Weil Audi

Der Porsche-Triumph in Le Mans darf Audi nicht verunsichern

Weil Audi die letzten 16 Jahr die 24 Stunden von Le Mans dominiert hat (13 Siege), ist der Porsche-Triumph schon im zweiten Antritts-Jahr eine Sensation. Keine kleine, sondern eine außerordentlich große. Weil Siege schnell vergessen sind, darf darauf hingewiesen werden, dass keine andere Marke dieses härteste Langstreckenrennen so oft gewonnen hat wie die Zuffenhausener. Erinnert sei auch daran, dass es genau 45 Jahre her ist, dass Porsche hier ebenfalls den ersten Gesamtsieg nach Hause gefahren hat.

Dass der Porsche-Sieg über die Konzernschwester Audi gelungen ist, führt intern sicher zu Diskussionen, ob es sinnvoll ist, so viel Geld auszugeben, um in einem konzerninternen Duell eine Marke zum Verlierer zu machen.

Das ist natürlich Unsinn.

Bildschirmfoto 2015-06-14 um 17.51.43Wettbewerb spornt immer zur Höchstleistung an, auch wenn der Kampf um die Poleposition in einem Konzern stattfindet. Audi muss sich doch nicht verstecken, weil der Sieg Porsche zugefallen ist. Porsche-Chef Müller hatte Tränen in den Augen, Wolfgang Porsche und das Team feierten um die Wette. Audi-Verantwortliche gratulierten selbstverständlich sportlich und fair den Siegern. Audi-Chef Rupert Stadler war einer der ersten Gratulanten. Der dritte Platz des Audi R18 e-tron quattro ist fast schon ein Sieg. Bei keinem anderen Rennen werden die Rennwagen so ans technische Limit geführt wie in diesen 24 Stunden.

„Ich fand es besonders eindrucksvoll, dass Audi und Porsche mit zwei völlig unterschiedlichen Konzepten von Hybrid-Rennwagen praktisch das ganze Rennen lang auf einem Niveau gefahren sind“, sagte Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg, der das Rennen an der Box des Audi Sport Team Joest verfolgte. „Beide Konzernmarken waren mit ihren Konzepten klar schneller als Toyota. Und genau das möchten wir in der WEC und in Le Mans zeigen.“

„Positiv ist, dass unser Audi R18 e-tron quattro absolut konkurrenzfähig war“, sagte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Leider hatte jedes unserer drei Autos mindestens einen entscheidenden Zwischenfall. Und wenn man gegen einen starken Gegner wie Porsche antritt, darf man sich das nicht erlauben. Natürlich sind wir enttäuscht, aber im Sport muss man auch Niederlagen akzeptieren und daraus lernen. Es war ganz einfach nicht unser Rennen.“

In der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) verteidigte Audi mit André Lotterer, Marcel Fässler und Benoît Tréluyer die Führung in der Fahrerwertung. Die erste Gelegenheit zu einer Le-Mans-Revanche gibt es am 30. August beim deutschen WM-Lauf auf dem Nürburgring.

Der Sieg hat dem frustrierten Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg endlich das verdiente Erfolgserlebnis beschert: im Team mit seinen Kollegen Bamber und Tandy endlich einmal ein Rennen zu gewinnen.


Audi hat´s schon wieder getan!

Geschafft! Für die Audi-Ingenieure war es keine Überraschung, denn sie hatten schon viele Runden fahrerlose Testfahrten absolviert. Trotzdem war es etwas anderes, vor voller Zuschauer-Kulisse auf einer Rennstrecke den Fortschritt beim autonomen Fahren zu präsentieren.

Im Renntempo im Audi RS7 mit 560 PS FAHRERLOS um den Hockenheimring! Ganz ohne Panne ging es dann doch nicht.

Bildschirmfoto 2014-10-20 um 11.57.37So ist das mit Big-Bang-Events. Der Teufel steckt immer im Details. Und während der RS7 traumwandlerisch sicher auf der Ideallinie fahrerlos dahinfegte, klickten sich Tausende die Finger wund, um das live übertragene Ereignis mit zu verfolgen. Ohne Erfolg. Oder anders herum: Weil Audi für diese live-Übertragung so erfolgreich getrommelt hatte, überlastete der Ansturm neugieriger online-Fans schlicht die Leitungen.

„Die Klickzahlen waren so hoch, dass die Server überlastet waren. Mit so einem hohen Interesse haben selbst wir nicht gerechnet. Der Beitrag ist seit gestern Abend aber online“, entschuldigt sich Audi Sprecher Oliver Strohbach. Das Video sehen Sie hier.

Auf meinen Bericht von vor zehn Tagen bekam ich ein paar interessante e-mails. Es sei doch ein Kinderspiel, eine Rennstrecke zu programmieren, schreibt ein Kollege. Komplexe Verkehrssituationen in der Stadt oder auf der Autobahn seien doch viel schwieriger elektronisch zu erfassen und zu regeln als eine Rennstrecke.

Da hat er natürlich völlig Recht, aber High-Speed auf der Ideallinie ist sicher auch keine geringere Herausforderung für die Ingenieure. Autonomes Fahren erfordert Milliarden von Berechnungen und logische Verknüpfungen. Ob das Erfassen einer Situation an einem Zebrastreifen, das Einscheren auf einer frequentierten Autobahn oder High-Speed auf einer Rennstrecke: Ich kann mich nur verbeugen vor den Leistungen der Ingenieure, die mit ihrer Arbeit auf dem besten Wege sind, irgendwann das unfallfreie Fahren zu ermöglichen. Audi hat mit dieser Demonstration sehr öffentlichkeitswirksam bewiesen, wie weit das Thema schon gediehen ist.