Wird ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand wegen seiner Forderung nach höherem CO2-Preis zum Rücktritt gedrängt?

Ich dachte mich „verlesen“ zu haben. Der ADAC, vor langer Zeit noch der Schutzheilige der Autofahrer („Freie Fahrt für freie Bürger“), möchte, dass weniger oder gar nicht mehr Verbrenner-Autos gefahren werden.  Für den ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand ist die CO2-Bepreisung offenkundig noch zu niedrig. Sein Interview in der Osnabrücker Zeitung hat nicht nur im Mitglieder-Kreis, sondern auch im ADAC-Präsidium große Verärgerung ausgelöst. Das Kollegium der Präsidenten und des Gesamt-Präsidenten Christian Reinicke sind verärgert über den Alleingang Hillebrands.

Was ist das bloß für eine Kommunikations-Politik? Aufgeschreckt von einer Kündigungswelle der Mitglieder rudert der ADAC nun zurück, wo nicht mehr zurückgerudert werden kann. Werden ihn die Stromschnellen zorniger Mitglieder aus dem ADAC reißen? Er sei missverstanden und falsch interpretiert worden, lautet die auch bei Politikern gerne verwendete dünne Formel. Wie uns aus internen Kreisen vermittelt wird, seien die „ideologisch autofeindlichen“ Formulierungen des Fachanwalts für Strafrecht, Hillebrand, nicht im Präsidium abgestimmt gewesen. „Einseitig die Elektromobilität zu fördern, die Mitglieder, die zu 90 Prozent Verbrenner fahren, mit noch höheren Spritpreisen als richtig zu drohen, kann nicht im Sinne des ADAC sein“, sagt uns eine mit der Entwicklung vertraute Person aus dem Führungskreis. Auch die Forderung Hillebrands, „denn wir müssen die Erderwärmung bremsen“ sei nicht Aufgabe des Autoclubs.

Weiterlesen

Das Jaguar-Desaster: „Wie kann man nur eine Traditionsmarke so desaströs ruinieren?“

„Ist das der/die typische Jaguar-Fahrer/in“?, fragte ich im November letzten Jahres an dieser Stelle (https://automotive-opinion.com/2024/11/28/ist-das-der-die-typische-jaguar-fahrer-in/) und stellte das nicht nur rhetorisch in Frage. Der jetzt erfolgte Rücktritt des Jaguar-CEO Adrian Mardell war längst überfällig. Nicht nur wegen der Werbung, auch die Total-einstellung der Verbrenner-Produktion wird von Experten als dramatischer Strategie-Fehler verurteilt.

Zwar hat der CEO nicht allein diese überzogen woke, diese „kranke Positionierungskampagne“ (ein Jaguar-Verkäufer) kreiert, aber er hat sie zugelassen im Glauben, dass es die Agenturen schon richtig machen, wenn sie dem woken Zeitgeist noch voraus sprinten. Eigentlich unglaublich, dass so ein „Kreativ-Exzess“ überhaupt an den Verantwortlichen im Hause Jaguar Land Rover vorbei gelangen konnten. „Da muss einer unter Drogen gestanden haben“, vermutet ein ehemaliger Jaguar-Manager. „Jaguar-Werbung ohne ein einziges Auto zu zeigen, ist ein Witz!“ Nicht nur weil in der Kampagne Autos überhaupt nicht zu sehen waren, sondern vor allem weil die bunte Schar skurriler Protagonisten alles suggerierten, nur nicht automobile Leidenschaft.


VW Golf: Der unsterbliche Charakter-Darsteller

Für mich ist das größte Wunder des Golf: dass er über acht Generationen immer ein Golf geblieben ist. Nicht nur dem Namen, sondern vor allem dem Charakter nach. Obwohl zwischen den Generationen jedes Mal Fortschritte – mal kleine, mal große – zu verzeichnen waren, ist der klassenlose Charakter dieses Typs immer gleich geblieben. Und das, obwohl er sich äußerlich und technologisch doch stark verändert hat. Was heißt eigentlich klassenlos? Wenn man mit dem Golf vor jedem Luxushotel parken kann, ohne vom Hotelpersonal verscheucht zu werden.

Unsere Testfahrt mit dem Golf 8 PA Style 2.0 TDI und seinen 150 PS, die vom 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe jederzeit gut abgestimmt sachgemäß auf die Antriebsräder übertragen werden, zeigte keinerlei Schwächen. Vielleicht nur die klitzekleine, aber subjektiv lang dauernde Zehntelsekunde beim Anfahren stört zuweilen, wenn es gilt, schnell anfahren zu wollen. Zum Beispiel weil ich kurz an einer roten Ampel die Grün-Phase verschlafen und den hupenden Hintermann nicht länger hinhalten und provozieren wollte. Nein, insgesamt bilden DSG und Drehmoment (max. 360 Nm/1600 1/min) des High-Tech-Diesels eine kongeniale Antriebseinheit. Dass am Ende mehrerer tausend Kilometer zügig gefahrener Kilometer nur ein Durchschnittsverbrauch mit einer Fünf vor dem Komma stand, spricht für die Reife dieses Antriebs. Auf unserer Sparrunde waren es sogar mal 4,2 Liter. Das Temperament dieses 150-PS-Golf macht richtig Spaß. Null auf 100 km/h in 8,8 Sekunden sprechen eine klare Sprache. Und die Höchstgeschwindigkeit von 223 Stundenkilometer macht deutlich, dass hier kein Verzichtsmobil unterwegs ist.


Der Regulierungswahn der EU-Kommission will die TÜV-Regeln verschärfen

Autos sollen jährlich zum TÜV, wenn sie älter als 10 Jahre sind. Das soll die Sicherheit auf den Straßen erhöhen. Was für ein Unsinn! So sinnvoll wie die festgemachten Verschlüsse an unseren PET-Flaschen. Nicht die einzigen Ergebnisse eines fast schon pathologischen Regulierungswahns.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die zigtausend Beamten im Brüsseler Elfenbeinturm in ihren Sitzungen verzweifelt auch aus Langeweile diskutieren, wo es noch Regelungsbedarf gibt, bzw. geben könnte. Nicht um zu regulieren, sondern um eine Art Arbeitsnachweis zu liefern. Dass dabei überwiegend Schnapsideen wie die Vorschriften zur maximalen Saugkraft eines Staubsaugers geboren werden, darf da nicht verwundern.


Studie: Deutsche Autofahrer wollen weiterhin Verbrenner fahren

Wie eine jährliche Forsa-Befragung im Auftrag der Targobank ergab, stehen Verbrennerfahrzeuge bei deutschen Autofahrern nach wie vor hoch im Kurs. Für gut ein Drittel der Befragten bleiben Benziner die beliebteste Antriebsart. Die Bereitschaft auf einen alternative Antrieb umzusteigen ist dagegen eher mau. Nur für eine Minderheit käme ein reiner Elektroantrieb in Frage, immerhin konnten Hybride, hier besonders der Plug-in-Hybrid, zulegen.

Bereits seit 2016 beauftragt die Targobank das Umfrageinstitut jährlich mit einer Autostudie. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dabei die Entscheidungskriterien für den Autokauf, die Einstellung zu unterschiedlichen Antriebsarten sowie die grundsätzlichen Ansichten zu aktuellen verkehrspolitischen Fragestellungen und Maßnahmen. An der repräsentativen Online-Umfrage im Februar hatten 1002 erwachsene Autofahrer teilgenommen.


VW ID. Every1: Der Preis ist heiß

Mit dem ID.Every1 will Volkswagen der E-Mobilität einen neuen Schub verleihen. Der jetzt in Düsseldorf vorgestellte Kleinwagen (er wird voraussichtlich ID.1 heißen) soll mit einem Preis von etwa 20.000 Euro die wichtige Preisschwelle erreichen, die dem Massenerfolg reiner Batterieautos bislang im Wege steht. Dass der hübsche Kleinwagen erst Ende 2027 zu den Händlern rollt, trübt die Vorfreude.

Die Präsentation in Düsseldorf fand nicht nur vor 350 Journalisten statt, sondern in den folgenden Tagen auch vor rund 10.000 VW-Händlern. Wenn es an diesem Abend eine Meinungsumfrage gegeben hätte, wäre die Zustimmung mehrheitlich überwältigend gewesen. Der Kleine verspricht ein ganz Großer zu werden. Wenn nur nicht diese lange Wartezeit bliebe. Die VW-Strategie in die E-Mobilität war von Anfang an zwar konsequent, aber von Volkswagen werden nun einmal Volkswagen erwartet, also Autos, die sich breite Schichten leisten können. Mit dem ID.1 soll das möglich werden.


DS No. 8: Französische Anti-Stress-Therapie

Französische Autos sind bekannt für ihren Komfort, sowohl beim Fahren als auch dem Leben an Bord. DS Automobiles will beides mit dem neuen Elektro-Flaggschiff No. 8 (Chanel lässt grüßen) auf die Spitze treiben.

Von Frank Wald

„Umschmiegende“ Massagesitze? Check. Nackenwärmer? Na klar. „Künstlerische“ Ambientebeleuchtung? Aber sicher. Dazu ein adaptives Fahrwerk, das nicht nur Unebenheiten glättet, sondern auch vorausschauend auf Straßenzustände reagiert. Sogar das Ladeerlebnis der vollelektrischen Coupé-Limousine soll der „fortschrittlichen Entspannung“ dienen. Klingt alles gut – solange man nicht hinten sitzt.


Aston Martin Vanquish: Zwölfender mit Stil

In Gesprächen über den britischen Autobauer Aston Martin klingt immer etwas Ehrfurcht mit. Es ist zum einen für jedermann eine äußerst faszinierende Marke, zum anderen begeistern die stets in Handarbeit hergestellten Fahrzeuge durch sportlich-elegantes Design, herausragende Technik und vor allem mit britischem Stil und viel Fahrspaß.

Von Falk von Ried