IAA: VW-Chef Müller streut der Branche Asche aufs Haupt – warum eigentlich?

Es klang nach vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Autokritikern. Der Eindruck, dass VW-Chef Müller verbal gut machen will, was nur in seinem Hause schief gelaufen ist, lässt sich nicht von der Hand weisen.

Im Windkanal des autokritischen Mainstreams scheint Müller auf Strom-Linie gebracht worden zu sein. Seine Rede klang sehr nach Mainstream. Seine Rede ist in den meisten Medien begeistert kommentiert worden. „Die Zeiten, in denen sich die Autobranche hier gefeiert hat, sind vorbei“, sagte Müller. Warum eigentlich? Gibt es denn auf der IAA in Zukunft nichts mehr zu feiern? Wird es künftig keine großartigen Entwicklungen mehr geben? Sollen sich die Autohersteller Asche aufs Haupt streuen? Dass ausgerechnet der Chef von VW solches sagt, dem Unternehmen, dem wir den ganzen Zirkus zu verdanken haben, ist bemerkenswert. „Wir haben verstanden und wir werden liefern. Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung, sondern eine Selbstverpflichtung, an der wir uns ab heute messen lassen“, sagte Matthias Müller.

Wasser auf die Mühlen der IAA-Kritiker

Sicher hat Müller rein gar nichts mit den betrügerischen Aktivitäten zu tun, aber er steht für das Unternehmen, das betrogen hat. Rechtfertigt dies den Kotau gegenüber jenen, die schon immer die IAA als kritikwürdige Chrom-Orgie dargestellt haben und nun vom VW-Chef bestätigt werden? Das war Wasser auf die Mühlen der IAA-Kritiker. Seine Kollegen von BMW (Krüger) und Mercedes-Benz (Zetsche) haben zwar auch gesagt, dass die Branche im Umbruch ist, aber sie klangen nicht so, als habe die Autoindustrie für Sünden zu büßen und sich quasi für ihre Verbrennungsmotoren zu entschuldigen. Im Gegenteil: Die Zukunft ist positiv besetzt. Und genau dieses zeigt auch die IAA 2017.

Sich der nun auch der von der Kanzlerin ausgerufenen Mobilitätswende weg vom Verbrennungsmotor zu unterwerfen, ist mehr als fragwürdig. Aus Erfahrung mit der über Nacht von Frau Merkel einsam beschlossenen „Energiewende“, die nur höhere Strompreise, Strafzahlungen (Steuergelder) in Milliardenhöhe an Kernkraftbetreiber und viele Nachteile mehr gebracht hat, sollte auch die geradezu pathologisch penetrierte angebliche Notwendigkeit, den Verbrennungsmotor abschaffen zu müssen, nicht kritiklos übernommen werden. Man hat den Eindruck, als würden wir bald alle an Stickoxiden dahinscheiden.

Matthias Müller auf der IAA 2017                                                                             Fotos: VW

Alle wollen am Verbrenner noch lange festhalten

Alle Manager wollen am Diesel und am Ottomotor festhalten. Alles andere wäre angesichts der vorgestellten Modellneuheiten auch unglaubwürdig. Alle Reden kündigten eine Welle von elektrifizierten Modellen an. VW-Chef Müller versprach bis 2025 80 elektrifizierte Autos, davon 50 rein elektrisch betriebene. Die Reichweiten sollen dann heutigen Fahrzeugen entsprechen, die Ladezeiten einer Kaffee-Pause. Und das will Müller künftig nicht mehr feiern?

 

 

 

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