KIA Niro 1.6 GDI Hybrid Spirit: Jugendlicher Herausforderer mit europäischen Qualitätsgenen

Glänzte Kia noch vor wenigen Jahren vor allem mit ihren damals sensationellen sieben Jahren Garantie, hat sich die Marke längst auch in Sachen anfassbarer Produktqualität besonders im Fahrgastraum auf ein hohes Niveau hin entwickelt. Materialien, Verarbeitung und Design entsprechen mittlerweile höchsten Ansprüchen.

Das ist kein südkoreanisches Wunder, sondern zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet, dass der Chef-Designer Peter Schreyer heißt, der zuvor bei Volkswagen und Audi (z.B. Audi TT) formgebend gewirkt hat. Heute ist Schreyer nicht nur oberste Design-Instanz bei Kia und Hyundai, sondern auch Kia-Präsident. In beiden Häusern hat Schreyer sowohl formgeberisch als auch in Sachen Qualität seine hohen Ansprüche durchgesetzt. Mit Peter Schreyer hat die südkoreanische Marke weltweit deutlich zugelegt. Seine Design-Handschrift basiert auf der Bauhaus-Philosophie der Einfachheit. Er nennt das „The simplicity of the straight line“. Und weiter: „Es ist eine europäisch saubere Formensprache, die wir haben und fortführen. Wichtig sind für uns gute Proportionen. Kia als Marke ist der „Youthful Challenger“, also der frische jugendliche Herausforderer“, sagt Schreyer. Unterstützt wird er seit September vom Ex-BMW-Designchef Karim Habib.

Ein Radstand von 2,70 Metern signalisiert einen großen Innenraum auch hinten Fotos: Kia

Genau diese schnörkellose Design-Philosophie ist auch am Niro Hybrid mit einem mehrfach preisgekrönten Design (Red Dot Award, iF Award) zu erkennen. Der dieses Jahr facegeliftete Crossover erscheint trotz seiner kompakten Dimensionen sehr präsent, sein Radstand von 2,70 Meter gibt ihm optisch elegant Länge (gesamt 4,36 Meter) und signalisiert einen großen Innenraum, den er tatsächlich hat. Auch hinten sitzen großgewachsene Passagiere selbst auf längeren Strecken bequem mit genügend Knieraum.

Die Breite von 1,80 Meter und die Höhe von 1,53 Meter erzeugen den typischen SUV-Look,  wirken proportional ausgewogen, erscheinen harmonisch und gefällig. Kurze Überhänge vorn und hinten schaffen eine sportive Anmutung, sowohl Frontscheinwerfer als auch die Heckleuchten sind optisch ziemlich weit oben platziert. Das ist zweifellos eine individuelle Note und unterstreicht ebenso den SUV-Charakter. Die großen Radhäuser nehmen große Räder auf, die schon serienmäßig 18-Zöller sind. Dass ein Kompakt-SUV mit Aerodynamik glänzt ist sehr ungewöhnlich. Seitliche Lufteinlässe reduzieren Strömungsturbulenzen, der untere Kühlergrill ist standardmäßig mit aktiven Luftklappen ausgestattet, die nur bei Bedarf geöffnet werden. Ein Diffusor und der Dachspoiler runden das Aeropaket ab. Herausgekommen ist dabei ein cW-Wert von 0,29. Im Kreis der Wettbewerber ein Spitzenplatz in puncto Windschlüpfigkeit.

Die kann er brauchen, denn mit seinen 141 PS Systemleistung aus Vierzylinder-Benziner (Abgasnorm Euro 6d-Temp) und E-Motor wirkt er auf langen Autobahnsteigungen etwas schlapp, wenn man sportliche Fahrweise bevorzugt. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden reicht dennoch aus, auch im schnellen Autobahnverkehr gut mitzuschwimmen, z.B. beim Einfahren auf die Autobahn. Dabei ist der Niro auch sparsam unterwegs: Unser erfahrener Verbrauch lag im Durchschnitt zwischen 5,5 und 6,2 Liter. Wer mit dem Niro noch sparsamer fahren will, der kann auf den Plug-in-Hybrid zurückgreifen, der rein elektrisch sogar bis zu 65 Kilometer schaffen soll.

Besonders gefallen hat uns neben dem komfortablen Fahren dank der gelungenen Dämpfer-Federn-Abstimmung das präzise schaltende sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe (DCT), das serienmäßig verbaut ist. Mit einem anwählbaren Sportmodus schaltet es ein wenig dynamischer, dreht die Gänge höher aus; die Schaltwippen am Lenkrad dienen darüber hinaus einem individuell wählbaren Gangwechsel, der rauf und runter ohne Verzögerung erfolgt.

Aufgeräumte und ergonomisch gestaltete Armaturen im Niro

Das Interieur des Niro glänzt durch gutes Design, Materialien mit hochwertigen Oberflächen und einer ergonomisch klaren Auslegung der Schalter und Anzeigen. Der 10,25 Zoll große Navigationsbildschirm mit Touch-Technologie ergänzt die 7-Zoll-LCD-Anzeige in der Instrumenteneinheit hinter dem Lenkrad, ist logisch zu bedienen und zeichnet sich durch zuverlässige Funktion samt Verkehrszeichenerkennung aus. Die Bedienung des Navi und sämtlicher Digital-Anzeigen ist simpel und ohne Bedienungsanleitung nutzbar. Mit dem neuen UVO Connect-System samt integrierter SIM-Karte werden in Echtzeit Verkehrsstörungen, Wetterdaten und Parkmöglichkeiten übermittelt. Über eine App lassen sich mögliche Routen zum Ziel ins Navigationssystem schicken. Per split-Screen kann sich der Fahrer sowohl die Fahrtroute als auch den Energiefluss des Hybridantriebs anzeigen lassen.

Über die Lenkradtasten und Knöpfe lassen sich wichtige Funktionen ansteuern, Informationen abrufen und Einstellungen vornehmen. Es gibt so ziemlich alles, was heutigem Technologiestand entspricht: eine Smartphone-Schnittstelle für Android und Apple CarPlay, induktives Handy-Laden, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, die selbst den Stopp-and-go-Verkehr bewältigt und Fahrbahnmarkierungen erkennt und so den Niro in seiner Fahrspur hält. Bemerkenswert ist der außerordentlich zuverlässig reagierende Fernlichtassistent, der  blitzschnell abblendet, wenn ein Fahrzeug entgegen kommt.

Harmonische Proportionen aus jeder Perspektive

Unser Testwagen (Ausstattung Spirit) mit einem Grundpreis von 31.290 Euro kostet mit dem  Lederpaket (1.490 Euro), einer Metalliclackierung (550 Euro) und dem Advanced-Driving-Assistance-Paket (1.290 Euro) 34.620 Euro. Allerdings erschien uns das Fahrzeug damit rundum vollständig ausgestattet. Im Klartext: Es blieben keine Wünsche übrig. Und das heizbare Lenkrad ist eine Wohltat in der anstehenden kalten Jahreszeit.

 

 

 

 

 

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