-Unterstützung kommt beim Rangieren und Einparken wohltuend zur Geltung. Sie arbeitet geschwindigkeitsabhängig. Apropos Einparken: Das überlässt man besser dem aktiven Parkassistenten, der das Fahrzeug souverän in die ausreichend große Lücke steuert. Wie bei allen diesen Systemen muss die Lücke aber so groß sein, dass hier selbst ein Fahrschüler in der ersten Fahrstunde einparken könnte. Aber es soll ja Fahrer geben, die auch bei einer großen Lücke ihre Schwierigkeiten haben. Allein die serienmäßige Rückfahrkamera ist schon eine große Hilfe fürs Einparken.

Selbstverständlich ist es heutzutage, dass auch Ford seinen Top-Mondeo teilweise optional mit einer Fülle von Assistenten ausrüstet: Die aktive Geschwindigkeitsregelung hält z.B. den Abstand zum Vordermann ein, der Pre-Collision-Assistent bremst bis 40 km/h auch für Fußgänger oder mildert einen Auffahrunfall deutlich. Die Verkehrszeichen-Erkennung signalisiert Tempo-Limits oder Überholverbote, der Fahrspurassistent greift sanft in die Lenkung ein, wenn der Fahrer unaufmerksam die Fahrspur verlässt. Müdigkeitswarner, Toter-Winkel-Assistent, Fernlicht-Assistent mit adaptiver LED-Technologie sorgen für viel Sicherheit.

Die Menüführung des Navis ist nicht immer logisch

Die Software für das Infotainment- und Navi-System SYNC2 des Testwagens ist allerdings nicht ganz auf der Höhe der Zeit, weshalb Ford bereits eine neue Version SYNC3 einbaut. Die nicht immer logische Menüführung, ein ziemlich unsensibles Touch-Display machen die Bedienung nicht leicht. Man muss ziemlich fest drücken, bis die Eingaben registriert werden. Immer wieder hat man dabei das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Wenn man sich länger damit beschäftigt hat, kommt man damit aber gut zurecht. Die ebenfalls über den Touchscreen bedienbare Sony-Anlage mit zwölf Lautsprechern klingt sehr transparent, bietet füllige Bässe und erfüllt somit auch hohe Ansprüche.

Vignale soll nicht nur für edle Materialien, modernste Technologien und hochwertige Verarbeitung stehen, sondern auch für besondere Dienstleistungen. Dazu gehören zum Beispiel ein besonderer Kundenbetreuer und die rund um die Uhr erreichbaren Ansprechpartner der kostenlosen Vignale-Hotline. Eine Service-Smartphone-App zeigt den Ort an, wo der Fahrer das Fahrzeug geparkt hat, welche Tankstelle in der Nähe ist und verbindet bei Bedarf mit der Hotline. Optional wird auch ein Abhol- und Bring-Service für Werkstattaufenthalte angeboten.

Fazit: Ford setzt mit der Vignale-Sonderausstattung nicht nur im Mondeo ein Premium-Signal, das aus sehr guter Verarbeitung guter Materialien, einer umfangreichen Grundausstattung und dem Wohlfühl-Ambiente der oberen Mittelklasse besteht.

Technische Daten Ford Mondeo Vignale 2,0 I TDCi Biturbo Turnier: fünftüriger Kombi, Länge: 4,86 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe: 1,50 Meter, Radstand: 2,85 Meter, Wendekreis: 11,9 Meter, Leergewicht: 1.600 Kilogramm, Gepäckraumvolumen: 500 – 1585 Liter, Tankinhalt: 62 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader, Hubraum 1997 ccm, Leistung: 210 PS bei 3750 U/min, max. Drehmoment: 450 Newtonmeter bei 1.750 – 3.000 U/min, 0 – 100 km/h: 8,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 228 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 129 g/km, Euro 6, Grundpreis: 45.850 Euro, Testwagenpreis 50.185 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Das VW Beetle Cabrio verströmt positives Flair

Das Beetle Cabrio ist ein Sympathie-Träger erster Güte. Seine fröhliche Ausstrahlung lässt den Alltag vergessen und vermittelt Sommer-Feeling auch dann, wenn es regnet.

Es gibt nicht viele moderne Retro-Klassiker, die ein so positives Flair umweht wie das Beetle Cabrio. Anders als in einem teuren Sport-Roadster oder Cabrio genießt der Beetle uneingeschränkt gesellschaftliche Anerkennung. Immer wieder reckten Passanten angesichts des Beetle Cabrios den Daumen nach oben, was uns in einem offenen Lamborghini nicht passiert ist. Allerdings spricht dies nicht gegen den Lamborghini, sondern eher gegen unser leider neidgeprägtes Klima. Aber das ist eine andere Geschichte.

Eigentlich hat der aktuelle Beetle nichts mit seinem Ur-Ahn gemein, der von 1949 bis 1980 immerhin 330.300-mal vom Band gerollt ist. Dass der moderne Beetle bestenfalls rudimentär die Käferform des Vorgängers übernommen hat, macht ihn nicht weniger attraktiv. Wenn sich demnächst vom 19. bis 21. August die Käfer-Fans bei der Beetle Sunshinetour 2016 in Travemünde zusammenfinden, wird dieses Gefühl für eine besondere Art der Lebensqualität sichtbar. Uralte, alte und moderne Krabbeltiere auf vier Rädern werden jene positive Lebensart zelebrieren, die das Käfer Fahren seit jeher ausmacht. Das gilt ganz besonders für das Cabrio.

Volkswagen Beetle CabrioletWir fuhren die 105-PS-Version mit Benzinmotor (es gibt fünf Motorvarianten, auch Diesel, im Herbst kommen neue Motoren) und können konstatieren, dass diese Leistung in allen Lebenslagen ausreichend ist. Das sehr angenehm zu schaltende Sechsgang-Getriebe harmoniert in seiner Abstufung ausgezeichnet mit dem Motorcharakter, der allerdings nicht mit Drehmoment glänzen kann. Aber: Wer den offenen Beetle fährt, will tief durchatmen, die frische Luft genießen und den Kopf freibekommen von den trivialen Gedanken des Alltags. Sportliche Fahrdynamik spielt da eine untergeordnete Rolle. 10,9 Sekunden von null auf 100 km/h erscheinen lang, vom Gefühl her sind sie es nicht. Und mit 180 km/h Höchstgeschwindigkeit ist man immer noch zügig unterwegs. Wem das nicht ausreicht, der kann den Beetle auch mit 220 PS ordern und auf der freien Autobahn 230 km/h schnell sein. Aber was soll´s?

Das Beetle Cabrio rollt auf der Golf-Plattform

Beim Fahren über kurviges Terrain und schlechten Straßen fällt auf, wie verwindungssteif die Karosserie geworden ist. Das führt zu einem äußerst präzisen Lenkverhalten, wobei sich die elektromechanische Servolenkung als sehr angenehm erweist. Dabei benimmt sich der Beetle sowohl auf kurvenreicher Landstraße als auch auf der Autobahn wie ein modernes Auto mit einem gut abgestimmten Fahrwerk. Kein Wunder, rollt dieser Beetle doch auf der bewährten Golf-Plattform. An den Fahreigenschaften gibt es nichts auszusetzen. Wir haben zwar nie den Grenzbereich ausgelotet, sind aber sicher, dass der Beetle seine gutmütigen Eigenschaften auch dort zur Geltung bringt. Hier setzen die 105 PS allerdings Dynamik-Grenzen, die mit der 220-PS-Version durchaus auszuloten wären. Andererseits zeigte sich unser Testwagen mit einem Verbrauch von durchschnittlich und real erfahrenen 7,5 Litern entsprechend bescheiden, was man von dem 220-PS-Modell sicher nicht wird sagen können.

Das Dacht des Beetle Cabrio lässt sich bis 50 km/h öffnen oder schließen Fotos: VW

Das Dacht des Beetle Cabrio lässt sich bis 50 km/h öffnen oder schließen Fotos: VW

Der Reiz des Beetle Cabriolet ist – was denn sonst –  das Fahren mit offenem Dach. Das so oft wie möglich zu nutzen, ist auch bei kühleren Temperaturen möglich. Einfach die Heizung auf volle Leistung stellen, und schon lässt sich das Cabrio auch in den Übergangszeiten als Cabrio nutzen. Mit dem optionalen Windschott lassen sich störende Wirbelwinde deutlich reduzieren.

Formale Bescheidenheit als Qualitäts-Merkmal

Die Armaturentafel in Wagenfarbe ist ein attraktives Zitat alter Käfer-Herrlichkeit. Dabei zeigen drei ineinander verbundene Rund-Instrumente samt zweier Handschuhfächer und dem Lenkrad mit Speichen ebenfalls in Wagenfarbe gleichermaßen Retro-Look als auch modernes Design. Es ist zweifellos sehr gut gelungen, die Vergangenheit mit der Moderne zu verbinden. Das durchaus schlicht gehaltene Interieur-Design ist gerade wegen seiner formalen Bescheidenheit ein absolutes Highlight, ein Hingucker der besonderen Art.

Das wohl wichtigste Detail des Beetle Cabrios: Das Verdeck macht einen sehr robusten und gut isolierten Eindruck. Selbst im Starkregen fühlten wir uns im Beetle Cabrio gemütlich aufgehoben. Wir haben immer wieder andächtig den aufs Dach klopfenden Regentropfen gelauscht. Das schafft ein Gefühl der Geborgenheit, wie es sonst nur Camper im Zelt erleben. Auch in der Waschstraße zeigt sich die Qualität der Dachkonstruktion: Wir vermelden absolute Dichtigkeit von allen Seiten.

Die großen Türen sind bequem und unpraktisch zugleich

Apropos: Dass sich das Dach bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h öffnen und schließen lässt, ist sehr praktisch und dem Fortschritt in der Verdeck-Mechanik zu verdanken. Es war und ist bei manch anderen Cabrios sehr unangenehm, wenn man an einer roten Ampel das Dach öffnen oder schließen will, weil es zu regnen beginnt oder die Sonne hervorkommt, und im stehenden Auto warten muss, bis das Verdeck in seiner Endposition angekommen ist. Wenn dann der Hintermann hupt, ist das der Fahrfreude nicht zuträglich. Nicht so im VW Beetle Cabriolet. In knapp zehn Sekunden ist es in seiner Endposition angekommen.

Die großen Türen machen das Aus- und Einsteigen in unseren engen Parklücken, geplant für die schmaleren Autos aus den Siebzigern, recht mühsam. Dafür ist das Ein- und Aussteigen für die hinten Sitzenden sehr leicht. Und wer auf große Reise geht, muss sich mit einem relativ kleinen Kofferraum zufrieden geben. Aber das weiß man, wenn man sich ein Beetle Cabrio zulegt.

VW bietet den Beetle in so vielen Farb- und Ausstattungsvariationen an, dass man leicht  die Übersicht verliert. Vom Cabrio „Allstar“ (ab 27.025 Euro) bis zum „R-Line Exclusive“ (ab 32.725 Euro) gibt es neun Varianten. Dazu eine unendliche Zahl von Individualisierungsmöglichkeiten. Interessenten müssen sich viel Zeit nehmen, die Kataloge zu studieren. Dort erfahren sie dann, dass der billigste Beetle als Cabrio mindestens 22.800 Euro kostet, aber mit allen Extras locker über 35.000 Euro plus kommen kann. Das Beetle Cabrio ist sicher kein Sonderangebot, aber es stellt etwas ganz Besonderes dar. Ein wenig übertrieben erscheint uns die Möglichkeit, auch den Modell-Schriftzug auf dem Kofferraumdeckel in Chrom zu variieren: Beetle, Bug, Volkswagen, Käfer, Coccinelle oder Maggiolino stehen für je 33,30 Euro zur Wahl.

Technische Daten VW Beetle Cabriolet: Viersitziges Cabriolet mit zwei Türen, Länge: 4,29 Meter, Breite (mit Außenspiegel): 2,02 Meter, Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,52 Meter, Wendekreis: 10,8 Meter, Leergewicht: 1.340 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 225 Liter, Tankinhalt: 55 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Benziner mit Turbolader, Hubraum 1197 ccm, Leistung: 105 PS bei 4.500 U/min, max. Drehmoment: 175 Newtonmeter bei 1.400 – 4.000 U/min, 0 – 100 km/h: 10,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, NFZ-Durchschnittsverbrauch: 6,7, Liter auf 100 km, CO2-Emission: 126 g/km, Preis ab: 22.800 Euro.


Der neue Fiat 124 Spider: Offen und herrlich

Kopffreiheit bis zur Sonne hat bei Fiat Tradition. Mit dem neu aufgelegten 124 Spider will die Marke an den vor 50 Jahren vorgestellten Sport Spider erinnern, der in den Sechzigern nicht nur die Sehnsucht nach Bella Italia und Dolce Vita erfüllte, sondern heute zum begehrten Oldtimer gereift ist. Dass der neue Spider um Welten besser ist, ändert nichts an der Gemeinsamkeit authentischen Roadster-Feelings.

Wer hätte es für möglich gehalten, dass man auf Basis des Mazda MX-5 einen lupenreinen italienischen Sportwagen auf die Räder stellen kann? Wenn wir es nicht besser wüssten, würden wir jeden Meineid schwören, dass der neue 124 Spider reinrassigsten Turiner Geblüts ist. Die Zusammenarbeit mit Mazda ist nicht zu kritisieren und hat ein begehrenswertes Automobil zuwege gebracht. Denn nur durch die Kosten sparende Zusammenarbeit mit den Japanern war es möglich, diesen attraktiven Zweisitzer ab 23.990 Euro auf den Markt zu bringen.

140 PS reichen aus, für sportliches Temperament zu sorgen

Wir haben den neuen Italiener bei schönstem Sonnenschein ausgiebig genossen, haben uns in das gut und sportlich knapp geschnittene Cockpit fallen lassen, das Dach von Hand geöffnet und sind losgefahren. Und wir sind angenehm überrascht, dass 140 PS aus einem 1,4-Liter-Vierzylinder völlig ausreichen, nicht nur in aller Offenheit Spaß zu haben, sondern auch in Sachen Temperament und Fahrverhalten viel Vergnügen bieten. Zur Zeit des ersten Spiders (der hatte anfangs nur 90 PS) wäre der Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h eines Porsche würdig gewesen.

Das Cockpit ist sportlich  knapp geschnitten Fotos: Fiat

Das Cockpit ist sportlich knapp geschnitten, alles ist am richtigen Platz                          Fotos: Fiat

Aber auch heute fühlt man sich im neuen Fiat 124 Spider temperamentvoll bewegt.Das Fahrverhalten vermittelt in allen Kriterien elementaren Roadster-Genuss. Zu verdanken ist dies in einem hohen Maße der präzis-direkten Servolenkung, die elektrisch unterstützt wird. Sie erscheint auf den ersten Metern fast ein wenig zu direkt. Wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, ist es wunderbar, auf einer kurvigen Landstraße hin und her zu schwingen.

Fahrvergnügen, das man in einem Roadster erwartet

Der Hinterradantrieb, ein gut abgestimmtes Fahrwerk und ein knackig-präzise schaltbares Sechsgang-Getriebe vermitteln genau jenes Maß an Fahrvergnügen, das man in einem solchen Roadster erwartet. Den kurzen Schaltknauf der Gangschaltung durch die Gänge zu bewegen, ist pures Schaltvergnügen. Wenn das von einem begeisterten Automatik-Fahrer (eine Automatik gibt es im 124 Spider auch nicht als Extra) geschrieben wird, sollte das schon überzeugend klingen. Schalten hat uns schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht.

Es gibt keine elektronische Dämpferverstellung, keine Spur-Assistenten oder ähnliche Feature, den Puristen gerne Schnickschnack nennen. Natürlich sind sicherheitsrelevante Systeme wie die elektronische Stabilitätskontrolle, ABS, Reifendruck-Kontrolle serienmäßig an Bord. Auf Wunsch gibt es nur wenige Extras. Zum Beispiel LED-Scheinwerfer, Kurvenlicht mit automatischer Leuchtweitenregulierung (1500 Euro), das Bose-Sound-System für 700 Euro.

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Unterwegs im Fiat 124 Spider: Roadster fahren kann so schön sein.

Zusammenfassend kann man sagen: Fiat ist ein guter Kompromiss zwischen puristischem Spider-Feeling und moderner Ausstattungs-Notwendigkeit gelungen. Natürlich will auch der Spider-Fahrer heutzutage allzeit „connected“ sein, das optionale Infotainment-System mit Touchscreen-Display und Navigation sowie eine Rückfahrkamera sind heute absolutes Must-have. Die 1000 Euro für das Premium Paket sind es wert. Serienmäßig sind die fast unverzichtbaren Extras wie eine Klimaanlage, die automatische Geschwindigkeitsregelung Cruise Control und das schlüssellose Startsystem „Keyless Go“ mit einem Motorstartknopf neben dem attraktiven Lederlenkrad. Die Drehregler für die Klimaanlage klicken beim Drehen hochwertig, die Materialien im Inneren erscheinen erlesen und die Form des Cockpits spricht den Roadster-Fahrer in uns allen an. Dass dem neuen Fiat Ablagemöglichkeiten und ein großer Kofferraum fehlen, ist kein Minuspunkt. Wer mit großem Gepäck reisen will, ist hier an der falschen Adresse. Echten Spider-Fahrern genügt der Platz fürs kleine Overnight-Besteck. Ein Minuspunkt ist da schon eher, dass die Wartungsintervalle mit 15.000 Kilometern recht kurz erscheinen.

Technische Fiat 124 Spider: Länge: 4,05 Meter, Breite: 1,74 Meter, Höhe: 1,23 Meter, Radstand: 2,31 Meter, Leergewicht: 1.125 Kilogramm, Tankinhalt: 45 Liter, Motor: Vierzylinder-Otto-Motor mit Turbolader, Hubraum 1368 ccm, Leistung: 140 PS bei 5.000 U/min, max. Drehmoment: 240 Newtonmeter bei 2.250 U/min, 0 – 100 km/h: 7,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 217 km/h, Durchschnittsverbrauch NFZ 6,4 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 148 g/km, Euro 6, Preis ab: 12.350 Euro.

 

 

 


Neuer Dreizylinder im kleinsten Volkswagen: Up, up and away!

Der neue VW Up! (das Ausrufezeichen gehört tatsächlich zur Modellbezeichnung) ist erwachsen geworden. Das gilt nicht unbedingt für die Optik, die trotz schärferer Linienführung nach wie vor sehr jung und frech erscheint, sondern vor allem für den technischen Inhalt. Wir fuhren den turbogeladenen neuen Dreizylinder der Baureihe mit 90 PS und hatten Spaß ohne Ende.

Das Temperament des Kleinen harmoniert mit dem Gesamtpaket aus Form, Farbe, Ausstattung und überhaupt. 9,9 Sekunden von null auf 100 km/h machen deutlich, dass das Wägelchen überall locker mithalten, auch weil es nur 1.100 Kilogramm wiegt. Bei aller Dynamik fühlt man sich fahrwerkseitig jederzeit gut aufgehoben. Der Kleine ist komfortabel und kurvenfreudig wie ein Großer. Schnelle Kurven absolviert er flink, ohne den Fahrer zu verunsichern. Die auf der Autobahn erreichbare Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h ist bestimmt kein theoretischer Wert. Wir konnten sie bei der Fahrvorstellung am Comer See nicht selbst erfahren, haben aber keinen Zweifel, dass der up! unser Vertrauen verdient.

 

Junger Look auch im Interieur. Ein Navi gibt es nicht, aber eine Halterung fürs smart-phone

Junger Look auch im Interieur. Ein Navi gibt es nicht, aber eine Halterung fürs smart-phone

Wer im VW up! noch sparsamer fahren will, greift zur Erdgas-Version Fotos: VW

Der Dreizylinder mit seinen 999 Kubik ist sehr gut gedämpft und läuft auch in höheren Drehzahlen überraschend vibrationsarm. Das 5-Gang-Schaltgetriebe lässt sich präzise schalten und ist gut auf die Motor-Charakteristik abgestimmt. Der Motor überrascht mit Drehmoment und Drehfreude, was dem Verbrauch zu gute kommt, der mit 4,4 Litern angegeben wird, realistisch eher bei 6 Litern liegen dürfte. Wer es noch sparsamer will, kann auch zum erdgasbetriebenen eco up! mit 68 PS oder zum Citystromer e-up! mit 82 PS greifen. Der kleinste Benziner leistet 60 PS und kostet ab 9.850 Euro, 250 Euro weniger als der Vorgänger.

Dass VW vor allem junge Leute im Auge hat, wird an interessanten Ideen und den Ausstattungsmöglichkeiten deutlich. 13 originelle Farben, darauf abgestimmtes Interieur, zehn Dashboard-Designs und sieben Sitzfarben setzen der Individualisierung keine Grenzen. Wer will, kann seinen up! zur Disko umfunktionieren: Im Sondermodell up! beats (ab 13.150 Euro) mit einem 300-Watt-Soundsystem vom amerikanischen Audio-Spezialisten BeatsAudio und sechs High-end-Lautsprechern mit separatem Subwoofer lässt sich Konzertsaal-Feeling erzeugen. Da spielt es keine Rolle, ob Klassik oder Club-Sound angesagt ist. Es gibt auf jeden Fall gehörig was auf die Ohren.

Der neue Volkswagen up!

Wer nicht immer alleine fährt, sollte sich für den 4-Türer entscheiden. Alle Fotos: Volkswagen

Wozu ein teures Navigationssystem ab Werk, wenn es auch das smart-Phone tut? Das ist wirklich eine gute Idee: Das smart-Phone einfach in die dafür vorgesehene Halterung über dem Armaturenbrett einklinken, Ladekabel anschließen, und schon ist das Handy per Bluetooth mit allem integriert, was in ihm steckt. Mit der Volkswagen App „maps and more“ kann der Fahrer offline, d.h. ohne Roaming-Kosten navigieren, telefonieren und Fahrzeugdaten abrufen. Ein Navi ab Werk ist weder nötig noch überhaupt erhältlich. Ein Navi steht nicht einmal in der up!-Preisliste.

Der up! wurde bereits 660.000mal verkauft

Überrascht hat uns, dass es im neuen up! optional technische Features gibt, die sonst nur in Modellen höherer Klassen zu haben sind. Vom Multifunktionslenkrad bis zur Rückfahrkamera, von der Klimaautomatik mit Allergenfilter bis zur Lichtfunktion „coming home“ und dem LED-Tagfahrlicht hat der neue up! eine Menge zu bieten. Der up! ist wirklich erwachsen geworden und dürfte die Erfolgsgeschichte des kleinen VW fortschreiben, der in den vergangenen fünf Jahren 660.00-mal verkauft wurde und in Deutschland, Dänemark und Holland zum beliebtesten Kleinwagen avanciert ist.

Technische Daten VW up! TSI BlueMotion: Länge: 3,60 Meter, Breite: 1,65 Meter, Höhe: 1,50 Meter, Radstand: 2,40 Meter, Leergewicht (inklusive Fahrer mit 75 kg) : 1.111 Kilogramm, Tankinhalt: 35 Liter, Motor: Dreizylinder-Otto-Motor mit Turbolader, Hubraum 999 ccm, Leistung: 90 PS bei 5.000 U/min, max. Drehmoment: 160 Newtonmeter bei 1.500 bis 3.500 U/min, 0 – 100 km/h: 9,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, Durchschnittsverbrauch NFZ 4,4 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 101 g/km, Euro 6, Preis ab: 12.350 Euro.

 

 


Der neue Audi Q2: Als SUV das Gelbe vom Ei?

Mit dem neuen Q2 will Audi das SUV-Segment im Kleinwagen-Bereich erobern. Mit drei Benzinern und drei Dieseln zwischen 115 und 190 PS soll er vor allem jüngere Kunden überzeugen. Das könnte schief gehen, denn der Q2 ist nicht nur für junge Zielgruppen ein spannendes Angebot, das in der Basisversion ab 22.900 Euro zu haben ist.

Er ist nicht klein, sondern hat das Format wahrer Größe. Er ist alles, nur nicht langweilig. Und er ist nicht wirklich ein SUV, obwohl man in ihm acht Zentimeter höher sitzt und seine Proportionen als eine Art optische Täuschung SUV-Ausstrahlung suggerieren.

Dynamic photo,  Colour: Vegas Yellow

Der neue Q2 in Vegasgelb                                                        Fotos: Audi AG

Der Neue im Audi-Modellangebot weigert sich, in Schubladen gängiger Marketing-Termini gesteckt zu werden. Wahrscheinlich ist er nur ein neues Automobil, das ungemein sympathisch und formal ein wenig frecher daher kommt als die anderen Audi-Modelle. Also das richtige Auto für jedermann, der Wendigkeit im Stadtverkehr und innere Größe und Werte mehr schätzt als Geländetauglichkeit, die auf den Flaniermeilen der Großstädte eh ohne Belang ist, aber wo die SUV dieser Welt zu 99 Prozent gefahren werden.

Der Q2 spricht mit Sicherheit nicht nur junge Leute an, wie man meinen könnte. In seinem Segment ist er dann vielleicht doch das Gelbe vom Ei. Gemacht für eine Zielgruppe, die sich einer eindeutigen Definition entzieht. Die gewollt jugendliche Ausstrahlung des Q2, seine formale Eleganz, sein urbaner Bonsai-Schick trifft den Geschmack von Jung und Alt.

Audi ist mächtig stolz auf den Kleinen. Design, Connectivity, Materialien, elektronische Assistenten, (zunächst) sechs Motoren und auf Wunsch Quattro-Allradantrieb bieten, was das Herz begehrt. Klar, dass Audi damit auch bei den Wettbewerbern auf Ab-Werbetour im anspruchsvollen Premium-Segment kleiner Crossover gehen möchte. Tatsächlich ist der Q2, der ab November beim Händler steht und in der naturgemäß nicht gerade üppig ausgestatteten Basisversion ab 23.000 Euro zu haben ist, ein spannendes Ad-on im variantenreichen Portfolio aus Ingolstadt.

Cockpit

Q2-Cockpit: ergonomisch bis ins letzte Detail

 

Mit dem Q2 will Audi einmal mehr Design-Kompetenz vermitteln. Dem neuen Kleinen fällt gar die Aufgabe zu, ein neues Design-Kapitel bei Audi aufzuschlagen. Das neue Gesicht soll den Q2 von den größeren Brüdern differenzieren, der Singleframe-Grill mit dem Rahmen aus Aluminium den hohen Qualitätsanspruch signalisieren und mehr sein, als es die Dimensionen (Länge 4,19 Meter) hergeben. Das ist bestes Audi-Design, das nicht erklärt werden muss, sondern intuitiv als eigenständige Ästhetik wahrgenommen wird. Charakteristisch sind die kurzen Überhänge und die überraschend wirkende Einbuchtung, die sich in Schulterhöhe über die beiden Türen erstreckt, dem Fahrzeug seinen besonderen Charakter gibt. Breite Schultern und die Form über den Radhäusern erinnern bewusst an den Ur-Quattro. „Wir haben den Audi Q2 gezielt für junge Kunden entwickelt“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler. „Schon rein optisch ist er ein Typ mit Ecken und Kanten. Der kompakte SUV vereint das technische Know-how unserer Marke mit hohem Alltagsnutzen und emotionalem Charakter.“

Wir haben uns auf einer ersten Testfahrt intensiver mit dem von Audi als „Lifestyle-Sportler“ bezeichneten Q2 in der Version 1.4 TFSI mit 150 PS beschäftigt. Auffällig ist im Q2 der Innenraum, der größer ist, als man von außen vermutet. Fünf Personen finden hier Platz, vier können bequem längere Strecken zurücklegen. Aber das ist wohl bei jedem Fünfsitzer so, dass der hintere Mittelplatz wie in jeder Airline dem Passagier Komfort-Einschränkungen zumutet. Dafür ist der Knieraum hinten in dieser Klasse von nachgerade großzügiger Dimension. Bei vorgeklappten Rücksitzlehnen fasst der Gepäckraum 1.050 Liter, genug für den kleinen Möbeltransport nach dem Einkauf bei Ikea. Als Extra gibt es eine elektrische Heckklappe und die dreigeteilte Rückbank mit Durchlademöglichkeit für die Ski im Winterurlaub.

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Der Audi Q2 im SUV-Format wird nicht nur junge Kunden interessieren

Das Cockpit wirkt aufgeräumt, ergonomisch optimiert, wenngleich die vielen angebotenen Funktionen entsprechende Hebel, Schalter, Knöpfe und Menüs erfordern, die schon mal überfordern können. Der MMI-Monitor steht fest in der Mitte der Instrumententafel und ist in der Größe vom gewählten Infotainment-System abhängig. Immer wieder begeistert uns in nunmehr allen Audi-Modellen das optionale virtuelle Cockpit. Ein Extra, das einfach dazu gehört. Jetzt gibt es sogar ein Head-up-Display, dessen Informationen allerdings nicht in die Frontscheibe, sondern in eine kleine extra Scheibe im Blickfeld des Fahrers projiziert werden. Seine Ablesbarkeit und Funktionalität steht einem „großen“ Head-up-System in nichts nach. Die Qualität der Verarbeitung und die hochwertigen Materialien zu loben, hieße Audis nach Ingolstadt fahren. Innenraum-Qualität ist Audi pur.

Leistungsmäßig im Mittelfeld der aktuellen Varianten angesiedelt, hat uns das Temperament des Q2 in den Schweizer Bergen überrascht und sogar begeistert. Dass der Motor Zylinderabschaltung hat, ist uns gar nicht aufgefallen, so unauffällig geht sie vonstatten. Was sie genau an Ersparnis bringt, wissen wir allerdings nicht. Mit dem Doppelkupplungs-Getriebe, das unbedingt zu empfehlen ist, gibt Audi einen Verbrauch von 5,2 Liter an. Bei recht zügiger Berg- und Talfahrt meldete der Bordcomputer schließlich einen Durchschnittsverbrauch von 6,7 Liter. Für einen Benziner mit dieser Leistungsfähigkeit ist das hoch effizient. Das liegt sicher auch am sportlich-schlanken Gewicht des Q2 von 1280 Kilogramm.

Die Agilität des kleinen Audi ist großartig und neben dem verstellbaren Fahrwerk der serienmäßigen Progressivlenkung zu verdanken, die abhängig vom Lenkeinschlag variiert. Bei großen Lenkbewegungen wird sie direkter und sorgt für spürbare Dynamik und präzise Rückmeldung, wohin die Reise geht. Besonders auffallend sind die Vorteile dieser Lenkung im Stadtverkehr, aber auch auf kurvigen Landstraßen. Der Q2 bewegt sich um die Hochachse wieselflink, vermittelt ein zielgenaues Lenkgefühl, ist zudem jederzeit gut kontrollierbar.

Wer die Ausstattung „Audi connect“ bestellt, bekommt eine fest eingebaute SIM-Karte, die Google Earth und Google Street View in die Navigation integriert sowie den Zugang zu Twitter und das E-Mail-Postfach ermöglicht. Die Karte bietet in den meisten europäischen Ländern für drei Jahre kostenloses Roaming, muss danach gegen Gebühr verlängert werden, wenn man die Dienste weiter nutzen möchte.

Die Fahrerassistenz-Systeme sickern nun auch aus der Oberklasse in den Q2. Von der automatischen Abstandskontrolle (ACC) mit Stopp-and-go—Funktion bis zum Stauassistenten, der kurzzeitig bis 65 km/h auch lenken kann, sind alle Systeme zum Teil optional vorhanden. Der Notfallassistent bringt im Ernstfall das Auto automatisch zum Stehen. Leider ist der prädiktive Effizienzassistent im Q2 noch nicht zu kaufen, der nicht nur Verkehrszeichen lesen kann, sondern auf Wunsch auch die Geschwindigkeit automatisch der Route oder einem Tempolimit anpasst. Aber auch die optionale kamerabasierte Verkehrszeichen-Erkennung allein bietet ein wichtiges Plus an Fahrerinformation.

Noch etwas zum Schluss: Die Fantasie der Designer drückt sich nicht nur in der Form aus, sondern auch in den Namen interessanter Farben, insgesamt zwölf an der Zahl. Da gibt es ein geheimnisvoll anmutendes Quantumgrau, ein Mythosschwarz, Tangorot oder ein leuchtendes Korallenorange. Das Gelbe vom Ei unserer Fotos wäre mit einem schlichten Gelb geradezu banal beschrieben. Da klingt Vegasgelb wesentlich origineller.

Technische Daten Audi Q2 1.4 TFSI: Länge: 4,20 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,50 Meter, Radstand: 2,60 Meter, Leergewicht: 1.280 Kilogramm, Tankinhalt: 50 Liter, Motor: Vierzylinder-Otto-Motor mit Turbolader, Hubraum 1.395 ccm, Leistung: 150 PS bei 5.000 U/min, max. Drehmoment: 250 Newtonmeter bei 1.500 bis 3.500 U/min, 0 – 100 km/h: 8,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h, Durchschnittsverbrauch NFZ 5,2 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 119 g/km, Euro 6, Preis ab: 24.900 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Hyundai Tucson: Robust-eleganter Geländegänger

Schon der Name ist ein Versprechen: Tucson heißt nicht nur die Stadt in Arizona mit dem Flair von abenteuerlicher Wildwest-Romantik, sondern auch der elegant-robuste Geländegänger-SUV von Hyundai, der sowohl auf dem Boulevard als auch im Gelände mit optionalem Allradantrieb zu überzeugen weiß.

Aber das ist noch nicht alles: Zahlreiche Assistenten, komfortable Sitze, ein modernes Cockpit und ein ausgewogenes Fahrwerk sorgen für ein hohes Maß an Sicherheit und entspanntes Reisen auch auf langen Strecken. Immer wieder fragen wir uns, warum wir einmal Vorbehalte gegenüber koreanischen Autos hatten. Vielleicht deshalb, weil sie vor 20 Jahren tatsächlich unsere verwöhnten Ansprüche nicht erfüllen konnten. Die Koreaner legen aber ein dermaßen hohes Tempo beim Eingehen auf höchste, besonders deutsche Ansprüche vor, dass den europäischen Herstellern Angst und Bange werden kann.

Wie lange werden deutsche Premium-Marken ihren Image-Vorsprung halten können?

Die dynamische Frontpartie  zeichnet den Tucson aus

Die dynamische Frontpartie wurde in Rüsselsheim designt

Es wird nicht mehr lange dauern, bis vor allem einheimische Premium-Marken ihren Image-Vorsprung verloren haben, für den die Kunden (noch) Premium-Preise zu zahlen bereit sind. Wenn diese Hersteller in Sachen Kundenorientierung nicht dazulernen und zum Beispiel ihre knauserige Zwei-Jahres-Garantie nicht grundsätzlich auf fünf oder sieben Jahre (Kia) erweitern, werden sie Kunden verlieren. Die angeblich großzügige Kulanzregelung, die hier zu Lande immer ins Feld geführt wird, endet nicht selten in einer unwürdigen Bettelei des Kunden beim Vertragshändler, Reparatur-Kosten per Kulanz zu übernehmen. Und oft sind die deutschen Hersteller nur bereit, „als großzügiges Entgegenkommen“ einen Teil davon zu übernehmen. Oder nehmen wir das Navi-Karten-Update, das bei Hyundai fünf Mal kostenlos ist, aber bei anderen Herstellern jedes Mal teuer bezahlt werden muss.

Wir haben für unsere Testfahrt den Hyundai Tucson 1.6 Turbo-Benziner mit 177 PS und 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe mit Allradantrieb und der Premium-Ausstattung gewählt, der mit einem Basispreis ab 34.750 Euro in der Liste steht und mit Doppelkupplungsgetriebe ab 36.800 Euro kostet. Die preiswerteste Variante mit Vorderradantrieb ist schon ab 27.950 Euro zu haben.
Die Liste der Extras ist extrem kurz. Metallic und der attraktive Mineraleffekt kosten 590 Euro. Navi mit Rückfahrkamera steht ebenso mit 0 Euro in der Preisliste wie die LED-Hauptscheinwerfer. Das Panorama-Glas-Schiebedach kostet 1.200 Euro, das Lederpaket 1.600 Euro. Mit 1.100 Euro überraschend teuer erscheint das elektronische Sicherheitspaket mit autonomem Notbrems-Assistenten, Frontkollisionswarnung, Totwinkelassistent, Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichen-Assistent. Im Wesentlichen war´s das schon an aufpreispflichtigen Extras, wenn man nicht noch ein paar optische Individualisierungswünsche hat.

In Europa entwickelt und produziert

Der Tucson war uns schon beim Einsteigen sympathisch. Die Materialausstattung und die Verarbeitung, die ästhetisch geformte Ergonomie reichen in Sachen Qualität durchaus an deutsche Premium-Produkte heran. Auch hier haben die Koreaner schnell gelernt. Was heißt Koreaner: Der Design-Chef Peter Schreyer kommt von Volkswagen, hat schon Audis geformt und setzt nicht nur formal auf Qualität, sondern weiß auch, wie wichtig die haptische Anmutung der Materialien im Innenraum ist. Die Globalisierung im Automobilbereich ist so weitreichend, dass sich auch kulturelle Unterschiede und formaler Geschmack vermischen, zumal weil auch die Designer und Ingenieure international wirken. Außerdem wurde der neue Tucson im europäischen Design-Zentrum der Marke in Rüsselsheim entworfen, im benachbarten Entwicklungszentrum konstruiert und in Tschechien produziert. Mehr Europa geht eigentlich kaum.

Das Navi gehört zu den Besten auf dem Markt

Vielleicht erscheint das Cockpit auf den ersten Blick mit Schaltern und Knöpfen überladen, aber dieser Eindruck legt sich schnell, weil sich die Bedienbarkeit und Platzierung als logisch, übersichtlich und selbsterklärend erweist. Die Tasten im Lenkrad, die im Blinker- und Scheibenwischerhebel integrierten Funktionen, die Knöpfe unterm großen Navigations-Display

Das Cockpit erfüllt hohe Ansprüche an Form, Material und Verarbeitung        Fotos: Hyundai

Das Cockpit erfüllt hohe Ansprüche an Form, Material und Verarbeitung.              Fotos: Hyundai

oder jene für die Klimatisierungsautomatik mit zwei Zonen: Man braucht nicht die (übrigens sehr umfangreiche) Bedienungsanleitung zu studieren, um klar zu kommen. Das Navi gehört in Sachen Darstellung und Funktionalität zum besten auf dem Markt. TomTom Live Service bietet Verkehrsinformationen in Echtzeit und beeindruckte uns immer wieder, in dem es uns bei Verkehrsstörungen effiziente Alternativrouten empfahl, die auch funktionierten. So muss das sein, während schlechte Navis den Stau oft erst melden, wenn man mitten drin steht.

Das radargestützte Auffahrwarnsystem mit autonomem Notfallbremsassistenten, ein Toter-Winkel-Assistent und eine kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung für Tempolimits und Überholverbote sind wichtige Elemente im Tucson. Dass das Radarsystem nicht auch dazu genutzt werden kann, den Abstand zum Vordermann zu halten, ist schade. Dennoch ist die automatische Geschwindigkeitsregelung besonders auf langen Autobahnfahrten eine Wohltat und ein Plus an Fahrkomfort. Das automatische Abstand halten haben wir schmerzlich vermisst.

Der Spurhalteassistent mit Lenkeingriff überbrückt fahrerische Unaufmerksamkeit zuverlässig, sobald sich das Fahrzeug der Fahrbahn-Grenze nähert. Weitere Assistenten sind der automatisierte Einparkassistent, der Bergabfahrassistent und der Anfahrassistent mit Auto-hold-Funktion beim Anfahren am Berg.

Der Tucson fährt sich wie ein komfortabler Pkw

Wie fährt er sich? Für einen SUV zweifellos sehr gut. Auf schlechten Straßen wirkt er zuweilen etwas straff, aber er vermittelt stets ein sicheres Fahrgefühl. Die Lenkung ist sehr komfortabel ausgelegt, was den Tucson leicht manövrierbar macht. Zuweilen haben wir aber das Gefühl für die Straße vermisst, was aber andere Fahrer ganz anders sehen mögen. Die 177 PS des 1,6-Liter-Turbobenziners zeichnen sich im Zusammenwirken mit dem Doppelkupplungsgetriebe als völlig ausreichend aus. Immerhin ist der SUV damit über 200 Stundenkilometer schnell.

Die Heckklappe öffnet sich wie von Geisterhand.

Die Heckklappe öffnet sich wie von Geisterhand und gibt viel Raum frei. Nur die Radhäuser stören.

Auf unserer Testfahrt schwankte der Verbrauch je nach Fahrweise zwischen acht und neun Litern. Das ist angesichts der fahrerischen Qualitäten bzw. Möglichkeiten noch dazu mit einem Benziner sehr wenig. Der akustische Fahrkomfort muss besonders erwähnt werden. Der Tucson gehört sicher zu den leiseren Fahrzeugen im Kreis der SUV. Erst jenseits von 160 km/h schwillt das Motorgeräusch vernehmbar an, bleibt aber immer im verträglichen Bereich.
Fazit: Der Hyundai Tucson als Nachfolger des 90.000-mal in Deutschland verkauften ix35 ist in jeder Beziehung auf dem Stand modernster Technik. Er kann locker mit deutlich teureren Modellen deutscher Premiumhersteller mithalten, bietet elektronische Assistenten in Hülle und Fülle und ist mit seinen fünf Jahren Garantie ohne Kilometerbegrenzung ein Angebot, das man jedenfalls in Erwägung ziehen muss, wenn man sich den Kompakt-SUV hingezogen fühlt.
spotonnews/pet

Technische Daten Hyundai Tucson 1.6 T-GDi Allrad SUV: Länge: 4,47 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe: 1,64 Meter, Radstand: 2,67 Meter, Leergewicht: 1.609 Kilogramm, Tankinhalt: 62 Liter, Motor: Vierzylinder-Reihen-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 1.591 ccm, Leistung: 177 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 265 Newtonmeter bei 1.500 bis 4.500 U/min, 0 – 100 km/h: 9,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h, Durchschnittsverbrauch NFZ 7,6 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 175 g/km, Euro 6, Preis (Premium-Ausstattung mit Doppelkupplungsgetriebe DCT) ab: 36.800 Euro.


Audi S4: Kompakter Pulsbeschleuniger

 

Es geht immer noch besser. Das gilt auch für den schon bisher erfolgreichen Audi S4, der nun mit noch mehr Leistung bei niedrigerem Verbrauch aufwartet. Die Werte für den Ingolstädter Pulsbeschleuniger, den es auch als Avant gibt, sind beeindruckend: 354 PS, 0 – 100 km/h in 4,7 Sekunden bei 7,3 Liter Normverbrauch.

Static photo, Colour: Misano Red

Misano Red kleidet den Audi S4 besonders gut                                                        Foto:Audi

Der neu konzipierte 3.0 TFSI-Motor wird nun nicht mehr mit einem Kompressor, sondern von einem Turbo druckbeatmet. Das maximale Drehmoment von 500 Newtonmeter liegt schon bei 1.370 Umdrehungen pro Minute an und vermittelt dem Fahrer das Gefühl, in einem familientauglichen Sportwagen zu sitzen. So soll es auch sein. Der Leistungsanstieg zum Vorgänger liest sich mit 21 PS und 60 Newtonmeter mehr Drehmoment eher bescheiden, in Sachen Fahrdynamik wird der Unterschied aber sehr deutlich.

Mehr Dynamik Dank Turbolader

Bei unserer Testfahrt fiel auf, dass der Turbolader dem A4 wesentlich mehr Dynamik verschafft und Dank seiner Auslegung sehr schnell für ein nachdrückliches Ansteigen der Leistung sorgt. Dazu kommt das im Vergleich zum Vorgänger reduzierte Gewicht um rund 70 Kilogramm, was immerhin dem Gewicht eines erwachsenen Menschen entspricht.

Dass der starke Motor die Kraft auf die Straße bringt, ist nicht zuletzt dem serienmäßigen permanenten quattro-Allradantrieb zu verdanken, der im normalen Fahrbetrieb 60 Prozent der Kraft auf die Hinterräder und 40 Prozent an die Vorderachse leitet. Die 8-Gang-Tiptronic (eine Automatik mit Wandler) schaltet weich, aber blitzschnell. Sportliches Fahren ist damit ebenso möglich wie entspanntes Dahingleiten. Audi versteht es (nicht nur im S4) sehr gut, alle Systeme so abzustimmen, dass der Fahrer die Fahreigenschaften und die Antriebs-Charakteristik mit drive select jederzeit auf seine Bedürfnisse ausrichten kann.

Die Gänge sind unten sportlich, oben lang ausgelegt

Static photo, Colour: Misano Red

Dynamische Front, scharf konturierte LED-Scheinwerfer

Die Abstimmung des Automatik-Getriebes ist sowohl auf Dynamik als auch auf hohe Effizienz ausgerichtet: Die unteren Gänge sind sportlich-kurz, die oberen Gänge drehzahl- und verbrauchssenkend lang übersetzt. Verbrauchsenkend wirkt sich auch der Freilauf aus, der dann zum Zuge kommt, wenn der Fahrer zwischen 55 und 160 km/h vom Gas geht und das Fahrzeug „segelt“.

Über den Arbeitsplatz des Fahrers muss man in keinem Audi viele Worte machen. Ergonomie, Materialien und Verarbeitung sind wie immer Top. Die MMI Navigation plus mit dem Touchpad und dem 8,3-Zoll-Monitor sind state-of-the-art. Das System integriert die Hardware von Audi connect, der die neuen S4-Modelle via blitzschnellem LTE-Funknetz ans Internet anbindet. Die Passagiere könne mit ihren Smart-Phones über den integrierten WLAN-Hotspot beliebig surfen und mailen. Über die MMI connect App kann der Fahrer die Türen ver- und entriegeln oder die Parkposition des Fahrzeugs sehen, um nur einige der Möglichkeiten zu nennen.

Die Assistenten aus der Oberklasse sorgen für Sicherheit

Dass nun viele Assistenten aus der Oberklasse auch in den S4-Modelle zu haben sind, ist sehr erfreulich. Vom Prädiktiven Effizienzassistenten , der automatisch abbremst, wenn ein Tempolimit oder eine Kurve erkannt werden, bis zur Abstandsregelung wird das Fahren nicht nur bequemer, sondern vor allem sicherer. Im Stau erleichtert die Stop&go-Funktion das lästige Wechselspiel Fahren und Bremsen, der Stauassistent übernimmt sogar die Lenkarbeit, solange der Verkehr zähflüssig ist. Allerdings muss der Fahrer dabei die Hände am Lenkrad lassen, also autopilotiertes Fahren lässt noch ein paar Jahre auf sich warten.

Der Innenraum: Ergonomisch in gewohnter Audi-Perfektion

Der Innenraum: Ergonomisch in gewohnter Audi-Perfektion

Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten geben dem S4 ein markantes Aussehen. Aber nicht nur das: Die Scheinwerfer werden optional mit Matrix-LED geliefert, die faszinierend präzise das Licht der Scheinwerfer bei entgegenkommendem Verkehr dimmen, um jegliche Blendung zu vermeiden. Neu ist: Reflektierende Verkehrszeichen können ganz schön blenden. Nicht so hier. Erkennen die Sensoren eine solche Reflexion, wird das Licht in diesem Bereich um ein Drittel abgedimmt. Ein geniales Detail, das wieder einmal Vorsprung durch Technik signalisiert.

Dass der Basispreis der S4-Limousine bei 59.300 Euro liegt, beim Avant 61.150 Euro aufgerufen werden, ist angesichts der Produkt-Substanz angemessen. Dass Audi keine Billig-Produkte anbietet, sollte hinreichend bekannt sein. Sie sind allerdings ihren Preis wert und somit durchaus preiswert.

Technische Daten Audi S4 quattro: Länge: 4,74 Meter, Breite (inkl. Spiegel): 2,02 Meter, Höhe: 1,40 Meter, Radstand: 2,82 Meter, Leergewicht: 1.630 Kilogramm, Tankinhalt: 58 Liter, Motor: V-Sechszylinder-Otto mit Turbolader, Hubraum 2.995 ccm, Leistung: 354 PS bei 5.400 U/min, max. Drehmoment: 500 Newtonmeter bei 1.370 bis 4.500 U/min, 0 – 100 km/h: 4,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch NFZ 7,3 Liter Super plus auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 166 g/km, Euro 6, Preis (Limousine) ab: 59.300 Euro.