Apples iCar wird wohl nicht Realität – BMW-Chef rüstet aktuelle Modelle elektrisch auf

Eigentlich läuft es nirgendwo rund, wo es um elektrische Mobilität geht. Die Kunden sind noch nicht reif für die Zukunft, so scheint es. BMW i fährt die einst offensive Kommunikation für den i3 und i8 auf Sparflamme. Um BMW i als „führender Anbieter von Elektromobilität“ (wieder) in die Headlines zu bringen, plant BMW-Chef Harald Krüger laut Handelsblatt einen neuen Vorstoß in die elektrische Mobilität. Allerdings nicht mit neuen i-Modellen, sondern mit der Elektrifizierung der bestehenden Modellpalette.

Damit verfolgt BMW die gleiche Strategie wie Volkswagen. Beiden Strategien haftet der Denkfehler an, dass es für den Kunden ausreichen würde, einem normalen Modell einen Elektromotor einzubauen. Dabei müssten es die Marketing-Experten doch besser wissen: Kunden wollen keine „alten“ Autos, in die ein Elektroantrieb implantiert wird. Sie wollen spektakuläres Design, das auf den ersten Blick Zukunft vermittelt. Das ist beim i8 gelungen, beim i3 nicht ganz. Aber beide Modelle sind auffallend anders geformt. Wenn E-Fahrzeuge ein Erfolg werden sollen, dann nicht mit den „normalen“ Karosserien. Und dass BMW i erst für 2021 neue E-Modelle á la i3 und i8 bringen wird, dürfte den mäßigen Erfolg von BMW i zu einer großen Durststrecke werden lassen. Hier müsste BMW einfach schneller nachlegen, um das Interesse am Markt zu verstärken. Eine neue Batterie für den i3 reicht da nicht aus.

Allerdings ist es Unsinn, der deutschen Autoindustrie vorzuwerfen, sie habe die Elektromobilität verschlafen. Wenn hier jemand schläft, dann der Kunde. Es ist einfach schwer, die elektrische Zukunft zu gestalten und noch schwerer ist es, den Kunden die elektrische Zukunft schmackhaft zu machen. Zumal dann, wenn sie nicht vergleichbare Eigenschaften bietet wie die herkömmliche Technik eines Verbrennungsmotors. Hohe Reichweiten und schnelles Auftanken zu einem sehr günstigen Preis. Das ist mit dem Elektroantrieb einfach noch nicht zu schaffen. Vielleicht kommt der Durchbruch 2018, wenn die Batterie-Technologie sowohl in Sachen Reichweite als auch in Bezug auf die Ladezeiten voraussichtlich einen großen Entwicklungssprung machen wird.

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Aktuelle Kraftstoffpreise (September 2016)  in Kalifornien                     Foto: Kai Groschupf

Die niedrigen Kraftstoffpreise sind ein weiterer Faktor, der den Kunden beim traditionellen Motor bleiben lässt. Das gilt ganz besonders bei dem Riesenmarkt USA, wo die Kunden wieder Gas geben, weil der Sprit so billig ist. Der aktuelle Preis bei herkömmlichen Kraftstoffen ist nicht unbedingt ein Anreiz, auf den unpraktischeren und in der Gesamtrechnung teureren Elektroantrieb umzusteigen. Der Liter Super kostet in den USA aktuell etwa 70 Eurocent und damit nur noch die Hälfte es Preises vor zwei Jahren.

Wenn man weiß, dass Elon Musk pro verkauften Tesla etwa 15.000 Dollar Verlust macht, dann ist Euphorie nicht angebracht. Auch wenn z.B. Renault vermeldet, 100.000 Elektroautos verkauft zu haben – fünf Jahre nach Produktionsaufnahme.

Jetzt hat sich auch Apple klammheimlich vom Projekt iCar verabschiedet. Die medial verbreitete Sorge, dass Apple und Co. den traditionellen Herstellern das Wasser abgraben würde, entbehrt damit nicht erst heute jeder Grundlage. Obwohl die Zukunft elektrisch sein wird, hat sie doch noch nicht wirklich begonnen. Dieser Tage haben wir die wahre E-Mobilität ausprobiert. Fahren mit Wasserstoff und der Brennstoffzelle. Was wir dabei erlebt haben, lesen Sie in Kürze an dieser Stelle.

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