Der Qashqai ist Nissans erfoglreichstes Pferd im Stall

Crossover sind in. Auf dem Weg zum erwachsenen SUV sind sie stehen geblieben zwischen Limousine und echtem Geländewagen. Sie sind handlich und handzahm, vor allem bei Frauen beliebt, weil sie das souveräne Fahrerlebnis vom Hochsitz eines SUV mit der Handlichkeit eines Pkw verbinden. Einer der typischsten Vertreter dieser Reihe ist der Nissan Qashqai, der als Begründer des Crossover-Segments gelten darf.

113610_1_5Seit 2007 auf dem Markt ist der Qashqai das erfolgreichste Nissan-Modell geworden und wurde weltweit bis heute zweieinhalb Millionen mal verkauft. In Deutschland wurden letztes Jahr immerhin 25.600 Qashqais zugelassen und auch in 2016 setzt sich der Qashqai an die Verkaufsspitze der Nissan-Modellpalette. Das muss seine Gründe haben.

Tatsächlich ist der im englischen Sunderland gebaute Qashqai ein sehr sympathischer Vertreter jener Kategorie, die von allem etwas hat. Ein bisschen Kombi, ein wenig Geländewagen und ein Hauch Limousine. Ausgestattet mit allen gängigen Assistenten ist der Qashqai genau das richtige Angebot für Menschen, die keinen Pkw fahren wollen, aber auf seine Handlichkeit nicht verzichten wollen.

In unserem Testwagen Qashqai 1.6 dCi 4×4 überzeugte das Gesamtpaket. Der Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung stellt 130 PS bereit, die über das präzise zu schaltende Sechsganggetriebe (es gibt natürlich auch eine Automatik mit Start-Stopp-System) mit einem ordentlichen Drehmoment von 320 Newtonmetern ihre Kraft an die vier permanent angetriebenen Räder abgeben. Der Qashqai erscheint dynamischer als es 130 PS vermuten lassen, das liegt auch am sehr gut abgestimmten Sechsgang-Getriebe, in dem der Fahrer gerne den optimalen Gang einlegt. Schalten und Walten in höchster Präzision machen einfach Spaß. Überraschend auch, dass sich der sechste Gang schon bei niedrigen Drehzahlen einlegen lässt. Das kommt dem niedrigen Verbrauch zugute, den wir trotz zügiger Fahrweise bei 6,5 bis 7,2 Liter notierten. Damit kommt der Qashqai mit einer Tankfüllung locker über 800 Kilometer. Selten tanken zu müssen, gehört eben auch zum Fahrkomfort.

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Gefällig und ergonomisch: Die qualitative Wahrnehmung im Innenraum ist durchaus positiv                                                                                                 Fotos: Nissan

Der Qashqai liebt die Autobahn und die kurvenreiche Landstraße, wo große SUV eigentlich nicht fahrdynamisch zu Hause sind. Das ausgewogene Fahrwerk vermittelt Sicherheit, die vom permanenten Allradantrieb unterstrichen wird. Dabei fährt der Qashqai seelenruhig geradeaus, bleibt spurstabil auch bei 180 km/h und ist kaum windempfindlich, was wir bei einem typischen Frühjahrssturm feststellen konnten. Der Qashqai ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Fahreigenschaften eines gut abgestimmten Crossovers kaum von denen einer normalen Limousine unterscheiden. Die früher bei Geländewagen wegen ihrer Hochbeinigkeit anzutreffende fahrdynamische Unsicherheit ist längst Vergangenheit. Zwar ist auch der Qashqai kein Sportwagen, aber schnelle Kurven gehören ebenso zu seinen Fähigkeiten wie das Bewältigen steiniger Waldwege.

Dass der Qashqai mit modernster Elektronik aufwarten kann, ist nicht selbstverständlich. Es gibt Wettbewerber, die das noch nicht bieten können. Vom Notbrems-Assistenten mit Abstandsradar, von der Verkehrszeichenerkennung per Frontkamera, dem Spurhalte-Assistenten (der allerdings nicht per Lenkradkorrektur eingreift, sondern nur warnt), vom Totwinkel-Assistenten bis zum Fernlicht-Assistenten, der zuverlässig und schnell abblendet, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt, ist alles vorhanden, was das Fahren sicherer macht. Und das Einparken einfacher: Der Einpark-Assistent des Around View Monitor misst beim langsamen Vorbeifahren die Größe einer parallel zur Fahrbahn liegenden Parklücke und parkt das Fahrzeug dann automatisch ein. Die Vogel-Perspektive, die ein intelligent verknüpftes Kamerasysteme auf dem Bildschirm anzeigt, erleichtert auch millimetergenaues Einparken in Eigenregie.

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Elektronische Assistenten helfen nicht nur beim Einparken

„Connectivity“ heißt das Zauberwort. Ob Apps für Musik, soziale Netzwerke, Unterhaltung, Reise und vieles mehr – die Insassen können im ständigen Kontakt mit der Außenwelt sein. Das Nissan Connect-System wartet neben einem sieben Zoll Touchscreen mit einer Vielzahl von Zusatzfunktionen auf. Ebenfalls an Bord: Google® Search und Send-to-car-Funktionen. Eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Audio Streaming, AUX- und USB-Anschlüssen sowie digitales Radio (DAB) ergänzen das Infotainment-Paket.

Wer im Qashqai Platz genommen hat, wird sich wohlfühlen. Ob Fahrer, Beifahrer oder hinten sitzender Passagier: Platz ist genug vorhanden. Die Gestaltung des Innenraums verbindet Ergonomie und formale Ästhetik. Die Materialien sind nicht ganz von jener Spitzenqualität, die Premium-Wettbewerber hier verbauen. Alles wirkt ein wenig robuster, aber keinesfalls billig. Lenkrad, Schalthebel, Bedienungsknöpfe – alles fasst sich schön an. Und es lässt sich intuitiv bedienen. Ob es die Zweizonen-Klimatisierung ist oder das Vernetzen des Bluetooth-Smartphones. Man braucht keine Bedienungsanleitung, um die Systeme zu nutzen. Ganz besonders gefallen hat uns das Navigationssystem, das dem Fahrer bei erkannten Staus eine Umleitung empfiehlt, die tatsächlich funktioniert.

Nissan Qashqai 1.6 dCi 4×4

Fünftüriger Crosssover, Länge: 4,38 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,59 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Leergewicht: 1.440 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 430 – 1.585 Liter, Tankinhalt: 65 Liter, Motor: Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1.598 ccm, Leistung: 130 PS bei 4.000 U/min, max. Drehmoment: 320 Newtonmeter bei 1.750 U/min, 0 – 100 km/h: 10,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h, Durchschnittsverbrauch NFZ 5,1 Liter Diesel auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 129 g/km, Euro 6, Effizienzklasse A, Preis ab: 32.150 Euro/Visia Benziner ab 19.990 Euor.

 

 

 

 

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