„Willi Wichtig“ im Dossier B über den VW-Skandal

Es gibt Geschichten, die sind so treffend und gut, dass man sie einfach weiter verbreiten muss. Im stets gut informierten, zugespitzt frech formulierenden und renommierten Dossier B hat ein gewisser „Willi Wichtig“ zur Feder gegriffen. Da kann ich mir die Arbeit sparen.

... das ist keine gute Nachricht für die Hysteriker unter den Medienleuten. Jetzt sind es nicht mehr die gigantischen 800 000 Autos, die VW wegen angeblich falscher Ab- gaswerte hätte in Deutschland womöglich zurückrufen müssen, sondern nur noch 36. 000 Stück. So vermeldet es jedenfalls der Wolfsburger Autobauer mit dem Se- gen des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes. Dem vorausgegangen sind Messungen, die zu Tage gefördert haben, dass die in Rede stehenden Volkswagenmotoren bei weitem nicht so stark überhöhte CO2-Mengen ausstoßen, wie sie zu Anfang der Affäre gerne hochgerechnet wurden. So mancher grüne Baumküsser, der oder die sich bis zu seiner/ihrer eigenen Kompostierung als Weltretter sieht, müsste nun eigentlich zwei Kritikgänge zurückschalten. Das werden solche Zeitgenossen aber nicht tun, denn ihnen geht es weniger um Fakten als vielmehr um Ideologie. Deshalb bleibt das Feindbild bestehen: Das Auto ist die Dreckschleuder, die es vor allem zu bekämpfen gilt, weil man mit der Kritik daran Menschen in Wallung bringen kann.

Kohlekraftwerke oder Riesenschiffe dagegen, die zusammen weit mehr Schmutz in die Luft pusten als alle Autos dieser Erde, eignen sich als ideologische Zielpunkte weit weniger, weil sie kaum oder keine Emotionen bei den Wählern auslösen, wenn es um die Erlangung von demokratischer Macht geht.

Feindbild hin, Feindbild her, dass in Deutschland nun nur noch ein Bruchteil von VW- Modellen von dem Abgasschwindel betroffen ist, macht die Affäre in den USA natür- lich nicht besser. So kommt es in der Sache demnächst in San Francisco zur Ver- handlung einer Sammelklage gegen VW. Dass dies den Autokonzern am Ende Millio- nen an Strafdollar kosten wird, steht außer Frage. Ungeklärt ist dagegen noch im- mer, wie die amerikanischen Umweltkommissare der Mogel-Software von VW auf die Spur gekommen sind. Ins Motormanagement sind sie bei den Tests jedenfalls nicht vorgedrungen. Dass dies nahezu unmöglich ist, hat dossierB schon vor Wochen geschrieben und dargelegt, dass es nach gegenwärtigem Erkenntnisstand keine Meldungen von Superhackern gibt, die nachweislich das Motormanagement eines modernen Autos geknackt haben. Der offenbar ahnungslose Autor eines Beitrags zu diesem Thema in einer großen deutschen Illustrierten räumte zwar ein, dass das US-Amt noch keinen Zugang zu der Software gefunden hat, fabulierte aber hinzu, dass die Experten dort angeblich immer tiefer vordringen. Um es klar zu sagen: Ihnen fehlen die Codes dafür. Und nicht ohne Grund haben kürzlich der TÜV und die Konkurrenz-Organisation DEKRA genau diese Zugangscodes gefordert, um künftig bei den regelmäßigen Autoprüfungen das Abgas genauer kontrollieren zu können.

Bleibt also die Frage: Wer hat gepetzt, dass VW solch eine schlaue Software ein- setzt, die erkennt, ob ein Auto normal gefahren oder ob es auf dem Prüfstand ge- testet wird? Experten wundern sich seit Beginn der VW-Affäre darüber, dass es we- gen der Software solche Tsunami-Wellen gegeben hat. Grund: Es gibt nicht wenige Autos, deren Fahrer den Motor und das Getriebe auf Knopfdruck von Normal- in den Öko- oder auch in den Sportmodus versetzen können. Das geht nur mit Hilfe schlauer Software, wodurch die Pferdchen entweder lahmen oder sie der Hafer sticht.

Lieber Leser, hat’s geklingelt?

Ihr Willi Wichtig

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