75 Jahre Jeep: Die Mutter aller Geländewagen 

Keine andere Automarke steht im allgemeinen Sprachgebrauch so eindeutig für eine ganze Fahrzeug-Gattung wie die Marke „Jeep“. Zufällig und ohne jeden Einfluss von Marketing-Gurus entstanden, wird nahezu jeder geländegängige Crossover oder SUV vor allem von den Partnerinnen ihrer Besitzer mit Stolz „Jeep“ genannt.

Während die männlichen Experten dann geflissentlich korrigieren, dass man keinen Jeep, sondern einen Land Rover, einen VW Touareg oder sonst eine Geländewagen-Marke fahre, bleibt im Kleinhirn normaler (natürlich nicht nur weiblicher) Konsumenten stets das Wort, nein der Begriff „Jeep“ als Synonym für jedweden geländetauglichen SUV gespeichert.

Wer jetzt protestiert, dass ein „Land Rover“ doch ganz oben in der Ahnengalerie der Berg-und-Tal-Fetischisten steht, muss sich berichtigen lassen. Der Ur-Jeep spielte schon 1945 im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle beim Geländegewinn auf Europas Straßen. Der Land Rover rollte erst 1948 vom Band. Und niemand sagt, er fahre eine Land Rover, wenn er einen Geländewagen besitzt.

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Die Meilensteine der Jeep-Geschichte Fotos:Jeep

Die Geschichte der Marke „Jeep“ ist nicht nur lang, sondern auch kompliziert und in weiten Teilen muss sie vielleicht neu geschrieben werden, sollten irgendwo alte Tagebücher auftauchen, die sie anders erzählen als die PR-Experten von Fiat Chrysler, denen die Marke mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist. Nach deren Lesart habe die US-Army schon 1933 zu Testzwecken den Prototypen eines kleinen zweisitzigen Fahrzeugs von der American Austin Company erhalten. Die Militärs waren begeistert, aber es gab noch keinen militärischen Bedarf. Das änderte sich schnell. Der Generalmajor George A. Lynch formulierte das Lastenheft für ein Fahrzeug, „das klein und leicht genug sein sollte, um von vier Männern auf einen 1,5 Tonnen-Lastwagen oder über Hindernisse hinweg gehoben werden zu können“. Ein weiterer Infanterie-General fügte hinzu: „Die Silhouette sollte so niedrig wie möglich sein – und wenn die Soldaten dafür beim Fahren liegen müssen und die Bodenfreiheit geopfert werden muss“; und Geschwindigkeit war kein Thema: 10 Meilen pro Stunde reichten aus, meinte der General.

1938 schrieb die Army 135 Fahrzeughersteller an, die unter dem Zeitdruck von 49 Tagen Ideen für einen kleinen Geländegänger liefern sollten. Die Vorgaben der Ausschreibung hatten es in sich: Das Fahrzeug sollte höchstens 590 Kilogramm wiegen, eine umklappbare Frontscheibe aufweisen, einen Böschungswinkel von mindestens 40 Grad bieten, Hinterradantrieb mit zuschaltbarem Vierradantrieb haben, um nur einige der Kriterien zu erwähnen. Nur zwei Firmen konnten das Gewünschte liefern.

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Der neue Jeep Grand Cherokee als Jubiläumsausgabe 75th Anniversary

Der kleine Fahrzeugbetrieb American Bantam Car Manufacturing Company und Willys-Overland. Klein und flexibel, schaffte es lediglich American Bantam, innerhalb der gesetzten Frist von 49 Tagen die Konstruktionspläne und den ersten Prototypen sowie binnen weiterer 26 Tage 70 fertig gebaute Exemplare für die Erprobung vorzuweisen. Der deutschstämmige Karl Probst, den American Bantam für dieses Projekt engagiert hatte, baute den Prototypen in tatsächlich nur 49 Tagen – und wurde mit dieser Meisterleistung, ohne es zu ahnen, der Urvater der populärsten Geländewagen der Welt. Noch heute erinnert ein Denkmal in Butler, Pennsylvania – dem Firmensitz von American Bantam – an die Geburt des Jeep.

Die weitere sehr komplizierte Entwicklung im Detail zu erzählen, würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Willys-Overland erhielt jedenfalls 1941 den Zuschlag und Ford durfte den Geländewagen produzieren.

Auch den Jeep Wrangler gibt es nun als Jubelversion

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Wie der Markenname Jeep entstanden ist, lässt sich auch in den Archiven nicht belastbar ermitteln. Eine Theorie besagt, dass Jeep einfach aus der lässigen Aussprache der Abkürzung „GP“ entstanden ist, der militärischen Bezeichnung für „General Purpose Vehicle“. Eine andere leitet den Markennamen aus dem Militärauftrag „Government contract P“ ab, bei dem die ständigen Änderungen nur noch unter GP abgelegt wurden, was dann akustisch zu „Jeep“ geworden sein könnte. Damit ist die Namensfindung aber noch nicht unter Dach und Fach. Möglicher Weise war Jeep auch mal die mundartliche Bezeichnung für einen Alleskönner. Wie dem auch sei: Als am 19.Februar 1941 mit Foto in der Washington Daily News gezeigt wurde, wie der kleine Allradler die Stufen des Kapitols hinauf fuhr, war auch zu lesen, wie er heißt: „It´s a Jeep“.

Aus dem Basis-Modell mit 60 PS ist mittlerweile eine umfangreiche Modellfamilie geworden. Heute zählen u.a. der Jeep Grand Cherokee, der Renegade und der Wrangler zu den herausragenden Modellen der Marke. Wie der Sprecher der Marke in Deutschland, Markus Hauf, verspricht, spiele Jeep im Fiat-Konzern eine wichtige Rolle. Sie soll als einzige Marke der Chrysler Group weltweit aktiv bleiben. Sie stehe nach wie vor wie keine andere Marke für Freiheit, die der erste Jeep schon 1945 nach Europa gebracht habe.

 

 

 

 

 

 

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