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Hyundai i30 1.6 CRDi: Qualität mit Diesel-Power

Dass der südkoreanische Autobauer Hyundai weiter auf den Diesel setzt, ist angesichts der aktuellen Diskussion über Fahrverbote in Europa nicht selbstverständlich. Ob Hyundai Deutschland auch 2018 35 Prozent Selbstzünder verkaufen wird, ist allerdings fraglich. Auf jeden Fall werde man die strengen Abgasnormen auch in Zukunft erfüllen und noch 2018 beginnen, alle Diesel mit SCR-Technologie auszustatten.

Deutschland-Chef Markus Schrick hält an der Firmenstrategie des südkoreanischen Autoherstellers fest: „Wir wollen eine echte Alternative zu Volkswagen sein.“ Dass dies nicht aus der Luftgegriffen ist, hat vor längerer Zeit selbst der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn erkannt. Schon auf der IAA 2011 stellte er die hohe Qualität der Produkte von Hyundai fest, was in einem legendären You-tube-Video festgehalten und nicht nur bei Volkswagen mit Verwunderung zur Kenntnis genommen wurde: „Da scheppert nix“, ist da zu hören. Ein Ritterschlag vom ehemaligen VW-Qualitätsfetischisten Wiko.

Die zunehmend Design orientierte Marke überrascht nicht nur mit Auszeichnungen renommierter Design-Wettbewerbe, sondern auch mit der Bestätigung der Marktforschung, dass das Kaufkriterium Design das Kriterium Preis-Leistungsverhältnis bei Hyundai vom ersten Platz in der Kundenbefragung verdrängt hat. Der weitere Wandel vom Billiganbieter zum hochwertigen und leider auch teureren Trendsetter ist programmiert und wird von den Kunden bestätigt. Vielleicht trifft das Design bei Hyundai und der Konzernschwester Kia auch deshalb den europäischen Geschmack, weil Designchef Peter Schreyer (Ex-Audi, Ex-VW) hier als verantwortlicher Vorstand die Hand im Spiel hat und das Design und die Entwicklung zu 95 Prozent in Deutschland stattfinden.

Europäisches Design, deutscher Designer

Von außen erscheint der i30 in der dritten Generation sehr modern, besser gesagt: elegant. Klare Linien im Profil, eine gestreckte Silhouette, die dynamisch geformte Front, die von herabfließendem Stahl inspiriert sein soll und von dem charakteristischen Kaskadengrill eingefasst wird. Dass der Grill jenem bei Audi ähnelt, ist kein Zufall. Design-Chef Schreyer hat ja auch mal bei Audi gewirkt und dort für das charakteristische Gesicht gesorgt.

Auch im Innenraum fällt auf, dass sich die Designer viel Mühe gegeben haben, selbst in kleinen Details große Wirkung zu erzielen. Wenn auch auf den ersten Blick der Eindruck entsteht, dass die Fülle von Knöpfen und Schalter überfordern mag. Hat man sich als Fahrer erst einmal eingewöhnt, stellt man fest, dass alles seine ergonomische und logische Ordnung hat. Von der Bedienung für die Klimatisierung bis zur Aktivierung der Geschwindigkeitsregelanlage: Alles ist schnell im Kopf gespeichert, eben weil es logisch platziert und intuitiv zu bedienen ist. Dazu kommt die wertige Anmutung und gute Verarbeitung, die sauber gestalteten und sehr gut ablesbaren Instrumente, ein großer Touchscreen fürs Navi mit Verkehrszeichenerkennung. Der gesamte Armaturenbereich bis auf die Beifahrerseite strahlt ruhige Funktionalität aus. Da kann man nicht meckern. Die Aussage des Innenraum-Designers Michel Glenisson trifft durchaus zu: „Für uns war wichtig, dass sich Menschen, die zum ersten Mal im neuen i30 sitzen, auf Anhieb wohlfühlen und alle Funktionen intuitiv bedienen können. Deshalb haben wir viel Zeit damit verbracht, den richtigen Platz für alle Elemente zu finden.“ Da hat er nicht übertrieben. Ziel erreicht.

Das Fahren im neuen i30 gestaltet sich zwar nicht übermäßig sportlich, die 136-PS-Maschine lässt sich mittels 6-Gang-Handschaltgetriebe aber sehr effizient einsetzen. Das maximale Drehmoment von 280 Newtonmeter des turbogeladenen Diesels liegt zwischen 1.500 und 2.500 Umdrehungen an und sorgt für kraftvollen Antritt, was vor allem beim Überholen angenehm auffällt. Immerhin ist der i30 bis zu 200 km/h schnell. Wer den Diesel schaltfaul fahren will, muss sich keine Sorgen machen. Selbst im 6. Gang beschleunigt der i30 aus 50 km/h ohne zu ruckeln. Weil Motorcharakteristik und Getriebe so gut zusammenarbeiten, haben wir einen Durchschnittsverbrauch zwischen 6,2 und maximal 7,1 Liter bei scharfer Fahrweise gemessen. Wieder ein Punkt, der für den Diesel spricht.

Komfortabler als der Vorgänger

Der i30 ist in der dritten Generation zur automobilen Komfortzone gereift. War der Vorgänger in Sachen Abrollkomfort noch eher robust ausgelegt, so ist der neue i30 zum idealen Langstreckenfahrzeug geworden. Das Motorgeräusch dringt nur gedämpft ins Innere, schlechte Straßen sind kein Problem, Federn und Dämpfer sind komfortbetont ausgelegt, ohne dass das Fahrzeug in schnell durchfahrenen Kurven zu weich erscheint. Mit dem Fahrkomfort einher geht auch das gewachsene Platzangebot. Tatsächlich haben wir uns vom ersten Einsteigen bis zur Rückgabe des Testwagens im i30 sehr wohl gefühlt. Ob städtischer Stop-and-go-Verkehr oder Autobahn, der i30 zeigte sich allen Fahrsituationen souverän gewachsen.

Natürlich dürfen bei modernen Fahrzeugen die Assistenten nicht fehlen, die uns manchmal auch überflüssig erscheinen. So der radarbasierte Totwinkel-Assistent, der selbst dann noch warnt, wenn wir per Schulterblick längst festgestellt haben, dass keine Gefahr mehr besteht, die Fahrspur zu wechseln. Lobenswert finden wir den kamerabasierten Fernlicht-Assistenten, der automatisch bei Gegenverkehr von Fernlicht auf Abblendlicht schaltet und der im i30 sehr zuverlässig arbeitet. Der aktive Spurhalteassistent ist für den einen sinnvoll, für den anderen überflüssig, gehört aber wohl zum Pflichtprogramm moderner Autos. Großartig und sinnvoll dagegen: die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung. Sie ist bei den oft wechselnden Tempolimits sehr hilfreich, weil man oft nicht konzentriert genug ist, um jederzeit zu wissen, was das aktuelle Limit ist. Dass auch Überholverbote angezeigt werden, ist ok, aber der Fahrer sollte selbst wissen, ob Überholen angezeigt und sicher ist. Auch ohne Verkehrszeichenerkennung.

Technische Daten Hyundai i30 1.6 CRDi (Style): fünftürige Kompakt-Limousine, Länge: 4,34 Meter, Breite: 1,79 Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Wendekreis: 10,6 Meter, Leergewicht: 1.338 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 395 – 1301 Liter, Tankinhalt: 50 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader, Hubraum 1.582 ccm, Leistung: 136 PS bei 4.000 U/min, max. Drehmoment: 280 Newtonmeter bei 1.500 – 2.500 U/min , 0 – 100 km/h: 10,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch kombiniert: 4,1 Liter /100 km, CO2-Emission: 109 g/km, Euro 6, Effizienzklasse A+, Preis ab: 26.850 Euro.

 

 

 

 


Audi S5 Coupé: Schön, schnell und teuer

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Es ist das alte Dilemma: Ein Coupé bietet genau genommen weniger Auto und kostet deutlich mehr als eine Limousine. So auch das Audi S5 Coupé. Warum Coupés trotz ihrer Nachteile so beliebt sind? Die Marktforschung weiß es genau: Coupés sind Automobile, die mehr Eleganz ausstrahlen. Sie sind das exklusive Outfit für Individualisten.

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Das Audi S5 Coupé bietet sportliche Dynamik und viel Komfort               Fotos: Audi AG

Beim Audi S5 Coupé kommt diese Eleganz sehr zurückhaltend daher. Sie trifft auf den Geschmack jener Menschen trifft, die nach außen eher Bescheidenheit demonstrieren wollen. Und weil in dem neudeutschen Begriff vom Understatement eben auch ein Statement steckt, ist es das Signal, dass hier ein Mensch mit gutem Geschmack ausgewählt und gekauft hat, der substanzielle Ästhetik exaltierter Formensprache vorzieht.

Coupés sind trotz des höheren Preises sehr gefragt

Keine Frage, dass Coupés gefragt sind wie nie. Nicht nur bei Audi. Dort hatte man 2007 die erste Generation dieser Baureihe auf den Markt gebracht und weltweit bis zur Vorstellung des Nachfolgers 330.000 Stück verkauft. Das die vor kurzem präsentierte zweite Generation des A5 Coupés ebenso erfolgreich werden dürfte, darf durchaus als gesichert gelten.

Unsere Erfahrung vorweg: Das von uns getestete S5 Coupé hat uns nicht enttäuscht, sondern begeistert. Das einzig wahrgenommene Problem sind die großen, weit aufschwingenden Türen, die in unseren engen Garagen sehr vorsichtig geöffnet werden müssen, um nicht an der Wand anzustoßen. Das nimmt der Coupé-Fan aber gerne in Kauf, zumal wenn alle anderen Kriterien durchaus positiv gewertet werden können. Und da sticht beim S4 natürlich sein sportlicher Charakter heraus: 0 auf 100 km/h in 4,7 Sekunden sind ein Wert, der ganz klar Sportwagen-Maßstäben entspricht.

Dabei zeigt sich der Turbo-V6-Motor mit seinen 354 PS in Sachen Leistungsentfaltung von einer ziemlich brachialen Seite. Der Dreiliter-TFSI-Treibsatz dreht willig hoch und hat gegenüber dem Vorgänger mit einem Plus von 60 Newtonmetern deutlich an Drehmoment gewonnen, das mit 500 Newtonmetern schon ab 1.370 U/min zur Verfügung steht und bis 4.500 U/min eine enorme Bandbreite bietet, die jederzeit spürbar, sprich abrufbar ist. Ständig präsent außerdem: der sportliche Motor-Sound, der wohltuend aufs Trommelfell trifft und sehr gesund nach Leistung klingt.




Der Verbrauch ist für ein Sportcoupé und 354 PS durchaus angemessen

Weil es Spaß macht, diese Dynamik auszukosten, muss dafür an der Tankstelle bezahlt werden. Obwohl der Verbrauch um fünf Prozent gesunken sein soll und mit 7,3 Liter angegeben wird, lag unser Verbrauch mit schnellen Autobahnfahrten und viel Stadtverkehr laut Bordcomputer immer zwischen 9,5 und 10,5 Liter. Für ein Sportcoupé mit 354 PS ein durchaus akzeptabler Wert.

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Dynamic photo, Colour: Misano Red

Das Coupé entspricht in Sachen Fahrdynamik allen Erwartungen, die man an einen Sportwagen stellen kann. Die Lenkung ist sehr direkt und spricht spontan an. Der Fahrer ist immer Herr der Lage, auch im Grenzbereich in schnellen Kurven ist das Feedback übers Lenkrad unmittelbar spürbar. Weil der Fahrer die Dämpferregelung des Fahrwerks nach Lust und Laune per Tastendruck zwischen komfortabel und sportlich straff variieren kann, bietet das neue S5 Coupé dem Fahrer die ganze Bandbreite an bedarfsgerechten Einstellungen zwischen Rennstrecke, Landstraße und Boulevard.

Die Acht-Gang-Tiptronic schaltet traumhaft schnell und weich

Die Achtgang-tiptronic und der im S5-Coupé serienmäßige quattro-Allradantrieb verteilen die Kraft des Triebwerks sehr flüssig an die vier Räder. Die optionale „ultra“-Technologie orchestriert die Leistungsverteilung des quattro-Antriebs blitzschnell von Zweirad- auf Vierradantrieb und sorgt so für mehr Effizienz gegenüber permanentem Allradantrieb. Die „ultra-Technologie“ spart immerhin 0,3 Liter, weil der Allrad nur dann zugeschaltet wird, wenn es wirklich nötig ist. Der Fahrer spürt nichts davon, hat die Vorteile des Allradantriebs ohne den Nachteil des Mehrverbrauchs.

Das neue Audi S5 Coupé ist (k)ein typischer Vertreter seiner Gattung. Ein reinrassiges Sportcoupé mit den Eigenschaften einer Limousine. Ganz wie´s beliebt.

Der Innenraum präsentiert sich wie üblich in perfekter Qualität

Der Innenraum präsentiert sich wie bei Audi gewohnt in hochwertiger Verarbeitungsqualität, in perfekter Ergonomie und in wohltuender Darstellung. Immer ein Highlight: Das „virtual cockpit“ mit dem hoch auflösendes 12-Zoll-Display Im Blickfeld hinterm Lenkrad in Zusammenspiel mit der MMI Navigation plus und dem 8-Zoll-Monitor auf der Mittelkonsole bildet eine zentrale Informationseinheit. Dass sich ein so komplexes System so intuitiv bedienen lässt, verblüfft uns immer wieder. Auch wer zum ersten Mal in einem Audi sitzt, wird sich schnell in der Menü-Struktur zurechtfinden. Dass die weiter entwickelte Sprachsteuerung nun auch „Umgangssprache“ versteht und Anweisungen des Fahrers weitgehende fehlerfrei umsetzt, ist bemerkenswert. Selbstverständlich kann der Fahrer davon ausgehen, dass das Fahrzeug mit seinem smart-Phone nicht nur schnell verbunden ist, sondern der Fahrer per „Apple Car Play“ oder „Android Auto“ weitgehend auf die Funktionen seiner Apps zugreifen kann.




Der vorausschauende Effizienz-Assistent verhindert zu schnelles Fahren

Was uns immer wieder wirklich begeistert, ist ein Feature, das mit „Prädiktiver Effizienzassistent“ irgendwie unzutreffend und technokratisch beschrieben ist. Dass das System das Fahrzeug vor Kurven automatisch abbremst ist das eine, dass es aber hilft, Punkte in Flensburg zu vermeiden, das wichtigere Element. Wie oft fährt man unkonzentriert, ohne auf das aktuelle Tempolimit zu achten. Dieser Assistent mit kamerabasierter Verkehrszeichenerkennung registriert auch die Einfahrt in eine Ortschaft und drosselt die Geschwindigkeit automatisch. Aber nur, wenn der Fahrer das System vorher aktiviert hat. Das System will nicht bevormunden, sondern nur assistieren. Für uns ein echtes Must have!

Technische Daten Audi S5 Coupé 3.0 TFSI quattro tiptronic:

zweitüriges Sport-Coupé, Länge: 4,69 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,37 Meter, Radstand: 2,76 Meter, Leergewicht: 1.615 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 465 Liter, Tankinhalt: 58 Liter, Motor: V-6-Zylinder-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 2995 ccm, Leistung: 354 PS zwischen 5.400 und 6.400 U/min, max. Drehmoment: 500 Newtonmeter zwischen 1.370 – 4.500 U/min, 0 – 100 km/h: 4,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Verbrauch kombiniert: 7,3 Liter Super/100 km, CO2-Emission kombiniert: 170 g/km, Preis ab: 62.500 Euro.


Der neue Audi Q5 quattro mit „ultra-Technologie“: Allrad nur, wenn´s nötig ist

Die zweite Generation des Audi Q5 kommt in Kürze auf den Markt und wartet mit interessanten Weiterentwicklungen auf. Eine davon ist das Paradoxon „quattro ultra“, der Allradantrieb, der meistens nur mit zwei (!) angetriebenen Rädern unterwegs ist.

Auf der Suche nach jeder Möglichkeit zur Verbrauchsreduzierung sind die Audi-Ingenieure ausgerechnet beim Allrad-Markenkern „quattro“ fündig geworden. Weil auch der beste Allradantrieb mehr Kraftstoff verbraucht als ein „Zweiradler“, wird der quattro-Vierradantrieb im modellgepflegten Q5 nur dann zugeschaltet, wenn es nötig ist. Auf unserer Testfahrt in Mexiko, dem Land, in dem der Q5 vom Band rollt, reichten meistens zwei angetriebenen Vorderräder. Nur wenn der Untergrund in sandigem Gelände rutschig wurde, schaltete quattro ultra blitzartig, genau in 200 Millisekunden auf Allradantrieb um. Der Fahrer spürt davon nichts und kann sich darauf verlassen, immer dann vier angetriebene Räder unter sich zu haben, wenn es dem sicheren Vorankommen dient. So ungewöhnlich es auch erscheinen mag, dass der Allradantrieb meistens ungenutzt bleibt, so effizient wirkt sich das von Audi Ultra-Technologie genannte quattro-Konzept aus.





Testfahrt in Mexiko, wo der Q5 gebaut wird

Laut Audi bringt allein dieses Detail einen Verbrauchsvorteil von 0,3 Litern auf 100 Kilometer. Das erscheint wenig zu sein, aber auf der Suche nach Verbrauchssenkungen zählt jeder Zehntelliter. Beeindruckt hat uns das System auf unwegsamen und sandigen Pisten. Der quattro-Antrieb mit der so genannten „ultra-Technologie“ sorgt wenn nötig für permanenten Allrad-Grip einerseits, aber auch für effizienten Antrieb über die beiden Vorderräder, wenn der Untergrund ausreichend griffig ist. Es ist also kein Widerspruch, wenn Audi seinen quattro-Antrieb in einigen Varianten des Q5 so oft wie möglich als Fronttriebler dahin rollen lässt.

Audi wirbt mit Nutzwert-Umkehr

Interessant ist die Werbung für die „quattro ultra-Technologie“. Gewissermaßen eine Art Nutzwert-Umkehr. Denn in der Kampagne „Wo ein Q ist, ist auch ein Weg“ wird das Zu- beziehungsweise Abschalten des quattro so beschrieben: „Bei Bedarf wechselt er von Vier- auf Zweiradantrieb…“ Welcher Bedarf sollte es denn sein, der mit zwei angetriebenen Rädern besseren Vortrieb bietet als der Vierradantrieb? Hier haben sich die Werbe-Gurus vergaloppiert, weil es schwer fällt, dem Kunden zu sagen, dass Allradantrieb nur selten vonnöten ist. Tatsächlich funktioniert die „ultra-Technologie“ umgekehrt: Immer wenn es rutschig wird, schaltet der ultra-Antrieb blitzartig auf Allrad um.

Im Vergleich zum Vorgänger hat der Q5 in allen Dimensionen leicht zugelegt, abgenommen hat er aber um bis zu 90 Kilogramm an Gewicht. Der Zuwachs an Größe ist im Innenraum deutlich spürbar. Fünf Personen können sehr kommod reisen, wenngleich die Nutzung des 5. Platzes in der Mitte der hinteren Sitzbank immer von Einschränkungen begleitet ist. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist wie gewohnt außerordentlich ergonomisch gestaltet. Die Bedienbarkeit der Systeme erscheint nur auf den ersten Blick kompliziert, die Logik der Funktionen und ihre Systematik ist schnell erlernbar; das Lesen der Bedienungsanleitung ist eigentlich überflüssig, will man nicht in die Tiefen der elektronischen Möglichkeiten eintauchen.

Q5-Cockpit in gewohnter Audi-Qualität Fotos: Audi AG

Q5-Cockpit in gewohnter Audi-Qualität Fotos: Audi AG

Der neue Q5 ist ein spürbarer Fortschritt. Mehr Platz im Innenraum, mehr Raum für Gepäck, mehr Fahrdynamik und Komfort sowie die weiterentwickelten Assistenten summieren sich zum Prädikat Klassenbester. Dabei steckt der Fortschritt nicht nur in unwesentlichen Details wie ein beheizbares Lenkrad oder Sitzen mit pneumatischer Massagefunktion. Das bereits aus anderen Audi-Modellen bekannte virtual cockpit mit dem hochauflösenden 12-Zoll-Bildschirm ist schlicht großartig. Nun gibt es die „Persönliche Routenassistenz“ auch im Q5. Das Navigationssystem lernt regelmäßig gefahrene Strecken und errechnet Vorschläge für eine optimierte Routenplanung.




Der WLAN-Hotspot kann acht Mobilgeräte bedienen

Manchmal scheint „Vorsprung durch Technik“ die Ingenieure auch zu überflüssigen Gimmicks hinzureißen: Die Möglichkeit, über den integrierten WLAN-Hotspot mit bis zu acht mobilen Geräten online gehen zu können, dürfte eher selten ausgenutzt werden. Die im Baustein Audi Connect vorhandene fest installierte SIM-Karte inklusive Datenflatrate und Roaming-Fähigkeit in Europa, ist allerdings sehr sinnvoll, auch wenn sie nur von einem smart-Phone genutzt wird. Die Kosten für verschiedene, europaweit nutzbare Datenpakete sind überraschend überschaubar und ein attraktives Extra. Dass der Fahrer seinen Kalender vom Smartphone auf den MMI-Bildschirm übertragen kann, ist ebenfalls ein verbraucherfreundliches Detail.

Immer mehr Assistenten können als Vorboten fürs autonome Fahrer interpretiert werden. Der prädiktive Effizienzassistent geht – wenn der Fahrer es wünscht – vom Gas, wenn eine Kurve das sinnvoll erscheinen lässt oder ein Ortsschild zum Einhalten des 50-km/h-Limits mahnt. Das System spart nicht nur Kraftstoff, sondern verhindert auch Einzahlungen auf das Flensburger Punkte-Konto. Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung halten wir für eines der herausragenden Features, das in keinem Auto mehr fehlen sollte. Der Stauassistent macht das Rollen im zähfließenden Verkehr zu einer relativ entspannten Angelegenheit.

Fünf Motoren zwischen 150 und 286 PS im Angebot

Die Q5-Varianten kommen in Europa mit fünf Motoren mit Leistungen zwischen 150 und 286 PS auf den Markt. Die vier Diesel und der FSI-Benziner leisten bis zu 27 PS mehr als die Vorgänger-Triebwerke, sind aber gleichzeitig sparsamer geworden. Der Zweiliter TFSI leistet beispielsweise 252 PS, kommt aber mit normierten 6,8 Litern aus. Bei unserer Testfahrt lagen wir laut Bordcomputer zwischen 8,8 und 9,7 Liter, was angesichts der gebotenen Leistung akzeptabel ist.

Dem Fahrer stehen im serienmäßigen Drive-Select-System bis zu sieben unterschiedliche Fahrmodi zur Verfügung. Mal komfortabel, mal sportlich straff oder aber mit der Einstellung lift/offroad stellt sich der Q5 auf die Wünsche des Fahrers und auf die entsprechenden Fahrbedingungen ein. Der Neue im Audi-Q-Portfolio überzeugt in allen Kriterien. Irgendwie hatten wir das Gefühl, im komfortabelsten Offroader auf dem Markt unterwegs zu sein. Allerdings nicht im billigsten. Der nach oben offene Grundpreis beträgt 45.100 Euro für den Q5 TDI mit 163 PS und quattro S tronic. Mit ein paar sinnvollen Extras lassen sich locker 60.000 Euro und mehr erreichen. Der 2.0 TFSI ist ab 39.800 zu haben.

Technische Daten Audi Q5 2.0 TFSI S tronic: fünftüriger SUV, Länge: 4,66 Meter, Breite: 1,89 Meter, Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,81 Meter, Leergewicht: 1.720 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 550 – 1550 Liter, Tankinhalt: 70 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Otto-Motor mit Turbolader, Hubraum 1984 ccm, Leistung: 252 PS zwischen 5000 und 6000 U/min, max. Drehmoment: 370 Newtonmeter bei 1.600 – 4.500 U/min, 0 – 100 km/h: 6,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 237 km/h, Verbrauch kombiniert: 6,8 Liter Super auf 100 km, CO2-Emission: 162 g/km, Preis inkl. MWSt. ab: 49.900 Euro.

 


Audi R8 Spyder: The Sound of Violence

Superlative nutzen sich schnell ab. Und für den neuen Audi R8 Spyder lässt sich kein besserer kreieren als jenen, den wir ihm schon in seiner ersten Version mit auf den Weg gegeben haben: Hammer! Dieses Wort sagt einfach alles.

3,6 Sekunden auf 100 km/h, untermalt vom zehnzylindrigen Gänsehaut-Gebrüll aus der mehrflutigen Auspuffanlage machen die Bang & Olufsen-Soundanlage mit den zusätzlichen Lautsprechern in den Kopfstützen zu einem relativ überflüssigen Extra. Wenn da nicht auch die Möglichkeit bliebe, in aller Offenheit über schöne Landstraßen zu schlendern. Das Dach lässt sich bis 50 km/h binnen 20 Sekunden öffnen und schließen. Das genussvolle Dahinrollen ist offen ganz besonders beeindruckend. Es muss ja nicht immer Vollgas sein. Und das macht den Reiz dieses absolut alltagstauglichen Supersportwagens aus: die ganze Bandbreite eines emotionalen Fahrerlebnisses auskosten zu können. Von Bummeltempo bis zu 318 km/h ist alles machbar.

Sideblades saugen Luft und die Straße ein

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Der R8 ist aus jeder Perspektive ein Hochgenuss supersportlichen Designs

Rattenscharf: das Design. Mehr Kanten, mehr Muskeln und eine um 36 Millimeter auf 1,94 Meter verbreiterte Präsenz geben dem Spyder eine hypersportliche Außenwirkung. Sein Gesicht mit dem breiter gewordenen Single-Frame-Grill und keilförmigen LED-Scheinwerfern (auf Wunsch mit Laserlicht) vermitteln jene Ausstrahlung, die deutlich macht, dass hier ein Super-Sportwagen im Anrollen ist. Die markanten seitlichen Belüftungskanäle, auch Sideblades genannt, scheinen nicht nur die Luft für den Mittelmotor, sondern auch die Straße gierig einzusaugen.



Ein V-Zehnzylinder in bester Sauger-Tradition

Weil sich der neue Spyder auf nur 1,24 Meter Höhe duckt, scheint es ihm möglich, jede Radarkontrolle unterfliegen zu können. Achtung: Die Betonung liegt auf „scheint“! Tatsächlich ist die Gefahr groß, zügig die Flensburger Punkteränge zu erreichen. Der R8 Spyder fordert vom Fahrer jederzeit Disziplin, weil der Zehnzylinder-Sauger mit seinen verfügbaren 540 PS und 540 Newtonmeter maximales Drehmoment spontan jeder Bewegung des Gaspedals folgt.

R8 _interieur_02Eine superschnelle Siebengang-S-tronic (ein Doppelkupplungsgetriebe) leitet die Kraft des Motors variabel an den quattro-Antrieb. Das ausgeklügelte System lässt sich über „drive select“ individuell einstellen. Zusätzlich gibt es mit dem optionalen Performance-Lenkrad die Möglichkeit, die Einstellungen auf trockene und nasse Straße sowie auf Schnee zu erweitern.

Der R8 Spyder ist die direkte Verbindung vom Motorsport zur Straße

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Die Sideblades lassen sich individualisieren, auf Wunsch sogar mit dem eigenen Namen

Wie in allen neuen Audi-Modellen beeindruckt auch im R8 Spyder das virtuelle Cockpit mit individuell einstellbaren 3D-Grafiken auf dem 12,3-Zoll-Display hinter dem Lenkrad. Die MMI-Navigation plus ist hier serienmäßig. Die im R8 verfügbare Performance-Ansicht rückt den Drehzahlmesser prägnant in den Mittelpunkt. Ablesbar sind hier z.B. die G-Kräfte, Rundenzeiten, Reifentemperatur und vieles mehr. Volle Integration des smart Phones ins Infotainment und Audi connect-System ist ebenso selbstverständlich wie die Möglichkeit, über schnelles LTE im Internet zu surfen.

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Große Lufteinlässe und attraktive Sideblades geben dem R8 seinen typischen Charakter                                                Fotos: Audi AG




Fazit: Der neue Audi R8 Spyder ist die direkte Verbindung vom Motorsport zur Straße gepaart mit absoluter Alltagstauglichkeit. Das kann man nicht über viele Supersportwagen sagen.

Technische Daten Audi R8 Spyder: zweitüriger und zweisitziger Supersportwagen, Länge: 4,42 Meter, Breite: 1,94 Meter, Höhe: 1,24 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Leergewicht: 1.720 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 112 Liter, Tankinhalt: 83 Liter, Motor: Zehnzylinder V90-Ottomotor, Hubraum 5204 ccm, Leistung: 540 PS bei 7800 U/min, max. Drehmoment: 540 Newtonmeter bei 6.500 U/min, 0 – 100 km/h: 3,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 318 km/h, Durchschnittsverbrauch kombiniert: 11,7 Liter Super plus/100 km, CO2-Emission kombiniert: 277 g/km, Preis ab: 179.000 Euro


Diesel-Affäre: Jetzt hat´s auch Audi voll erwischt – Entwicklungschef Knirsch muss gehen

Als Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg Ende letzten Jahres den Konzern wegen möglicher, aber bis heute nicht bewiesener Verwicklungen in den Diesel-Skandal verlassen musste, schien sein Bezug zu Volkswagen als Erklärung zu genügen. Mit der überraschenden Trennung von seinem Nachfolger Stefan Knirsch und der Anhörung des Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler erreicht der Abgas-Skandal eine neue Dimension, die weitere Trennungen von Führungskräften im Volkswagen-Konzern befürchten lässt.

Der Ingenieur Stefan Knirsch arbeitete ab 1997 als Projektleiter der Motorenentwicklung bei Porsche und übernahm dort 2001 die Leitung der Grundmotoren-Entwicklung. Nach seiner Promotion 2006 übernahm er 2007 die Leitung After Sales im Porsche-Vertrieb. Nach einer Zwischenstation beim Rheinmetall-Konzern kam er 2013 zu Audi zurück und übernahm die Leitung der Aggregate-Entwickung. Erst Anfang des Jahres wurde Knirsch Audi-Entwicklungsvorstand. Jetzt wird gerätselt, ob er bei Porsche mitgeholfen haben könnte, die umstrittene Motorsteuerung zu entwickeln. Das Ende des Skandals ist noch lange nicht in Sicht.

Seit über einem Jahr absorbiert der Diesel-Skandal im Volkswagenkonzern einen Großteil der Management-Power, die durch die Ermittlungen und vielen Verhandlungen mit Behörden, Rechtsanwälten in Deutschland und den USA nötig ist. „Wir arbeiten gefühlt nur noch zu 20 Prozent an der Weiterentwicklung unserer Produkte“, beklagt sich ein Wolfsburger Ingenieur. „Der größte Teil unserer Zeit geht dafür drauf, auf die inquisitorischen Fragen von Jones Day zu antworten und nach entsprechenden E-mails zu suchen.“ Dies höre er auch von Kollegen aus anderen Entwicklungsabteilungen der Konzern-Marken. „Aber der Weggang von Stefan Knirsch hat uns alle überrascht“, wundert er sich.

In den Tagen zuvor war auch Audi-Chef Rupert Stadler von den Ermittlern der Anwaltskanzlei ohne belastendes Ergebnis befragt worden, woraus Bild gleich ein „Verhör“ gemacht hatte. Nur staatliche Ermittler dürfen „verhören“, aber „Verhör“ klingt nun mal spannender als Befragung. Allerdings sind die Leute von Jones Day nicht unbedingt zart besaitet. Und sie sind nicht unumstritten. Auch deshalb weil sie es in Sachen Aufklärung nicht eilig haben. Kein Wunder, Stundensätze um die 1500 Dollar pro ermittelndem Anwalt plus Spesen sorgen für einen gigantischen Umsatz von fast zwei Milliarden Dollar. Für ein Unternehmen, das außer beschriebenem Papier nichts produziert, ein unglaublich hoher Umsatz. Etwa 2500 Anwälte, darunter viele Ex-Staatsanwälte und Kriminalermittler, in 42 Standorten, allein drei in Deutschland, arbeiten weltweit und rund um die Uhr, um Firmen und Vorgänge zu durchleuchten. Das Unternehmen selbst ist auch schon wegen undurchsichtiger Abrechnungen in die Kritik geraten. Dass die Anwaltskanzlei im Vorwahlkampf von Donald Trump beauftragt worden war, hat ihr viel Ärger in den US-Medien eingebracht. „Business ist Business“, ließ die Kanzlei verlauten. Was auch sonst. Wo kämen wir hin, wenn Anwälte ihre Mandanten nach politischer Opportunität auswählen würden?

Ob die Ermittlungen im Diesel-Skandal noch dieses Jahr beendet sind? „Wir haben manchmal den Eindruck“, so ein Audi-Mitarbeiter, „als stünden wir damit noch ganz am Anfang. Ich habe gehört, dass sich das Thema Aufklärung noch ins nächste Jahr ziehen wird“, gibt der Mann Vermutungen weiter und betont: „Das kann auch nur ein Gerücht sein, das die Runde macht. Wir wollen uns wieder auf die Arbeit konzentrieren können.“ Ähnliches ist aus der Wolfsburg zu vernehmen. Und aus dem Hause Daimler ist zu hören: „Wir können nachvollziehen, wie solche Ermittlungen einen Konzern lähmen. Wir wurden von den Ermittlern des Ex-FBI-Chefs Louis Freeh in Sachen Korruptions-Aufklärung ausgequetscht und mussten uns auch noch in Englisch verteidigen.“

 

 

 

 


Das neue Audi TT RS Coupé mit der Lizenz für Gänsehaut

Wer hätte 1998 gedacht, dass aus dem neuen und eher braven Audi TT Coupé 18 Jahre später ein Auto mit den Fahrleistungen eines Supersportwagens werden würde. Das jetzt vorgestellte Audi TT RS Coupé und sein offener Bruder als Roadster brechen mit allen Gesetzen fahrdynamischer Zurückhaltung. 400 PS aus fünf Zylindern und 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind aber nicht alles: Untermalt von süchtig machendem Gänsehaut-Sound wird deutlich, was das wahre Hindernis fürs Elektroauto sein könnte.

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So sieht Dynamik von hinten aus….

Wer genau hinschaut, sieht es dem neuen Audi schon von außen an. Hier steht ein rennsporttaugliches Straßenauto, das sich gar nicht erst um Zurückhaltung bemüht. Riesige, markant geschnittene Lufteinlässe, knapp über der Fahrbahn den Asphalt geradezu aufsaugende Spoiler verleihen dem Gesicht sportliche Dynamik. Der feststehende Heckflügel suggeriert permanente Notwendigkeit und zwei ofenrohrartige Auspuffendungen deuten an, dass der Abgasstrom hier ungebremst nach außen drängt. Der Spoiler kann als Option auch ein- und ausfahrbar geordert werden. Aber wozu? Die besonders beim Rauf- oder Runterschalten entstehende Klangkulisse lässt sich nicht in Worte fassen. Das kurze, infernalische Zischen beim Gangwechsel ist der pure Genuss, der mit der optionalen RS-Sportabgasanlage per Soundtaste auch noch verstärkt werden kann.

Die Rückleuchten in OLED-Technologie erscheinen wie ein Bühnenbild

Auch beim TT RS präsentiert Audi ein paar technologische Neuheiten, die es in sich haben: Zum Beispiel die OLED-Heckleuchten (Organic Light Emitting Diode), die wie ein faszinierendes Bühnenbild dreidimensional erscheinen. Die LED-Scheinwerfer sind serienmäßig und optional als Matrix LED zu haben. Leider nur im Roadster verfügbar: Mikrofone für die Fernsprecheinrichtung, die am Sicherheitsgurt befestigt sind und eine hohe Sprachqualität sicherstellen. Selbst beim Offenfahren soll der Gesprächspartner den TT-Fahrer verstehen können, ohne dass der brüllen muss.

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Ein Cockpit wie aus dem Bilderbuch                                                  Fotos:Audi AG

Der Innenraum ist keine Überraschung und präsentiert sich in gewohnter Audi-Qualität. Vom Infotainment-System bis zum Virtual Cockpit, von der Navigation über Google Earth bis zur problemlos zu bewerkstelligenden Integration des eigenen Smartphones. Von der Bedienbarkeit wichtiger Funktionen am Sportlederlenkrad, ohne wie in einem Rennwagen die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen, bis zu den Schaltwippen für die manuelle Gangwahl. Über die drehbaren Luftausströmer lässt sich die Klimaautomatik bedienen und kleine Displays in der Mitte zeigen die jeweilige Einstellung an. Einfacher lässt sich die Temperatur im Inneren nicht steuern, diese Bedienoberfläche ist schlicht perfekt. Besser könnte nur noch die Bedienung per Gedankenübertragung sein.

Jekyll and Hyde steckt auch in diesem Audi

Klar ist, dass den neuen TT RS vor allem sein sportlicher Charakter auszeichnet. Auf der Rennstrecke von Jarama nahe Madrid zeigt der neue Audi seine Qualitäten, die aber nicht nur mit den Maßstäben offensiver Fahrdynamik gemessen werden sollten. Denn der TT RS beweist uns auf der tempolimitierten Landstraße rund um Madrid, dass er auch zum Dahinbummeln geeignet ist. Ein wenig Jekyll and Hyde steckt auch in diesem Audi.

Aber wenn schon Rennstrecke, dann richtig. Und so raubt uns der Antritt Dank Launch-Control kurz den Atem, die Siebengang S Tronic schaltet blitzschnell hoch, zumal die ersten Gänge relative kurz ausgelegt sind. Dank quattro-Antrieb ist der Grip phänomenal, das Herausbeschleunigen aus den Kurven wird durch das hohe Drehmoment von 480 Newtonmeter, das schon bei 1.700 Touren zur Verfügung steht, zu einem sehr flüssigen Vorgang. Schnelle Gasannahme, nicht ganz ohne einen Wimpernschlag Turboloch, aber sehr gut einsetzbar, lässt der Fünfzylinder seinen Racing-Eigenschaften freien Lauf. Die maximale Drehmoment-Wucht liegt übrigens bis zu 5.850 Touren an und führt quasi zu einer ständigen Verfügbarkeit.

Wo sich G-Kräfte und fahrerische Vorsicht begegnen

Die schnelle Kurven-Fahrerei macht auch im Grenzbereich Spaß, wenn sich G-Kräfte und fahrerische Vorsicht begegnen. Die RS-Sportsitze sind deutlich konturiert und lassen sich seitlich pneumatisch noch fester an den Körper anpassen. Deshalb fühlt sich der Fahrer auch bei hoher Querbeschleunigung bestens aufgehoben, ohne irgendwie gegenhalten zu müssen. Auf dem Display lassen sich in diesen Phasen kurvenreicher Dynamik die G-Kräfte ablesen, wobei der Fahrer allerdings kaum Zeit dafür hat, weil er die Rennstrecke im Blick haben muss.

Fahrwerkseitig haben die Ingenieure alles aufgeboten, die zum Vorgänger um 60 PS gewachsene Leistung sinnvoll auf die Straße zu bringen. Die neue quattro-Fahrdynamik-Software berechnet ständig, wie viel Drehmoment an die Hinterräder geleitet werden muss, um optimale Agilität zu ermöglichen. Das führt zu einer auffallenden Bewegungsfreude schon beim Einlenken und zu einer präzisen Umrundung jeder Kurve und jederzeit guten Beherrschbarkeit auch jenseits des Grenzbereichs. Erstmals ist der quattro-Antrieb in das Fahrdynamik-System Audi drive select eingebunden. Der Fahrer kann zwischen vier Einstellungen wählen, die dann individuell Lenkung, Schaltpunkte, Motorcharakteristik und Dämpfung verändern.

Das neue TT RS Coupé ist kein Kompromiss

Fazit: Das neue TT RS Coupé ist kein Kompromiss. Er bietet vor allem knallharte Sportlichkeit, lässt aber dem Fahrer auch Raum für komfortable Mobilität. Allerdings ist Komfort hier anders zu verstehen als in einer braven Limousine. Das RS Coupé provoziert ständig, seine Möglichkeiten auszuloten und die fahrerischen Fähigkeiten des Fahrers auf die Probe zu stellen.

Technische Daten Audi TT RS Coupé 2.5 TFSI: zweitüriges Sportcoupé, Länge: 4,19 Meter, Breite: 1,83 Meter, Höhe: 1,34 Meter, Radstand: 2,50 Meter, Leergewicht: 1.440 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 305 – 712 Liter, Tankinhalt: 55 Liter, Motor: Reihenfünfzylinder-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 2480 ccm, Leistung: 400 PS bei 5.850 U/min – 7.000 U/min, max. Drehmoment: 480 Newtonmeter bei 1.700 – 5.850 U/min, 0 – 100 km/h: 3,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, optional 280 km/h, Verbrauch kombiniert: 8,2 Liter auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 187 g/km, Preis ab: 66.400 Euro (Roadster ab 69.200 Euro).

 

 

 

 

 

 


Der Hyundai i30 kommt mit messerscharfem Design-Sprung nach Paris

Auf den ersten Blick könnte es auch ein Audi sein. Nur das dominante Hyundai-Logo im „Single-Frame-Grill“ macht deutlich, dass hier ein Koreaner Gesicht zeigt. Haben die Designer bei Audi abgekupfert? Ja und nein, kann man unumwunden zum neuen i30 sagen, der übrigens in Europa entwickelt wurde.

Der Createur des Single Frame Grills bei Audi ist nämlich auch der verantwortliche Designer für den i30. Die Ähnlichkeit mit Audi-Fronten ist deshalb kein Zufall. „Der neue Hyundai i30 ist ein Fahrzeug für Jedermann. Für das Design der neuen Generation unseres Kompakten haben wir uns nicht nur einen Kunden angeschaut, sondern den Fokus auf viele unterschiedliche Bedürfnisse gelegt“, erklärt Peter Schreyer, Präsident und Chief Design Officer Hyundai Motor Group. „Unsere Designsprache hat sich mit diesem Modell deutlich weiterentwickelt und verhilft unserem beliebtesten Modell mit dem neu-gestalteten Kaskaden-Kühlergrill zu einem erwachsenen Auftritt.“ Hören Sie ihn persönlich hier: https://youtu.be/WLHhrigZyxA

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Scharfe Kanten, trendige Scheinwerfer: Der Hyundai i30 soll einen weiteren Designsprung markieren

Seit Design-Guru Schreyer Volkswagen 2006 Richtung Kia verlassen hat, wird seine Handschrift auf den asiatischen Modellen von Kia und Hyundai sehr deutlich sichtbar. In Wolfsburg und Ingolstadt ist man über diese Entwicklung nicht glücklich.

Der Mann, der unter anderem den neuen VW Beetle geformt und Audi-Modellen ihr markantes Gesicht gegeben hat, kann sich doch nicht selbst kopieren. Oder doch? Die Wahrheit ist: Ein Designer bleibt nicht immer einer Marke treu, aber ganz bestimmt seiner „Handschrift“, seiner Überzeugung und seinem Geschmack.

Ein Vorwurf, die Asiaten würden kopieren, wäre deshalb nicht nur ungerecht, er wäre falsch. Wer sich wie Hyundai/Kia einen anerkannten Designer mit skulpturierter Vergangenheit ins Haus holt, will dessen Kompetenz fürs eigene Modellprogramm nutzen. Das ist nicht nur unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten legal, sondern durchaus auch legitim. Ein solcher Wechsel eines Designers führt natürlich dazu, dass die Firma die DNA seines Geschmacks, die kreativen Bausteine seiner formalen Vorstellung mit übernimmt. Das ist ja der Sinn einer solchen Abwerbeaktion.

Was Kia 2006 angestrebt hat, ist zweifellos gelungen: den Erfolg auch in Sachen Design. Denn seit Peter Schreyer 2006 die Gestaltungshoheit für die Marken Kia und Hyundai übernommen hat, befinden sie sich im Aufwind. Das einst im Konzern sträflich vernachlässigte Thema hat Schreyer zur Chefsache gemacht. Durchweg mit Erfolg. Als Belohnung wurde Schreyer 2012 als erster Nicht-Koreaner Präsident des Familien-Unternehmens und kurz darauf sogar Design-Oberhaupt beim Kia-Mutterkonzern Hyundai.

 


Verdiente Auszeichnung: Audi ist „Innovativste Premium-Marke“

Immer wieder sah sich Audi in den letzten Jahren dem subtilen Vorwurf ausgesetzt, nicht mehr wirklich innovativ zu sein. Auch Ex-Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und der allmächtige Ex-Konzern-Aufsichtsratschef kritisierten mehr oder weniger deutlich, dass Audi dem Slogan Vorsprung durch Technik nicht mehr entsprechen würde. Dass dem nicht (mehr) so ist, haben jetzt sehr deutlich das Center of Automotive Management und die PricewaterhouseCoopers AG mit dem Automotive Innovations Award bestätigt. Audi wurde in gleich drei Kategorien ausgezeichnet: als Innovativste Premium-Marke, als bestes Connected Car und in der Kategorie Fahrzeugkonzepte/Karosserie.

Dass diese Auszeichnung keine Lari-Fari-Veranstaltung ist, wird darin deutlich: In die Bewertung sind nämlich mehr als 1.400 Innovationen von 20 Automobilherstellern und 50 Automarken eingeflossen. Das sich die Audianer sehr darüber freuen, ist mehr als verständlich.

„Diese Auszeichnungen sind für unsere Mannschaft Lob und Antrieb zugleich“, so Stefan Knirsch, Vorstand für Technische Entwicklung bei Audi. „Wir sind Innovationstreiber bei klassischen und alternativen Antrieben, bei Leichtbau und Fertigungsverfahren, bei Konnektivität, Fahrerassistenz und pilotiertem Fahren – und wir arbeiten permanent daran, unseren Vorsprung durch Technik zu erhalten.“ Weiter so!





VW – Das „Diesel-Thema“ oder die unendliche Geschichte

„Der VW-Skandal brodelt seit Monaten und welche Fragen sind eigentlich geklärt? Keine einzige. Das größte deutsche Unternehmen behandelt den größten anzunehmenden Betrugsfall in seinen Reihen, wie eine mittelgroße Rückrufaktion, bei der es darum geht, eine Panne zu beheben. Bis heute gibt es keine bekannten Schuldigen.“ Das schreibt das Handelsblatt und liegt damit im Mainstream der öffentlichen Meinung.

Allerdings ist die Sache nicht so einfach, sondern hoch komplex. VW steckt zwar tief im Schlamassel, aber zu Schnellschüssen sollte sich das Management nicht verleiten lassen. In zwei Wochen will VW-Chef Müller ja ein erstes Zwischenergebnis bekannt geben, und das ist angesichts des Umfangs einer solchen Untersuchung doch recht zügig, auch wenn das die Öffentlichkeit gerne noch schneller hören würde.

Schlimm ist, dass jeden Tag neue Erkenntnisse aus dem Schlamm des Skandals an die Oberfläche blubbern. Fast jede Marke des Konzerns ist irgendwie NOx-vergiftet oder CO2-vernebelt. Nach Porsche hat´s jetzt auch Audi erwischt, das heißt, Audi musste einräumen, eine Software verwendet zu haben, die nicht von den US-Behörden genehmigt war. Einer Schuld ist man sich in Ingolstadt aber nicht bewusst, ein Vorsatz sei nicht vorhanden, lässt sich aus der Audi-Pressemitteilung zwischen den Zeilen lesen. Das ist natürlich Unsinn, denn Audi kennt die gesetzlichen Regelungen in den USA bis in die letzte paraphierte Verästelung und wusste um das Risiko einer nicht genehmigten Software.

Das fällt an allen bisherigen Äußerungen auf: Echtes Bedauern, geschweige Demut klingt trotz aller recht floskelhaften Entschuldigungen nicht durch. Das gilt auch für die Äußerungen des VW-Aussichtsrats. Wenn man das Interview mit dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil in der FAZ liest, hat der Mann in seiner Funktion wohl gar nichts mitbekommen. Jetzt alles dem Management zuzuschieben, ist eines Aufsichtsrats unwürdig.

VW macht beim „Diesel-Thema“, wie der Skandal in Wolfsburg bagatellisierend genannt wird, aber auch durchaus schwer wiegende Fehler: Zum Beispiel, wenn der Konzern deutsche Kunden schlechter behandelt als amerikanische, die gleich mal mit 1000 Dollar milde gestimmt wurden. Das ist taktisch völlig daneben, unsensibel und stillos. Die Hausjuristen mögen noch so viele Argumente für eine solche Regelung haben, hier zählt, wie so was draußen bei den Kunden ankommt. Denn Wahrnehmung ist Wirklichkeit. Auch dann, wenn die Wahrnehmung nicht der Wirklichkeit entspricht.

Und jeden Tag kommen neue Tatsachen ans Licht. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft auch noch wegen Steuerhinterziehung. Allerdings ist kaum anzunehmen, dass VW die Verbrauchswerte geschönt hat, um Steuern zu sparen oder den Kunden günstigere Steuern zu ermöglichen. Die Steuerhinterziehung ist quasi ein Nebeneffekt der Manipulation, aber ganz sicher nicht ein Ziel gewesen.

Wenn wir die Zeichen richtig interpretieren, dann deutet jetzt alles auf einen handfesten Krach zwischen Vorstand und Aufsichtsrat hin. Dass nach der letzten Aufsichtsratssitzung Matthias Müller wortkarg und ohne Fragen zuzulassen allein vor die Presse trat, ist ein erkennbares und überdeutliches Zeichen dafür. Müller hat jetzt die einmalige Chance, die Übermacht der Gewerkschaft zu brechen. Das ist unabdingbar, wenn Volkswagen bessere Margen einfahren soll. Das fordert zwar auch der wortgewaltige Bernd Osterloh, versucht aber gleichzeitig die notwendigen Schnitte schon im Vorfeld abzuwürgen. Dass Volkswagen viel zu teuer produziert, ist nicht zuletzt der Gewerkschaft und dem Betriebsrat anzulasten, die viel zu lange vom Vorstand gestreichelt wurden.

Jetzt zeigt sich auch, wie katastrophal falsch es war, den Konzern auf Martin Winterkorn und Ferdinand Piëch auszurichten. Das Riesenreich, in dem die Sonne nie unterging, war nicht mehr kontrollierbar. Ohne radikale Einschnitte wird sich das nicht ändern. Wenn Müller den Kampf mit der Arbeitnehmerseite aufgeben muss, wird er hinwerfen. Er kann ziemlich souverän entscheiden, muss (und wollte eigentlich) nicht mehr Karriere machen. Vielleicht eine Chance für die völlig unbelasteten Vorstände Andreas Renschler und Herbert Diess. Denen traut man einen Neustart zu. Aber „vorher müsste es noch schlimmer kommen“, orakelt ein Insider. Und: „Dann kann sich die IG Metall die Verluste an Arbeitsplätzen selbst zuschreiben. Wenigstens verdienen die Vorstände nichts mehr.“

 

 


Audi Q7: Viel Zukunftsmusik ist schon in der Gegenwart angekommen

Wir fahren mit 50 km/h an parkenden Autos vorbei, als unvermittelt ein Kind zwischen den Fahrzeugen heraus und über die Straße rennt. Das elektronische Sicherheitssystem „pre-sense-city“ des Q7 bremst nach kurzer missachteter Warnung des Fahrers im selben Augenblick das Fahrzeug abrupt ab – es kommt noch vor dem Kind zum Stehen.

Obwohl das Kind eine Puppe auf einer Schiene ist, treibt die Demonstration des Bremsassistenten den Puls in die Höhe und beeindruckt die Insassen des neuen Q7 nachdrücklich. Als wir im Q7 links abbiegen wollen, ein entgegenkommendes Fahrzeug „übersehen“, tritt die durch das Setzen des Blinkers aktivierte Gegenverkehr-Überwachung des Abbiegeassistenten Dank Radarsensoren und Frontkamera vehement in die Eisen und sorgt mit einer Vollbremsung dafür, dass ein Crash vermieden wird.

Audi Virtual Cockpit: Besser geht es nicht

Der Q7 ist nicht nur leichter, sondern auch schlanker geworden.                    Alle Fotos: Audi

Obwohl das autopilotierte Fahren noch ein paar Jahre in der Zukunft liegt, beweisen die im Q7 verbauten elektronischen Assistenten, wie viel Zukunftsmusik schon in der Gegenwart angekommen ist. Und wir haben es nicht als Bevormundung verstanden, dass die Sicherheitsbremse den Audi vor einem schweren Unfall bewahrt hat – wenn auch nicht in echt. Kein Mensch kann so schnell so richtig reagieren wie die Elektronik. Skepsis gegen diese elektronischen Assistenten ist nach meiner Überzeugung unangebracht. Mehr Sicherheit auf der Straße ist ein großer Gewinn und keine Fahrer-Bevormundung.

Im neuen Q7 gibt es gefühlt mehr Assistenten als in einer Vorstandsetage (schauen Sie sich die beeindruckenden Audi-Videos an) Da wäre einmal der Abbiegeassistent (er achtet auf den entgegenkommenden Verkehr), der Anhängerassistent (macht das Rückwärtsrangieren mit einem Anhänger zum Kinderspiel), der Assistent für die Ausstiegswarnung (warnt optisch beim Öffnen der Türe vor herannahendem Verkehr), der Parkassistent (er hilft, im richtigen Winkel in eine enge Parklücke vorwärts einzufahren), der prädiktive-Effizienzassistent mit ACC (passt die Fahrgeschwindigkeit vorausschauend dem Straßenverlauf an und sorgt für hohe Kraftstoff-Effizienz), der Querverkehrsassistent (warnt den Fahrer beim Rückwärtsfahren aus einer Parklücke vor Querverkehr und bremst im Ernstfall ab), der Stauassistent (folgt im Stop-and-go-Verkehr dem Vorausfahrenden). Es ist verblüffend, wie viel Zukunft hier schon eingebaut ist. „Kein anderes Serienauto im Segment hat mehr Assistenzsysteme“, brüstet sich Audi.

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Audi Virtual Cockpit: Besser geht es nicht.

Das Fahren im neuen Q7 lässt schon beim Anfahren spüren, dass dieser SUV kein Schwergewicht mehr ist. Er ist nach Audi-Angaben im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 325 Kilogramm leichter geworden. Dieses „bis zu“ ist immer der Hinweis darauf, dass wie bei den Angaben zum Highspeed-Surfen der Internetprovider ein wenig gemogelt wird und der eigentliche Wert drunter liegt. Beim Q7 treffen die 325 Kilogramm Reduktion nur auf den Q7 mit Vierzylinder zu, den es in Europa nicht zu kaufen gibt. Aber die 208 Kilogramm Gewichtsabnahme beim V6 Diesel sind immer noch ein beeindruckender Abspeckwert. Die Audi-Ingenieure sind beim Fettabsaugen enorm gründlich zu Werke gegangen, haben mit viel Aluminium, intelligentem Materialmix und extremer Detailarbeit jedes Teil auf den Prüfstand der Gewichts-Notwendigkeit gelegt. Nur ein paar Beispiele: Die Türen aus Alu sparen 24 Kilogramm, die Karosserie ist um 71 Kilogramm leichter geworden, die Vorderachse um 27 Kilogramm, die Hinterachse um 40 Kilogramm, die Auspuffanlage um 19 Kilogramm, die Sitze um bis zu 19 Kilogramm, und so fort. Hier wurde in Sachen Gewicht praktisch nichts gelassen, wie es einmal war. Sogar die Fuß-Pedale sind jetzt aus Aluminium und wiegen um 60 Prozent weniger.

Die Dynamik, mit der sich der Q7 über eine kurvenreiche Straße bewegen lässt, macht vergessen, dass dieses immer noch große Fahrzeug fast zwei Tonnen wiegt. Audi verweist darauf, dass der neue Q7 das leichteste Auto seiner Klasse im Wettbewerb ist. Seine Agilität lässt sich fast mit einer Limousine vergleichen, was allerdings nicht nur dem reduzierten Gewicht, sondern vor allem einem sehr gut abgestimmten Fahrwerk und leistungsstarken Triebwerken zu verdanken ist.

Besonders gut gefallen hat uns der 3.0 TDI mit seinen 272 PS und seinem bulligen Drehmoment von 600 Newtonmetern, die zwischen 1.500 und 3.000 U/min zur Verfügung stehen. 6,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h sind mehr als sportlich zu nennen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 234 km/h angegeben. Der Normverbrauch beträgt 5,7 Liter Diesel, am Ende unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer 7,8 Liter an. Auf freier Autobahn und häufigen Sprints lassen sich sicher auch 10 Liter Verbrauch erreichen, was aber nur durch unvernünftigste Fahrweise machbar sein dürfte. Der Antrieb harmoniert sehr gut mit der komfortablen Achtstufen-Automatik. Sie schaltet sehr schnell, aber weich, was dem klassischen Wandler zu verdanken ist.

Im Angebot steht auch ein 3-Liter-Benziner mit 333 PS, der aber kaum bessere Fahrleistungen vorweist und die Frage provoziert: Wozu noch ein Benziner, der mehr verbraucht, aber nicht wirklich mehr leistet. Es gibt halt Kunden, denen ein Diesel nie ins Haus kommen wird. Der Benziner hat insoweit durchaus seine Berechtigung. Im Segment einzigartig ist der Q7 TDI e-tron quattro, der allerdings noch nicht auf dem Markt ist. Es ist der weltweit erste Plug-in-Hybrid mit einem Sechszylinder-Diesel, der zusammen mit dem Elektromotor eine Systemleistung von 373 PS leistet. Rein elektrisch soll dieses Modell bis zu 56 Kilometer weit kommen.

Im Vergleich zum Vorgänger hat das Design vor allem von außen an Qualität gewonnen. Der Singleframe-Grill gibt dem Q7 eine faszinierende Eleganz und dominiert das Gesicht des Audi. Die optionalen LED-Scheinwerfer sorgen mit dem Tagfahrlicht für eine prägnante und unverwechselbare Licht-Signatur. Xenon-Scheinwerfer sind serienmäßig. Von der Seite wirkt der Q7 schlanker und proportional gelungener als der Vorgänger. Design, das man erklären muss, ist kein gutes Design. Deshalb wollen wir keine großen Worte machen. Der Q7 wirkt, strahlt Präsenz aus, ohne protzig zu erscheinen. Wo der Q7 der ersten Generation optisch wuchtig und „gewichtig“ in Erscheinung trat, wird die Gewichtsreduktion irgendwie nun auch optisch wahrnehmbar.

Im großzügig geschnittenen Innenraum das gewohnte Audi-Ambiente: hochwertig, ergonomisch, logisch. Beeindruckend: das virtual Cockpit (optional), das mit der MMI-Navigation mit Touchscreen interagiert und auf der 12,3 Zoll-Diagonale mit hoher Auflösung brillante Bilder produziert. Schneller als in einem Video wird zum Beispiel die Nadel des Drehzahlmessers pro Sekunde 60-mal neu berechnet, was zu einer absolut flüssigen Bewegung führt. Der Fahrer kann sämtliche Anzeigen über das Multifunktionslenkrad steuern und kann die volle Bandbreite der Möglichkeiten nutzen, ohne die Hand vom Lenkrad zu nehmen. Die weiter entwickelte Sprachsteuerung versteht nicht nur die üblichen unnatürlichen Formulierungen, sondern sozusagen Umgangssprache. Sie versteht nun sogar Fragen wie „Wo ist das nächste italienische Restaurant?“

HiFi-Fans kommen mit der optionalen Soundanlage von Bose oder Bang & Olufsen mit „dem neuen 3D-Klang“. Hier schießt das Marketing mit der Formulierung übers Ziel hinaus. Dass das räumliche Klangerlebnis zum 3D-Klang wird, nur weil nun auch Lautsprecher weiter oben platziert sind, ist doch arg übertrieben. Marketingmenschen neigen dazu, auch den banalsten Dingen anspruchsvolle Bezeichnungen zu geben. Dabei wäre der Hinweis auf 23 Lautsprecher und 1.920 Watt Klangleistung doch ausreichend. Das Konzertsaal-Erlebnis im Q7 beeindruckt jedenfalls mehr als der Hinweis auf einen physikalisch selbstverständlichen „3D-Klang“. Oder breiten sich Klangwellen zweidimensional aus?

 

 


Mit großem Vorsprung verdienter Sieger: Der VW Passat ist „Car oft the Year 2015“

Auszeichnungen für Automobile gibt es viele. Aber nur wenige ernsthafter Natur, will heißen: die ernst genommen werden. Dass dieses Jahr der neue VW Passat die begehrte Trophäe „Car oft the Year“ erhalten hat, dürfte den heute in Genf stattfindenden traditionellen Volkswagen-Konzernabend krönen. Dieser Sieger hat es wirklich verdient.

Volkswagen Passat R-Line

Mit dem neuen Passat in die Oberklasse

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, erklärte VW-Chef Martin Winterkorn in Genf. „Mit dem neuen Passat ist es uns erneut gelungen, ein Auto zu entwickeln, das technologisch und qualitativ die Maßstäbe in seiner Klasse setzt. Diese Auszeichnung ist eine großartige Bestätigung für die Arbeit unserer Ingenieure, Designer und der gesamten Mannschaft.“

Volkswagen Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer sagte: „Dieser Preis hat eine besondere Bedeutung für uns, da er von unabhängigen internationalen Fachjournalisten verliehen wird. Zudem hat die Auszeichnung bekanntermaßen einen hohen Stellenwert für unsere Kunden.“

„Car oft he Year“ ragt wirklich heraus aus der inflationären Fülle von Auto-Auszeichnungen. Da fällt es als Leser oder Konsument schwer, bei den kommunizierten Preisen in der Werbung die Spreu vom Weizen zu trennen. Das Problem vieler Preise ist, dass sie bzw. die Juroren nicht nur einen Preisträger küren, sondern erste Preise in zig Kategorien mit der Gieskanne verteilen. So dass am Ende jeder Hersteller in seiner Werbung einen Preisträger aus dem eigenen Portfolio zu verkünden hat.

Beim „Car oft he Year“ gibt es nur einen Sieger, der von einer Jury aus 58 Fachjournalisten gewählt wird. 1963 auf Initiative des „stern“ mit sechs weiteren Zeitschriften ins Leben gerufen, wurden im Laufe der Jahre aber nicht nur Superautos gekrönt, sondern auch absolute Gurken, die auf dem Markt mit Pauken und Trompeten durchgefallen sind. Den Anfang der Siegerliste machte der Rover 2000, der mehr Mängel aufwies als gewonnene Jury-Punkte. Es folgte 1965 der Austin 1800 – auch kein Ruhmesblatt für den britischen Fahrzeugbau.

Interessant ist, dass Mercedes-Benz nur einmal als Sieger in Erscheinung trat: 1974 mit dem 450 SE. Dass BMW in der Sieger-Liste völlig fehlt, hat den Erfolg der Marke nicht gebremst. Das Gleiche gilt für Porsche. Ein Beweis dafür, dass solche Auszeichnungen nicht ganz so ernst genommen werden sollten, wie die Autofirmen in ihrer Werbung kund tun – wenn sie gewonnen haben. Beim „Car oft the Year“ wird keine Anzeige des Zweit- oder Drittplatzieren geschaltet.

Und außerdem: Die Kunden haben ihre eigene Vorstellung von einem guten Produkt.

Auffallend auch, dass es vor allem kleinere Fahrzeuge sind, die bei „Car oft he Year“ erfolgreich abschneiden. Heute und in Zukunft wird es sicher keinen Sieger geben, den man in der oberen Luxus-Kategorie einordnen könnte. Die Juroren aus 22 Ländern sind geprägt vom europäischen NFZ-Fahrzyklus, vom Verbrauch, bei der Punktevergabe nicht unbedingt für technische Meisterleistungen zu begeistern. Selbst der großartigste BMW, Mercedes oder Audi der Oberklasse hat heute keine Chance, den gesetzlichen CO2-Vorgaben zum Trotz beim Car-of-the-Year-Award zu gewinnen. Die Jury-Journalisten wählen EU-konform. Das ist keine böse Absicht und hat keinen ideologischen Hintergrund, sondern wird auf Befragen mit der heute gebotenen Vernunft begründet.

Fiat hat diese Auszeichnung neun Mal gewonnen, Renault sechs Mal, Ford fünf Mal, Opel und Peugeot je viermal, Citroën und VW je drei Mal; Alfa Romeo, Audi, Nissan, Rover, Simca und Toyota je zwei Mal. Der VW Golf gewann ebenfalls zweimal (1992 und 2013).

Und wenn ein Auto den Preis zu Recht bekommen hat, dann ist es uneingeschränkt der neue VW Passat. Dies wird auch in dem klaren Vorsprung mit 340 Punkten der Jury deutlich. Der zweite Platz ging mit 248 Punkten an den Citroen C4 Cactus, auf den dritten Platz kam die Mercedes C-Klasse mit nur 221 Punkten. Selbst hier wird deutlich, dass der Passat zum Top-Premiumprodukt geworden ist und die C-Klasse in den Augen der Juroren deutlich hinter sich gelassen hat. Auf dem Markt dürften beide Modelle erfolgreich bleiben. Es folgen der Ford Mondeo (203 Punkte), Nissan Qashqai (160 Punkte), BMW 2er Active Tourer (154 Punkte) und der Renault Twingo mit 124 Punkten.

Mit dem Passat hat VW zweifellos einen großen Sprung in die oberen Regionen der Automobilwelt geschafft. Design-Professor Paolo Tumminelli sagt in DESIGNERS DISCOVERY zum neuen Passat: „Ein Auto, das man eigentlich von Mercedes erwarten würde.“ Mehr Lob geht nicht.

 


CES Las Vegas: Der Kampf um die Pole Position beim autopilotierten Fahren ist voll entbrannt

Ja, man könnte auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas den Eindruck gewinnen, auf einer Automesse zu sein. Soviel automobilen Andrang hat es wohl noch nie gegeben. Und es sind nicht nur die deutschen Hersteller, die ihre Entwicklungen zeigen, sondern auch die Asiaten und Amerikaner. Mit anderen Worten: Jeder will der erste in der Zukunft sein.

Der Innenraum hat nichts mehr von heutigen Fahrzeugen  Fotos: Daimler

Der Innenraum hat nichts mehr von heutigen Fahrzeugen Fotos: Daimler

Da besteht die Gefahr, dass der virtuelle Streit um die Spitzenposition in Enttäuschung beim Kunden umschlagen kann. Jetzt muss geliefert werden. Und zwar bald. Nicht erst in zehn Jahren. Audi, Mercedes-Benz, BMW, Kia, Ford, GM, um nur einig zu nennen, wollen den Auto-Piloten so schnell wie möglich einführen. Wie Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, sind die Ingenieure weiter als die Gesetzgebung. Wer haftet, wenn es trotz aller technologischen Perfektion doch zu einem Unfall kommt? Und das ist nur eine von vielen bislang unbeantworteten Fragen.

Interessant auch, wie die hauptsächlich als Grafikkarten-Hersteller bekannte Firma Nvidia plötzlich mit einer Art Super-Computer aufwartet, der künftig in Audis und Fahrzeugen anderer Hersteller dafür sorgen wird, in Tausendstel Sekunden zu entscheiden, welche Objekte gefährlich werden oder nicht. Das System „NVIDIA DRIVE“ unterscheidet zum Beispiel zwischen Fußgängern und Radfahrern und könnte auch Automodelle auseinanderhalten, sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Der Autocomputer ist dafür mit extrem hoher Rechenleistung ausgestattet und kann gleichzeitig Bilder von bis zu zwölf Kameras verarbeiten. „Das Auto der Zukunft wird von Software bestimmt“, sagen unisono die Entwickler und auch Audi-Entwicklungschef Hackenberg.

Wenn Audi-Chefingenieur Hackenberg extra darauf hinweist, dass Audi als erster Hersteller auf der CES präsentierte, wirkt das seltsam. „Audi ist der erste deutsche Autohersteller auf der CES gewesen. Wir sind zum fünften Mal da. Jetzt sind die anderen nachgekommen.“ Dieser Satz macht deutlich, wie die Autohersteller nicht nur um die Pole-Position kämpfen, sondern um jeden Zentimeter Vorsprung ringen.

Dabei ist es doch nicht wichtig, wer als erster auf der CES war, sondern wer als erster mit dem Auto-Piloten beim Kunden ist.

„Vernetztheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Sie prägt die Zukunft des Autos“, sagte uns Audi-Entwicklungschef Hackenberg. Das ist auch bei den anderen Herstellern zu hören: Der künftige Nutzen von Automobilen wird überwiegend von Software bestimmt werden. Die Motorleistung oder die Fahrwerksqualität tritt immer mehr in den Hintergrund. Die technische Qualität der Automodelle ist inzwischen bei fast allen Herstellern so hoch, dass es immer schwerer wird, einen Vorsprung zu erzielen. In Sachen autonomes Fahren wird die Software das entscheidende Kriterium sein, einen Vorsprung darzustellen.

Ist der Kunde bereit, das Steuer in seinem Auto an die Software abzugeben? Die Skepsis, die sich in vielen Umfragen der Marktforscher artikuliert, nimmt spürbar ab. Wer hat sich im Stau noch nie gewünscht, einfach rechts ranzufahren und ein Nickerchen machen zu können? Wer würde sich nicht gerne bei nerviger Fahrt den nörgelnden Kindern zu wenden können, die ständig fragen: Papa wann sind wir da? Wer kam noch nie knapp zu einem Termin und musste dann noch einen freien Platz im Parkhaus suchen? All diese Problemstellungen sind in einer hoffentlich nicht zu fernen Zukunft keine mehr. Autonomes Fahren wird mit Sicherheit von den Kunden nicht nur akzeptiert, sondern mit Begeisterung angewandt werden. Autonomes Fahren ist keine Bevormundung des Fahrers, sondern bringt auch mehr Sicherheit. Auch die Skeptiker werden bald die Vorteile erkennen und ihre Skepsis über Bord werfen.


Soo! muss Werbung! Intelligenter Audi-Fernsehspot verdient „högschdes“ Lob

Pep Guardiola hält eine Ansprache

Pep Guardiola hält eine Ansprache

Werbung ist die hohe Kunst, Menschen für eine Botschaft zu interessieren. Wenn das mit intelligentem Humor geschieht, ist das um so besser. Während ich vor ein paar Tagen die nachgerade depressive Werbung von Toyota kritisiert habe (siehe weiter unten), verdient die neueste Audi-Werbung „högschde“ Anerkennung, um es mit Jogi Löw zu sagen, der hier allerdings keine Rolle spielt.

Denn es ist sein Kollege Pep Guardiola, der offenbar seiner Bayern-Mannschaft ins Gewissen redet. Wenn der Spanier mahnt: „Vergesst Eure Erfolge!“, klingt das wie eine Ansprache zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison. Der mittlerweile ordentlich deutschsprachige Pep blickt ernst und sagt, „dass jedes Ziel nur der halbe Weg zum nächsten“ sei und es deshalb darauf ankomme, „immer weiter“ zu denken. Und zwar „so weit, dass Euch keiner einholen kann“. Das passt so richtig in die fußballverdichtete Gegenwart. Der Spot soll erstmals in der Halbzeitpause am 14. Juni im WM-Länderspiel der Gruppe C Kolumbien gegen Griechenland im deutschen Fernsehen gezeigt werden. Der Zuschauer wird überrascht sein, denn Guardiola spricht nicht zu den Bayern-Stars, sondern – wie nach einem dramaturgisch perfekten Kameraschwenk sichtbar wird – zu Audi-Mitarbeitern. Die vermeintliche Fußballkabine erweist sich als das Arbeitsumfeld der Audi-Ingenieure. Sie springen ein, als der Trainer seine Definition von Erfolg auf den Punkt bringen will: „Vorsprung!“

Der Spot hat sechs von fünf möglichen Sternen verdient. Das ist intelligenter Humor, der den Zuschauer einfängt, fasziniert und neugierig macht (wenn der spot nicht tausendmal wiederholt wird). Denn es stimmt tatsächlich. Sowohl für die Fußballspieler als auch für Ingenieure, ja für alle werktätigen Leistungsträger und solche, die es werden wollen, gilt, dass man sich nicht auf Lorbeeren ausruhen darf. Das klingt banal, wird aber zu einer ernst zu nehmenden Lebensweisheit, die wir oft ignorieren. Und es tut gut, sie sich wieder bewusst zu machen.

Erfolge sind nichts, wenn sie nicht weitere nach sich ziehen. „Vorsprung beginnt im Kopf“, ist der Spot überschrieben, den die Kreativagentur Philipp und Keuntje entwickelt hat. Dass der Spot mit Guardiola perfekt zur Marke passt, meint sicher nicht nur Giovanni Perosino, Leiter der Audi-Marketing Kommunikation. Auch die Audi-Fans werden das so empfinden. „Pep Guardiola steht für eine Haltung, die perfekt zu Audi passt: Sich nie mit dem Status quo zufrieden zu geben, nach vorne zu schauen anstatt sich auf Erfolgen auszuruhen“, sagt Perosino. Sicher gilt dies auch für andere Marken, aber Audi hat diesem Selbstverständnis nun ein Gesicht gegeben.

„Der Film vermittelt eine starke Botschaft mit einfachen Mitteln. Die reduzierte Optik in Schwarz-Weiß und fast ohne jede akustische Begleitung unterstreicht die Präsenz von Pep Guardiola und seine charakteristische Gestik und Mimik“, erläutert der Leiter Kreation/Verkaufsmedien im Bereich Marketing der Audi AG, Michael Finke. Wirklich gelungen.

 

 

 

 


Audi A5 Coupé 3.0 TDI Clean Diesel: Premium auf der ganzen Linie

Audi überrascht mich immer wieder. Man bekommt viel mehr, als man selbst von einer Premium-Marke erwartet. Dies trifft besonders für das zweitürige A5 Coupé zu, das als 3.0 TDI quattro S tronic absolut der Philosophie „Mehr sein als scheinen“ entspricht. Zwar ist es schon immer so gewesen, dass ein Coupé zwei Türen weniger zu einem höheren Preis bietet, dafür aber eine Extra-Portion Exklusivität und eine besondere Ästhetik repräsentiert. Das Coupé wirkt besonders im Profil sehr sportlich, ja mehr noch: eher wie ein Sportwagen als wie eine Limousine. Auch für ein klassisches Coupé erscheint die Linienführung mit dem flachen Dach noch sportlicher als man das von einem Coupé erwarten möchte. Auch Front und Heck geben diesem Audi eine präzise und selbstbewusste Präsenz, die ausgesprochen typisches Audi-Design verkörpert.

Wer darüber nachdenkt, dass das A5 Coupé auf der A4-Plattform basiert, kann es so recht nicht glauben. Da steht ein klassisches Premium-Coupé, steht mit beeindruckender Präsenz auf der Straße und strahlt genau jene Mischung aus, die Eleganz und Unaufdringlichkeit, formale Überzeugung und moderne Darstellung miteinander verbindet. Dieses Coupé ist formal sicher eines der gelungensten. Weil es so unauffällig auffällt. Weil es noch ein Quäntchen mehr Eleganz vermittelt als andere Audi-Modelle.

Wer hier einsteigt, muss sich auf Anhieb wohl fühlen. Selbst wenn das banal klingt, kann man das nicht von jedem Automobil sagen. In vielen Autos muss man sich erst orientieren, sich in seinem Sitz zu recht schütteln, um das Gefühl zu haben, mit dem Fahrzeug zusammenwachsen zu können. Es gibt Autos, die bleiben einem lange über viele tausend Kilometer fremd. Nicht so dieses Audi Coupé. Einsteigen und sich integriert finden ist eins.

Ja, und das Fahren? Warum sollte das anders sein als erwartet, wenn sich ein sattes Drehmoment von 580 Newtonmetern und eine Höchstleistung von 180 kW/245 PS auf vier Räder hermachen? Die Fahrleistungen beeindrucken nicht nur durch Zahlen-Werte, sondern vor allem durch das subjektive Empfinden des ungestümen Vorwärtsdrangs. 0 auf 100 Stundenkilometer in unter sechs Sekunden waren noch vor ein paar Jahren Sportwagen vorbehalten, aber nicht Dieseln. Ja, die Bemerkung ist überflüssig, sind Diesel doch längst Highend-Triebwerke, die technisch aufwändiger gestrickt sind als Benziner. Überflüssig zu erwähnen, dass das Coupé mühelos 250 km/h rennt, die jene elektronisch geregelte Grenze markieren, die der politischen Korrektheit geschuldet zu sein scheint. So wie der Audi losstürmt, kann es keine technisch bedingte Grenze sein.

Wer die Leistungsfreude des Diesels ständig nutzt, kann den Verbrauch leicht auf neun Liter pushen. Normal gefahren landet man unangestrengt zwischen sechseinhalb und acht Litern und hat dabei nicht das Gefühl, auf Sparflamme unterwegs zu sein. Der Audi-Sechszylinder gehört sicher zu den sehr effizienten und ungemein kultivierten Selbstzünger-Triebwerken. Dass er auf der Effizienz-Skala nur ein B bekommt, ist zwar mathematisch richtig, wirkt aber unangemessen negativ. Immer wieder wird bei der ganzen CO2-Diskussion vergessen, dass die wirklichen Verbräuche im Gasfuß des Fahrers verborgen liegen. Mit 149 g/km Durchschnitt liegt dieses starke Triebwerk beim CO2-Ausstoß durchaus in einem grünen Bereich. In Sachen Abgasnorm ist der Audi der Gesetzeslage mit Euro 6 voraus, die für Neuzulassungen erst ab September 2014 gilt. Kein Wunder, dass jeder zweite Audi ein Diesel ist.

Audi A5/StandaufnahmeBeeindruckend ist die 7-Gang-S-Tronic. Sie schaltet und waltet, dass es eine Freude ist. Der Fahrer kann beliebig eingreifen, was aber nur Selten Sinn macht, zumal sich in verschiedenen Fahrprogramm  Um so interessanter ist Audis „active lane assist“. Zwischen 60 und 250 km/h greift die Lenkung sanft ein, sollte der Fahrer unkonzentriert die Fahrspur verlassen. Wer nicht darauf gefasst ist, dürfte anfangs überrascht sein, wenn sich das Lenkrad von selbst bewegt. Ein Sicherheitsdetail, das weit mehr als Spielerei ist. Ich habe es selbst erfahren, als ich nur kurz abgelenkt war. Nun gut, es wäre nichts passiert, aber der sensible Eingriff des Assistenten hat mich sehr beeindruckt.

Ebenso wie so viele andere Extras, die aufzuzählen ich mir erspare. Das MMI-Navigationssystem gehört zum besten, was es in Premiumfahrzeugen zur Zeit gibt. Die Bedienbarkeit so vieler Möglichkeiten, die Assistenten zu individualisieren, sie auf die Wünsche des Fahrers hin zu programmieren, macht eine intensivere Beschäftigung mit der Betriebsanleitung notwendig. Aber die Art und Weise, wie die Systeme zu bedienen sind, hat man schnell verstanden. Anders als Motorjournalisten wechseln die Autobesitzer nicht so oft das Fahrzeug. Deshalb erspare ich mir das ausgeleierte Wort aus der Autotester-Lyrik: gewöhnungsbedürftig. Es ist eben nicht Gewohnheitssache, ein Auto in allen Facetten zu beherrschen. Sondern schnell erlernbar.

Im Premium-Segment haben wir uns lediglich an die Preise gewöhnt. Inklusive Mehrwertsteuer kostet unser Testwagen 66.734,99 Euro. Dafür waren von der Lederausstattung Feinnappa, über das Luxus-Navi bis zum verstellbaren Fahrwerk alles enthalten, um nur drei der 26 Aufpreispflichtigen Sonderausstattungen zu nennen. Nur ein Extra würde ich mir nie kaufen: den abblendbaren Innenspiegel. Hier hat man immer das Gefühl, dass nur wenig abgeblendet wird. Da würde mir der Griff zum Spiegel bzw. zum manuellen Abblenden am besten gefallen. s


ADAC AutoMarxX: BMW klar auf dem ersten Platz der Image-Wertung vor Audi und Mercedes-Benz – Differenzierte Betrachtung der Einzelkriterien birgt Überraschungen

Für alte Daimler-Manager wäre bis in die neunziger Jahre unvorstellbar gewesen: dass ausgerechnet jene Marke Mercedes-Benz überholen könnte, die Daimler in den Sechzigern (damals noch Auto Union) an Volkswagen verkauft hatte. Weil sich nach Ansicht des damaligen Konzernchefs Joachim Zahn Premium und Massenprodukte unter einem Dach nicht erfolgreich führen lassen und weil Daimler Geld zur Bau einer Lkw-Fabrik brauchte.

Und BMW stand 1959 kurz vor der Übernahme durch Daimler, was der Industrielle Herbert Quandt mit dem Kauf von Anteilen zu verhindern wusste. Damals überstrahlte der Mercedes-Stern die gesamte Autoindustrie. Das Wort vom Marken-Image war noch weitgehend unbekannt und niemand auf der Welt zweifelte daran, dass Mercedes-Benz die besten Autos der Welt baute. Jeder Investmentbanker, jeder Automobil-Experte, jeder Analyst hätte bis in die neunziger Jahre seine rechte Hand verwettet, dass die Marke mit dem Stern für alle Ewigkeit die Image-Spitze des automobilen Weltgeschehens einnehmen würde.

Davon kann heute keine Rede mehr sein.

Und so ist es auch kein Wunder, dass die nach unten offene Image-Skala nun schon zum zeiten Mal die Reihenfolge ausweist, die Daimler-Chef Dieter Zetsche und vielen tausend Mitarbeitern überhaupt nicht gefallen kann: „Der dritte Platz ist auf Dauer nicht akzeptabel“, kritisiert ein Daimler-Manager, „wir müssen jetzt richtig Gas geben, damit wir wieder an die Image-Spitze kommen.“ Die Vorgabe von Dieter Zetsche lautet denn auch ziemlich unbescheiden, dass Mercedes-Benz bis 2020 „in allen Bewertungskriterien, in Umsatz, Stückzahlen und Qualität die Nummer eins sein wird“.

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Was bei solchen Prognosen immer außer Acht gelassen wird: dass auch die Konkurrenz nicht stehen bleibt.

„Die Marke BMW hat derzeit eine besonders hohe Strahlkraft“, heißt es beim ADAC.. „Ihren Vorsprung zur Konkurrenz konnten die Bayern im Vergleich zum Vorjahr sogar noch ausbauen.“

Seit 2001 bewertet der ADAC die Marktstärke aller relevanten Hersteller auf dem deutschen Automobilmarkt. Benotet werden Image, Marktstärke, Kundenzufriedenheit, Produktstärke, Umweltverhalten sowie Sicherheitsausstattung. Damit ist der AutoMarxX ein wichtiges Instrument zur Einschätzung des gesamten deutschen Pkw-Markts und wird von den Autoherstellern sehr ernst genommen.

Obwohl Mercedes-Benz insgesamt auf dem dritten Platz gelandet ist, liegt die Marke bei den Kriterien Sicherheit und Umwelt imagemäßig auf dem 1. Platz. Bei der Kundenzufriedenheit zeigt Mercedes im Vergleich zu Audi und BMW Schwächen.

Auf dem 4. Platz der Gesamtwertung findet sich Volkswagen vor Lexus und Porsche. Man muss die Auswertung schon differenziert lesen, um die wahren Ausreißer zu finden. In Sachen Kundenzufriedenheit liegt Lancia auf dem letzten Platz, Jaguar und Subaru sogar noch vor BMW, während Porsche die zufriedensten Kunden hat. Im Gesamtranking liegt Jeep hinter Chevrolet auf dem letzten Platz, ganz besonders im Kriterium Umwelt.

 


Consumer Electronic Show in Las Vegas: Audi forciert Technologie-Führungsanspruch und zieht in einer brillanten Präsentation kommunikativ alle Register

Noch vor wenigen Jahren war die Consumer Electronic Show in Las Vegas eher etwas für verspielte Nerds als für ernsthaft Automobil-Interessierte. Das hat sich mit und seit dem ersten Auftritt eines Premium-Herstellers, nämlich Audi, im Jahr 2011 dramatisch verändert. Weil elektronische Systeme im Automobil extrem wichtig geworden sind, gehört die Präsenz der Autohersteller auf der CES mittlerweile zum globalen Pflichtprogramm wie die Detroiter Motorshow, die eine Woche später stattfindet. Denn Automobile sind nicht nur Mobilitätswerkzeuge, sondern inzwischen mobile Technologie-Plattformen geworden.

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Virtuelles Cockpit im nächsten Audi TT: Der Fahrer kann sich sein Display nach Bedarf gestalten.

Virtuelles Cockpit im nächsten Audi TT: Der Fahrer kann sich sein Display per Knopfdruck nach Bedarf gestalten. Der Extra-Bildschirm wird überflüssig.

Der CES-Initialzündung Audis 2011 auf dieser Electronic-Show sind dieses Jahr gut ein halbes Dutzend Autohersteller gefolgt. Dass Audi auf der Messe hier weiter die Nase vorn hat und die Lufthoheit im Convention Center nicht abzugeben gedenkt, machte Audi-Chef Rupert Stadler in einer beeindruckenden Pre-Show-Keynote deutlich. Mit einem kommunikativen Feuerwerk, in das auch Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg wie in einem Science-Fiction-Film eingebunden war, legte Audi die Faszinations-Latte ziemlich hoch und setzte zweifellos Maßstäbe. Selbst der Hauptdarsteller aus der Comedy-Serie Big Bang Theorie als Moderator wirkte trotz seiner humorigen Beiträge ernsthaft und überzeugend. Fazit: Die Art der Präsentation, Inhalte, die Darstellung und die Dramaturgie waren absolut Premium. Und informativ. Die vorgestellten Technologie-Neuheiten machen Appetit auf die Zukunft.

Als Rupert Stadler oder der zunächst nur virtuell agierende Hackenberg mit dem Finger auf transparent schwebende Computerbildschirme drückte, fühlte man sich an bestes Hollywood-Kino erinnert. Und vielleicht an den Werbespruch eines bekannten Radiohändlers: „So muss! Technik.“

Ja, so muss zukunftsweisende Technologie präsentiert werden. Audi zieht gekonnt alle Register der informativen Bildsprache. Einmal mehr machte Stadler klar, dass er es mit dem Credo vom Vorsprung durch Technik nicht nur rhetorisch ernst meint, sondern den Slogan mit Substanz zu untermauern gedenkt. Auch wenn das „Vorsprung durch Technik“ in seiner in Englisch vorgetragenen Rede anders klang als der amerikanische Audi-Slogan „Truth in Engineering“, könnte das deutsche Firmen-Bekenntnis durchaus bald auch ins amerikanische Marketing einfließen. Auf deutsch.

Deutlich wurde bei diesem Auftritt am Vorabend zur CES, dass Audi die subtile Kritik an fehlenden Innovationen ad absurdum führen und schnell vergessen machen will. Audi ist technologisch ganz vorne dabei, und jeder soll es fühlen und wahrnehmen können. Das ist neben den in Las Vegas vorgestellten Innovationen – virtuelles Cockpit, Laserlicht-Scheinwerfer, Pilotiertes Fahren, Integration von Android, Zusammenarbeit mit Google etc. – die eigentliche Botschaft der Audi-Keynote Rupert Stadlers.