Kia Rio: Kein Billigangebot, aber sieben Jahre Sorgenfreiheit

Der Kia Rio tritt im Kleinwagensegment mutig gegen renommierte Wettbewerber an. Was mit der Neuauflage überrascht: dass der Kleine nicht nur bietet, was die Konkurrenz zu bieten hat, sondern dass er auch im Preissegment der Premiumhersteller angekommen ist.

Ein Billigangebot wie vor Jahren ist der Kia Rio nicht mehr. Es geht auch nicht mehr um die Eroberung des Marktes über niedrige Preise, sondern um den Eintritt in die kleine Klasse der Premiumhersteller. Unschlagbar ist aber das einmalige Garantie-Versprechen von sieben Jahren. Da sehen die Wettbewerber mit ihren bescheidenen zwei Jahren alt aus.

Das Gesicht des Kia Rio wird von der “Tiger Nase” geprägt.

Von außen erscheint der neue Rio sympathisch und gefällig. Gut proportioniert gibt es keine Perspektive, die unangenehm auffällt. Von hinten ähnelt er in seiner suggestiven Breite dem BMW 1er, von vorne bleibt er der Kia-Designlinie mit dem typischen, nun leicht weiterentwickelten Kühlergrill „Tigernase“ treu. Bestätigt wird das von dem Deutschen Design-Chef Peter Schreyer (Ex-Volkswagen) verantwortete Kia- und Hyundai-Design von renommierten Design-Auszeichnungen wie dem iF Award und dem Red dot Award. Entstanden ist es übrigens im kalifornischen Design-Studio der Marke in Irvine und in Frankfurt.

Großzügiger Innenraum und ein großer Touchscreen

Die Armaturen scheinen mit Knöpfen und Schaltern überladen, aber man gewöhnt sich schnell dran. Fotos: Kia

Der Innenraum ist für einen Kleinwagen ziemlich groß geraten, jedenfalls fühlt er sich großzügig an. Dies gilt für vorne und hinten, wo tatsächlich überraschend viel Knieraum vorhanden ist. Dieser Kleinwagen ist also auch für vier Erwachsene langstreckentauglich. Der Arbeitsplatz für den Fahrer erscheint auf den ersten Blick mit Schaltern und Knöpfen überladen. Allein im Multifunktionslenkrad sind zwölf (!) Knöpfe installiert. Tatsächlich ist die logische Anordnung und ergonomische Platzierung aber so gut gelungen, dass man sich sehr schnell daran gewöhnt und die Bedienung in Fleisch und Blut übergeht. Das Cockpit gehört funktional und gestalterisch zweifellos zu den besten im Segment.

Der Bildschirm über der Mittelkonsole ist als berührungsempfindlicher Informationsträger ausgestattet. Der 7-Zoll-Touchscreen ist übrigens auch unabhängig von einem Navigationssystem erhältlich. Wir sind mit dem Navigationssystem von TOMTOM aber so gut gefahren, dass wir dieses Extra (kostet je nach Ausstattungsvariante zwischen 790 und 990 Euro und ist in der Variante Platinum serienmäßig) nur empfehlen können. Kinderleicht bedienbar, sehr gute Darstellung, Echtzeit-Verkehrsinformation, die sehr zuverlässig funktioniert; darauf sollte man einfach nicht verzichten.

Viele Extras sind schon in der Basisversion Serie

Ansonsten ist der kleine Kia mit jenen üblichen Assistenten ausgestattet, die in dieser Klasse nicht selbstverständlich sind, sondern erst in den höheren Segmenten dazu gehören. Schon in der Basisversion stecken ein soundstarkes Audio-System, das Multifunktionslenkrad in Leder, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Elektrische Fensterheber, ein Start-Stopp-System und weitere Extras. In der von uns getesteten Version „Spirit“ steckt noch viel mehr: z.B. Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, beheizbares Lederlenkrad, Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Geschwindigkeitsregelanlage, Parksensoren hinten, elektrisch anklappbare Außenspiegel, ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und der Spurhalteassistent, um nur die wichtigsten Extras zu nennen.

Das Heck gibt dem Rio eine breite Präsenz

Das Fahren mit 84 PS erscheint der Zahl nach auch in einem Kleinwagen ein wenig untermotorisiert. Das kann täuschen. Der 1,2-Liter-Vierzylinder erweckt zwar manchmal den Eindruck von Schwäche, aber wir sind ja nicht in einem Sportwagen unterwegs. Wer fleißig schaltet und die sechs Gänge immer wieder der Drehzahl anpasst, kommt zügig voran. Allerdings erscheint uns der Kia im oberen Drehzahlbereich etwas laut. Hat Kia dann doch hier und da an Dämmung gespart?

Fahrwerkseitig gibt es nichts zu kritisieren. Der Kleine huscht flott und jederzeit kontrollierbar durch die Kurven, verdaut auch schlechte Straßen, gibt sich agil und vermittelt fahrerisch das typische Kleinwagenfeeling. Will heißen: quirlig und frech fühlt er sich im Stadtverkehr am wohlsten.

Technische Daten Kia Rio: fünftürige Limousine, Länge: 4,06 Meter, Breite: 1,99 Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,58 Meter, Leergewicht: 1.110 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 325/1.103 Liter (umgeklappte Rücksitzbank), Tankinhalt: 45 Liter, Motor: 4-Zylinder-Benziner, Hubraum 1.248 ccm, Leistung: 84 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 122 Newtonmeter bei 4.000 U/min, 0 – 100 km/h: 12,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 173 km/h, Norm-Verbrauch kombiniert: 4,8 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 109 g/km, Preis ab: 11.690 Euro/ Testversion Spirit ab 16.690 Euro.

 

 

 

Kommentar hinterlassen zu "Kia Rio: Kein Billigangebot, aber sieben Jahre Sorgenfreiheit"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*