Im Sonntags-Stammtisch des Bayerischen Rundfunks macht Ex-Volkswagen-Chef Herbert Diess sinnbildlich deutlich, warum die deutsche Autoindustrie in großen Schwierigkeiten steckt: Weil sie sich immer wieder persönlicher Eitelkeiten wegen der autokritischen Mainstream-Politik unterworfen hat.
Für viele Manager wie Diess war es wichtiger, im Schlepptau der Politischen Eliten auf Reisen zu gehen, als auf die Kunden zu hören, deren Begeisterung für E-Mobilität sich bis heute in Grenzen hält. Statt sich gegen die politischen EU-Vorgaben maximaler Abgasnormen argumentativ aufzulehnen, folgt man brav realitätsfernen Vorgaben der EU-Kommission. VW betrog lieber bei Abgastests in den USA anstatt auch in den USA selbstbewusst auf physikalische Grenze hinzuweisen. Das hat VW 22 Milliarden Dollar Strafe gekostet.
Was Herbert Diess im Sonntagsstammtisch da frei behauptet hat, könnte wieder Elon Musks deutschen Anwalt Joachim Steinhöfel alarmieren, der bereits erfolgreich das ZDF verklagt hat. Dort war behauptet worden, Musk hätte zur Jagd auf Migranten in Belfast aufgerufen. Kleinlaut musste das ZDF eine Unterlassungserklärung unterschreiben, dass das eine Falschbehauptung war. Diess´ aktuelle Behauptung, Musk sei gegen Europa und die Demokratie, dürfte sich ebenso als bösartige Luftnummer erweisen.
Herbert Diess: zum Fremdschämen peinlich
Es ist zum Fremdschämen peinlich, wie Diess seine frühere Beziehung zu Musk auf einmal quasi in Abrede stellt. Damals postete er stolz Videos mit Musk, um seine enge Verbindung zum reichsten Menschen der Welt zu zeigen. Sein Rumeiern in der sonntäglichen Fernsehsendung macht deutlich, dass seine frühere Wertschätzung Musks nur eine oberflächliche Beziehung war, mit der er angeben wollte. Auch weil Musk mit Tesla eine erfolgreiche Elektromobil-Marke auf den Markt gebracht hat.
Diess räumt ein, dass die E-Mobilität keine natürliche Entwicklung hin zu einer sinnvollen Mobilitätslösung gewesen sei: Die E-Mobilität gebe es allein wegen gesetzlicher Regulierungen.
Zu Elon Musk sagt Diess: „Wir hatten einen gewissen Austausch. Seit er sich so stark politisch positioniert hat, habe ich keinen Kontakt mehr…. Man muss Respekt haben, was er technisch auf die Beine gestellt hat. Weniger das Elektroauto, aber z. b. sein Satelliten-Netzwerk. Als Mensch und politisch Agierender muss man vorsichtiger sein. Ich glaube, dass er ein Feind Europas ist, ein Feind der Demokratie. Von daher bin ich froh, keinen Kontakt mehr zu haben.“ Wie peinlich ist das denn?
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