Denn sie wissen oft nicht, was sie sagen

Formel 1 - Mercedes-AMG Petronas Motorsport, Großer Preis der Steiermark 2020. Lewis HamiltonFormula One - Mercedes-AMG Petronas Motorsport, Styrian GP 2020. Lewis Hamilton

Daimler-Chef Ola Källenius ist nicht allein mit dem wohl am meisten missverstandenen Wort der deutschen Sprache. Als er in Spielberg vorm Formel-1-Rennen erklären sollte, warum die Autos schwarz lackiert sind, sagte er das völlig Falsche, obwohl er das Richtige meinte.

Daimler wolle Toleranz zeigen. Wer sich bewusst macht, dass Toleranz aus dem Lateinischen eigentlich Duldung bedeutet, versteht sofort, dass man mit Toleranz nicht gegen Rassismus zu Felde ziehen kann. Toleranz ist, wenn man andere Meinungen als die eigene „duldet“, ohne sie sich zu eigen machen zu müssen. Tolerieren kann (und sollte) man Menschen, die man nicht mag. Respektieren und achten muss man alle, das darf keine Frage sein.

Natürlich wendet sich Mercedes wie alle vernunftbegabten Menschen gegen Rassismus. Aber andere Menschen nur zu tolerieren, also zu dulden, ist dabei viel zu wenig. Wenn die Umgangssprache in dem Terminus Toleranz auch eine Art Gleichberechtigung ableiten mag, ändert das nichts am falschen Gebrauch dieses Begriffs.

Initiiert von Formel-1-Star Lewis Hamilton hat sich das Mercedes-Formel-1-Team an die Spitze der Motorsport-Königsklasse gestellt, wenn es um den Kampf gegen Rassismus geht. Wer die Lebensgeschichte Hamiltons kennt, weiß, dass er als Junge unter Rassismus gelitten hat. Wie er erzählt, wurde er als Kind und Jugendlicher wegen seiner Hauptfarbe gemobbt. Diese tiefen Wunden sind vielleicht schon lange verheilt, aber die Narben bleiben für Lewis Anlass genug, sich nun im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung zu Wort zu melden. Eigentlich ein rassistischer Slogan, denn unberücksichtigt bleiben dabei Asiaten und andere Ethnien? Ein Demonstrant mit dem Schild „All Lives Matter“ wurde verprügelt, obwohl seine Überzeugung doch nicht wirklich bezweifelt werden kann.

Lewis Hamilton fordert mehr Frauen in der Formel 1

Dass Hamilton in einem Interview kritisiert, man höre von den anderen Formel-1-Teams nichts in diese Richtung, ist deplatziert. Es gibt sicher kein Team, in dem Rassisten zu sagen haben. Und der demonstrative Kniefall Toto Wolffs erscheint mir mehr der PR geschuldet als der ehrlichen Überzeugung, damit etwas verändern zu können. Gegen Rassismus zu sein ist eigentlich so selbstverständlich, dass es solcher Rituale nicht bedürfen sollte.

Ist unsere Europa-Hymne frauenfeindlich?

Warum nun Hamilton auch noch fordert, dass es mehr Frauen in der Formel-1 geben sollte, klingt gut. Und recht hat er. Leider sind bereits ein paar Frauen in diesem körperlichen Hochleistungssport gescheitert. Sicher nicht, weil sie dort nicht erwünscht gewesen wären. Da kann man auch fragen, warum in der Fußball-Bundesliga im Zuge von Gleichberechtigung nicht gemischte Mannschaften aus Frauen und Männern spielen.

Übertreiben wir es nicht, wenn wir nun auf einmal alles in Frage stellen? Auch die Diskussion, ob eine „Mohrenstraße“ rassistisch ist und umbenannt werden soll oder ob ein Denkmal von Columbus gestürzt werden muss, erscheint mir als links-grüner Opportunismus völlig daneben. Ich warte nur noch auf die Forderung, die Europa-Hymne umzuschreiben. Denn da heißt es alles andere als politisch korrekt und Frauen verachtend: „…alle Menschen werden Brüder“.

 

 

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