Jahre Garantie

Neuer Hyundai i30: Angriff auf Volkswagen

„Wir wollen eine echte Alternative zu Volkswagen sein“, betont Hyundai Deutschland-Chef Markus Schrick bei der Vorstellung des neuen Hyundai i30, der im Vergleich zum Vorgänger „länger, breiter und flacher und noch einmal eleganter“ geworden sei.

Tatsächlich kann Schrick auf eine Erfolgsbilanz verweisen, die Hyundai in Deutschland binnen fünf Jahren zur größten asiatischen Marke hat werden lassen. Dass der neue i30 bereits von den renommierten Design-Wettbewerben wie dem reddot award 2017 und dem iF Design Award 2017 ausgezeichnet wurden, bestätigt die Hyundai-Marktforschung, warum das Kaufkriterium Design das Kriterium Preis-Leistungsverhältnis bei Hyundai vom ersten Platz in der Kundenbefragung verdrängt hat. Der Wandel vom Billiganbieter zum designorientierten Trendsetter ist programmiert. Tatsächlich trifft das Design bei Hyundai und der Konzernschwester Kia auch deshalb den europäischen Geschmack, weil Designchef Peter Schreyer (Ex-Audi, Ex-Volkswagen) hier als verantwortlicher Vorstand die Hand im Spiel hat und das Design und die Entwicklung zu 95 Prozent in Deutschland stattfinden.

Diesel bleiben noch lange im Programm

Hyundai ist in Deutschland die mit am schnellsten wachsende Marke: Fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, eine hohe Kunden- und Händlerzufriedenheit, interessantes Modell-Portfolio und die durchweg positive Markenerfahrung der Kunden sorgen im Markt für deutlichen für Aufwind. Im ersten Quartal verkaufte die Marke mit 24.129 Fahrzeugen 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. 2008 kam die erste Generation des i30 auf den Markt, 2012 die zweite und jetzt die dritte Generation. Bislang wurden in Deutschland 235.000 Fahrzeuge des i30 verkauft. Überraschend ist, dass Hyundai für das Jahr 2017 mit einem Diesel-Anteil von 35 Prozent rechnet. „Von einer Dieseldiskussion ist bei uns nichts zu spüren“, heißt es bei Hyundai Deutschland.

Ein formschönes Heck kann auch entzücken.

Die neueste Generation i30 startet mit sechs Motorisierungen, drei Benziner und drei Diesel. Wir haben uns bei einer ersten Testfahrt für den 140 PS starken Turbo-Benziner entschieden. Der erste Eindruck: Im Innenraum wertige Anmutung und gute Verarbeitung, sauber gestaltete und sehr gut ablesbare Instrumente, großer Touchscreen fürs Navi mit Verkehrszeichenerkennung. Der gesamte Armaturenbereich bis auf die Beifahrerseite strahlt ruhige Eleganz aus. Da kann man nicht meckern.

Komfortabel von A nach B

Das Fahren gestaltet sich durchaus entspannt, aber nicht spannend. Will heißen, dass der 140-PS-Vierzylinder kein Ausbund an Dynamik ist. Aber das ist auch nicht unbedingt nötig, wenn man sich damit zufrieden gibt, komfortabel von A nach B zu reisen. Tatsächlich zeigt sich der Motor von einer sehr angenehmen, leisen Seite. Die Gänge sind für unseren Geschmack ab der vierten Fahrstufe sehr lang ausgelegt, dafür lassen sich die Gänge schnell und präzise wechseln. Rollt der i30, dann vermittelt er ein positives Fahrgefühl, leise und ausreichend stark, um auf der Autobahn gut mitzuschwimmen. Erst jenseits der 180 Stundenkilometer wird der Motor deutlich vernehmbar. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h, die wir allerdings nicht austesten konnten.

Wertige Materialien und ergonomischen Design im Innenraum  Fotos: Hyundai

Die Fahrwerkabstimmung ist vor allem Richtung Komfort ausgelegt, was uns sehr gut gefällt. Mit dem i30 will sicher niemand den Rundenrekord auf dem Nürburgring unterbieten. Dafür gibt es demnächst tatsächlich eine Sportversion des i30 für die Rennstrecke unter dem Namen N-Performance. Die Lenkung ist bei aller Servohilfe direkt ausgelegt und vermittelt dem Fahrer ein gutes Gefühl fürs Handling. Das Fahrwerk des Fronttrieblers passt gut zur Motorisierung und zum gesamten Charakter. Es neigt nicht zum Untersteuern, vermittelt durchaus ein dynamisches Fahrverhalten, das den Fahrer allerdings nicht überfordert.

Assistenten wie in der Premium-Welt

Zahlreiche elektronische Helfer, die bislang nur in höherpreisigen Angeboten zu haben waren, gehören bereits zur Grundausstattung: zum Beispiel der Aufmerksamkeitsassistent, der aktive Spurhalte-Assistent, die City-Notbremsfunktion bis 75 km/h, der Fernlichtassistent, die Berganfahrhilfe und die Geschwindigkeitsregelanlage mit dem Speed-Limiter.

Fazit: Die dritte Generation des neuen Hyundai i30 ist ein weiterer Schritt auf dem Weg vom Billig- zum Qualitätsanbieter. Der Preisanstieg zum Vorgänger ist stellenweise ganz schön saftig und bereits auf dem Niveau eines VW Golf. Dafür gibt es aber fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung und lebenslanges Karten-Update für das Navi. Der Einstiegspreis von 17.450 Euro ist zwar die günstigste Variante, aber die Premium-Version 1.6 CRDI mit dem 136-PS-Diesel kostet immerhin 30.750 Euro. Trotzdem muss man dem Hyundai i30 bescheinigen, immer noch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis zu bieten.

 

Technische Daten Hyundai i30 1.4 T-GDI: fünftürige Limousine, Länge: 4,34 Meter, Breite: 1,79 Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Wendekreis: 10,6 Meter, Leergewicht: 1.391 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 395 – 1301 Liter, Tankinhalt: 50 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Otto mit Turbolader, Hubraum 1353 ccm, Leistung: 140 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment: 242 Newtonmeter bei 1.500 U/min, 0 – 100 km/h: 8,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,4 Liter Super/100 km, CO2-Emission: 125 g/km, Preis ab: 22.350 Euro.

 

 

 


Renault Talisman Grandtour: Glücksbringer à la française

Ein Talisman soll Zauberkraft besitzen und Glück bringen. Das gleichnamige Automobil von Renault könnte genau das für die französische Automarke werden: ein Glücksbringer.

Attraktives Design, gute Verarbeitungsqualität und moderne Technik machen den Talisman als Nachfolger des Laguna zu einer interessanten Erscheinung auf dem Feld der gehobenen Mittelklasse. Wir haben den Talisman Grandtour Diesel mit 160 PS ausprobiert und sind bis auf kleinere Unzulänglichkeiten voll des Lobes.

Vertrauen ins eigene Produkt

Auch der Hersteller hat viel Vertrauen in die Qualität des neuen Mittelklasse-Kombis. Nach den vielen schlechten Kunden-Erfahrungen mit dem reparaturanfälligen Laguna gibt Renault nun fünf Jahre Garantie. Damit dürfte der französische Hersteller manchen Kunden zurück gewinnen, der mit dem Laguna schlechte Erfahrungen gemacht hatte, aber die französische Marke mag. Und im Sympathie-Ranking hat Renault nach wie vor die Nase gegenüber mehreren anderen Wettbewerbern vorn. Französische Lebensart ist im Talisman Grandtour dCi 160 EDC in vielen Details spürbar. Im Guten wie im weniger Guten, wie kleinere Nachlässigkeiten bei der Verarbeitung im Kofferraum.

Keine Frage: Der Talisman sieht gut aus. Kein übertrieben skulpturales Design, sondern die zurückhaltende Eleganz harmonischer Linien. Eine klare Abkehr von den avantgardistischen Experimenten eines Avantime oder Vel Satis, die zwar gutes Design-Handwerk demonstrierten, aber bei den Autokäufern nicht auf große Gegenliebe gestoßen sind. Das „Gesicht“ des Talisman mit schön integrierten LED-Scheinwerfern und dem ausdrucksstarken Kühlergrill erscheint modern und dynamisch. Das Renault-Logo dominiert ein wenig zu sehr, aber gehört nun mal zur Marke mit der Raute.

Der Talisman ist kein Sonderangebot

Der Mittelklasse-Kombi bietet viel, ist allerdings kein Sonderangebot. Unser Testwagen mit der Ausstattung Intens kostet ab 36.200 Euro. Enthalten sind teilweise serienmäßig so sinnvolle Extras wie Multi-Sense, mit der man die Fahrzeugcharakteristik individuell einstellen kann, ebenso der Spurhaltewarner. Enthalten ist auch der vertikal platzierte 8,7 Zoll große Touchscreen inklusive Navigation, beheizbare Vordersitze, Verkehrszeichenerkennung per Kamera und vieles mehr. Dazu addierten sich im Testwagen ein paar unverzichtbare, aber zu bezahlende Extras wie der Adaptive Tempopilot, der leider nur bis 140 km/h nutzbar ist, aber vor allem auf der Autobahn zuverlässig den Abstand zum Vordermann einhält. Enthalten ist hier auch das Head-up-Display. Die dynamische Allradlenkung und das Adaptive Fahrwerk mit 19-Zoll-Alurädern schlagen mit 1.700 Euro zu Buche. Das Bose-Surround-System mit zwölf Lautsprechern klingt exzellent, kostet aber 1.100 Euro extra. Alles in allem kommt unser Testwagen mit üppiger Extra-Ausstattung auf 42.550 Euro.

Das Fahren im Talisman entspricht den Erwartungen an die gehobene Mittelklasse. Sehr komfortabel, aber nicht weich. Die Abstimmung zwischen Komfortbedürfnis und sportlichem Fahrverhalten ist auf den Punkt gelungen. Für einen dem Komfort zuneigenden Franzosen der richtige Kompromiss. Akustisch hält sich der Turbodiesel gut schallgedämpft zurück. Dies gilt auch bei höheren Motordrehzahlen. In schnellen, engen Kurven neigt das Fahrzeug zu leichtem Untersteuern, wenn man sich bis in den Grenzbereich vorwagt. Der Talisman vermittelt dennoch stets ein sicheres Fahrgefühl, die präzise Lenkung trägt ebenso dazu bei wie die im Testwagen verbaute Allradlenkung. Sie sorgt beim Manövrieren und beim Einparken für eine überraschende Wendigkeit, die es dem Fahrer leicht macht, das Fahrzeug in eine Parklücke zu zirkeln. Die Allradlenkung sorgt bei höhen Geschwindigkeiten für deutlich höhere Sicherheitsreserven, da die Hinterräder die gewünschte Richtungsänderung unterstützen.

Sparsamer Verbrauch bei guten Fahrleistungen

Die Motorcharakteristik sorgt für ansehnliche Fahrleistungen bei zurückhaltendem Verbrauch. Trotz zügiger Fahrweise lag der Verbrauch bei 6,4 Litern Diesel. Sicher immer noch deutlich mehr als die Normangabe von 4,6 Litern. Der Motor zeigte sich erfreulich durchzugskräftig, nie hatten wir das Gefühl der Untermotorisierung.

Das Bedienkonzept des großen, hochkant angeordneten Touchscreen ist am Anfang gewöhnungsbedürftig. Das gilt aber nur dann, wenn man das Fahrzeug nur für ein paar Tage zur Verfügung hat. Ein Käufer hat damit kein Problem und findet sich nach der Eingewöhnung sicher gut damit zurecht. Praktisches Detail ist die elektrische Heckklappe, die man auch mit einer Fußbewegung öffnen kann, wenn man die Hände voller Einkäufe voll hat. Der Laderaum ist üppig und reicht auch für den kleinen Umzug.

Viele Assistenzsysteme sind bei Renault Standard

Dass der Renault Talisman mit den fast schon üblichen Assistenzsystemen ausgestattet ist, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Abstandswarner, Notbremsassistent, Toter-Winkel-Warner und der Fernlichtassistent machen die Fahrt sicherer und komfortabler. Der Fernlichtassistent reagiert sehr zuverlässig auf die Scheinwerfer des Gegenverkehrs, blendet blitzschnell ab und bei Bedarf wieder auf. Es gibt andere Systeme, die viel zu lange brauchen, bis sie abblenden. Nicht so im Talisman. Praktisch auch die Rückfahrkamera, die elektronische Parkbremse und die schnelle Verbindung zur Bluetooth-Fernsprecheinrichtung, die auch Audio-Streaming ermöglicht.

Fazit: Der Renault Talisman ist angetreten, das Renault-Image positiv aufzuladen. Kein Zweifel, dass ihm das gelingen wird. Er ist in vielen Details ein sehr deutlicher Fortschritt und ganz klar auf Augenhöhe mit seinen Wettbewerbern. Fünf Jahre Garantie unterstreichen die subjektive Qualitätsanmutung und machen sie quasi anfassbar.

Technische Daten Renault Talisman Grandtour Energy dCi 160 EDC Intens: fünftüriger Kombi, Länge: 4,87 Meter, Breite: 1,87 Meter, Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 2,81Meter, Wendekreis: 11,8 Meter, Leergewicht: 1.615 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 572 bis 1682 Liter, Tankinhalt: 52 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Doppel-Turbolader, Hubraum 1.598 ccm, Leistung: 160 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment: 380 Newtonmeter bei 1.750 U/min, 0 – 100 km/h: 9,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 213 km/h, Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Durchschnittsverbrauch kombiniert: 4,6 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 120 g/km, Euro 6, Preis Ausstattungsvariante Intens ab: 36.200 Euro.

 


Kia Optima Sportswagon: Nomen est omen

In seinem Namen liegt viel Wahrheit: Tatsächlich macht der Kia Optima Sportswagon einen sehr guten Eindruck. Wenn man über kleine Schwächen hinweg sieht, ist er ein optimaler Kombi, der den Vergleich mit Passat und Co nicht zu scheuen braucht. Und das nicht nur wegen seiner sieben Jahre Garantie.

Schon als Limousine ist der Optima ein Markt-Erfolg. Der nachgeschobene Kombi, bei Kia traditionell Sportswagon genannt, dürfte diese Entwicklung fortsetzen, denn familientaugliche Limousinen mit riesigen Gepäckabteil erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Wahrscheinlich entscheiden sich Optima-Käufer zu 90 Prozent für den Kombi, weiß man bei Kia Deutschland den Markt einzuschätzen.

Der Fronttriebler mit dem Diesel-Vierzylinder und seinen 141 PS ist in Bezug auf seine Fahrleistungen kein Rennpferd, aber in Bezug auf seine Wirtschaftlichkeit und seinen Verbrauch absolut ein Auto der Vernunft. Es gibt in zwar auch mit einem 245-PS-Triebwerk, aber ob Power zum entscheidenden Kaufkriterium wird, wagen wir zu bezweifeln. Der Optima ist gerade als Diesel-Variante (mit Euro 6 bleibt er Innenstadttauglich) das ideale Fahrzeug für den Dienstgebrauch. Aber auch als Familien-Transporter ist dieser Optima bestens geeignet, weil er in Sachen Unterhalt in fast jedes Familien-Budget passt.

Trotz scharfer Fahrweise auf einer langen Autobahnfahrt kamen wir nie über einen Verbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometer hinaus; meistens lag er im Stadtverkehr/Landstraße so zwischen 5,3 und 6,5 Liter. Auf einer Strecke von 120 Kilometer haben wir es sogar geschafft, mit 4,9 Liter Diesel auszukommen, – ohne als Verkehrshindernis unterwegs gewesen zu sein. Das ist schon sehr nahe am kombinierten Normverbrauch von 4,6 Liter. Zu diesem wirtschaftlichen Fahrerlebnis trägt zweifellos das sehr angenehm schaltende Doppelkupplungs-Getriebe bei, das mit sehr gut abgestuften Fahrstufen die Motorleistung effizient in Beschleunigung umsetzt. Effizienzklasse A+ ist sichtbarer Ausweis optimaler Energieausbeute. Das Doppelkupplungs-Getriebe lässt sich auch per Schaltpaddel schalten. Das Tankvolumen von 70 Litern trägt durch die damit ermöglichte Reichweite ebenso zum Langstreckenkomfort bei. Eine Fahrt von München nach Hamburg ist leicht ohne Tankstopp machbar, aber bitte nicht ohne Kaffee-Pause!




Design spielt eine immer größere Rolle beim Kaufentscheid

Weil heutzutage eine Kaufentscheidung nicht nur auf technischen Kriterien basiert, sondern das Design eine immer wichtigere Rolle spielt, hat der deutsche Kia-Chefdesigner Peter Schreyer (früher VW und Audi) dem Optima Sportswagon eine Form gegeben, die gleich mehrfach preisgekrönt wurde. Im Red Dot-Wettbewerb wurde der Optima sogar „Best oft the Best“, die wohl renommierteste Design-Auszeichnung für ein Automobil. Tatsächlich sieht der Optima aus allen Richtungen sehr gut aus. Um das festzustellen muss man kein Design-Studium absolviert haben.

Der Innenraum besticht durch schöne Form und hochwertigen Materialien.

Besonders von der Seite zeigt der Optima seine klare Struktur, die abfallende Dachlinie, die Form besonders der hinteren Türen und die nach hinten schmäler werdenden Seitenfenster strahlen Eleganz aus. Gerade bei einem Kombi ist „Spießigkeit“ ein No Go. Das Optima-Gesicht mit dem flach integrierten Kühlergrill, die scharf gezeichneten LED-Scheinwerfer und die dynamischen seitlichen Lufteinlässe erzeugen einen leicht aggressiven Auftritt, was genau den Geschmack vieler Autokäufer trifft.

Die außen vorgegebene dynamische Eleganz setzt sich auch im Innenraum fort. Ergonomisch und formal exzellent gestaltet und mit hochwertigen Materialien verarbeitet, erreicht Kia auch hier eindeutig Premium-Niveau. Das Cockpit strahlt trotz seiner zahlreichen Knöpfe formal Ruhe aus, unaufgeregte Harmonie, die Technologie und Design verbindet. Ob es die mit einem Rollo verschließbare Ablage auf der Mittelkonsole ist oder die Bedienbarkeit der vielen Funktionen im Lenkrad: alles ist optimal angeordnet, fühlt sich sehr gut an und ist ohne Lesen der Bedienungsanleitung nutzbar.

Die Servolenkung ist ausgesprochen präzise

Das Fahren im Optima entspricht dem Anspruch an eine Limousine der gehobenen Mittelklasse. Präzise, elektronisch unterstützte Servolenkung, ein komfortabel-sportliches Fahrwerk und eine sehr leise Geräuschkulisse auch jenseits der 150 km/h machen – wir wiederholen uns – den Optima zum idealen Langstrecken-Partner.

Der Platz im Gepäckabteil ist üppig bemessen und variabel nutzbar. Fotos: Kia

Der üppige Gepäckraum ermöglicht den kleinen Umzug ebenso wie den Transport sperriger Güter. Die dreigeteilte Rücksitzlehne schafft Variabilität und erweitert das Raumvolumen auf bis zu 1686 Liter. Die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, per Fußbewegung bedienbar, und eine niedrige Ladekante setzen auch hier einen Komfort-Punkt, den nicht alle Wettbewerber vorweisen können.

Sieben Jahre kostenloses Karten-Update für das Navigationssystem

Die 7-Zoll-Kartennavigation gehört in punkto Bedienungsfreundlichkeit, Funktionalität und Darstellungssystematik zum absolut Besten auf dem Markt. Das Navi hat uns regelrecht begeistert. Dass Kia nicht nur sieben Jahre Garantie gibt, sondern auch sieben jährliche Karten-Updates liefert, ist das Nonplusultra an Kundenfreundlichkeit. Dazu kommt die übliche „Connectivity“, schnelles Integrieren des smart-Phones und eine hervorragende Sprachqualität der Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Rückfahrkamera, Klimaanlage, Geschwindigkeitsregelanlage, elektronische Parkbremse und ein Dämmerungssensor sind weitere Beispiele einer sehr guten Basis-Ausstattung.

Dazu sind optionale Extras möglich wie dynamisches Kurvenlicht, Fernlichtassistent, Premium-Soundsystem von Harman-Kardon, digitaler Radioempfang, induktive Ladestation für Smartphones, LED-Innenraumbeleuchtung, Panoramadach, Solarverglasung, Smart-Key und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Der Kunde kann, teilweise gegen Aufpreis, noch mehr erwarten: Stabilitätsprogramm, Gegenlenkunterstützung, Berganfahrhilfe, aktives Reifendruckkontrollsystem und aktive Bremsleuchten, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Querverkehrwarner, Einparkautomatik (haben wir nicht ausprobiert, weil wir selbst einparken können…), Verkehrszeichen-Erkennung per Kamera, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage inklusiver Frontkollisionswarner und autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, adaptives Fahrwerk – einmal Luftholen, bitte: das ist das technologische Angebot, das auch mit weit teureren Fahrzeugen auf dem Markt mithalten kann und viele Wettbewerber überbietet.

Fazit: Der Kia Optima Sportswagon ist eindeutig auf Augenhöhe mit deutschen Premium-Marken angekommen. Der erste Mittelklassekombi von Kia ist kein Billigangebot, aber in bestem Sinne preiswert, also seinen Preis wert. Sein Design trifft den europäischen Geschmack, die Ausstattung ist schon in der Basis-Ausführung sehr umfangreich. Kia wird mit dem neuen Kombi weiter an der eigenen Erfolgsgeschichte schreiben, die 2016 einen Zuwachs in Deutschland von über zehn Prozent zum Vorjahr verzeichnet.

 

Technische Daten Kia Optima Sportswagon 1.7 CRDi (GT-Line): fünftüriger Kombi, Länge: 4,85 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,47 Meter (inkl. Dachreling), Radstand: 2,80 Meter, Wendekreis: 10,9 Meter, Leergewicht: 1.635 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 552 – 1686 Liter, Tankinhalt: 70 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader, Hubraum 1.685 ccm, Leistung: 141 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment: 340 Newtonmeter bei 1.750 – 2.500 U/min, 0 – 100 km/h (7-Stufen DTC): 11,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,6 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 116 g/km, Preis GT-Line ab: 37.090 Euro).


Vertrauensfrage: Tesla gewährt nun acht Jahre Garantie – aus gutem Grund

Tesla S: Die Mängelliste ist lang

Tesla S: Die Mängelliste ist lang

Deutsche Autohersteller sind von der Qualität ihrer Produkte überzeugt. Eigentlich zu Recht. Und trotzdem zeigen sie an einer Stelle kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein: in Sachen Garantie-Gewährung. Kurze zwei Jahre gestehen sie den Käufern zu, die viel zu schnell um sind. Und wenn dann ein paar Wochen später ein Mangel auftritt, zieren sie sich oft genug, Kulanz zu gewähren. Der Autobesitzer muss dann in der Werkstatt als Bittsteller auftreten und wird oft auch so behandelt. König Kunde scheint er oft nur so lange, bis der Kaufvertrag unterschrieben ist. Ja, es gibt rühmliche Ausnahmen. Aber in der Regel ist das Garantie-System für Autos in Deutschland unbefriedigend. Obwohl wir hier mit die höchsten Autopreise bezahlen. Warum geben die Hersteller nicht länger Garantie?

Ich habe diese Frage in den letzten zehn Jahren immer wieder gestellt. Und immer wieder wurde mir gesagt, dass man ja großzügig Kulanz gewähre. Sie einzufordern ist aber jedes Mal ein Problem, weil sie freiwillig ist. Und dann noch juristisch zwischen Garantie und Gewährleistung unterschieden werden muss, bleibt der Kunde im Ungewissen. Da wird verständlich, wenn das Garantieversprechen zum Beispiel bei Kia mit sieben Jahren (limitiert auf 150.000 km) ein Verkaufs- und Kaufargument wird. Jetzt hat die Stromer-Marke Testla die Garantie-Latte für das S-Modell auf acht Jahre verdoppelt. Das klingt mutig und großzügig. Die Wahrheit sieht anders aus, denn Tesla hat es dringend nötig, um Vertrauen zu werben. Denn das amerikanische Verbrauchermagazin Consumer Report klagt über eine endlose Mängelliste innerhalb der ersten 15.000 Meilen (24.000 km). Das Magazin lobt zwar die Fahreigenschaften, findet die Summe zahlreicher kleiner Mängel aber ärgerlich. Noch vor einem Jahr hatte das Magazin dem Tesla S beste Noten gegeben. Das dürfte sich im Jahresbericht für 2014 ändern. Ein anderer Report beklagt 28 Werkstattaufenthalte innerhalb von wenigen Monaten. Zwar wurden alle Reparaturen auf Garantie und kostenlos erledigt, aber die Werkstattaufenthalte nerven. Da mag eine Fernreparatur via Internet beim Ausfall eines Systems zwar beeindrucken, der Kunde war trotzdem sauer, weil die einfahrbaren Türgriffe einfach nicht herauskommen wollten und der Mann einfach nicht einsteigen konnte. In einem anderen Fall blieb das Fahrzeug sogar liegen, ein Tester reklamierte einen eingefrorenen Bildschirm des zentralen Touchscreens. Bei einem anderen öffneten sich die Fahrertür und die Seitenscheiben automatisch, ohne dass der Fahrer das wollte. Nach 12.000 Meilen fiel der Bildschirm beim Testwagen des Consumer Reports aus „und eliminierte den Zugriff zu fast allen Funktionen des Fahrzeugs einschließlich der Klappe für den Ladestecker“, klagt das Blatt. Nur die Werkstatt konnte den Rechner mit einem Reset wieder zum Leben erwecken und ein störendes Knarzgeräusch im Beifahrersitz eliminieren. Kleine Mängel wurden aber auch in wichtigen Details registriert: So brach beim Testwagen recht bald die Verriegelung des vorderen Kofferraums und der Batterie-Ladestecker löste sich in seine Einzelteile auf. Die Los Angeles Times meint, dass neue Fahrzeuge immer Probleme machten und die Autotester bei Tesla eben besonders genau hinschauten, weil die Elektroautos wegen ihrer Technologie überwiegend gelobt werden. Die Tester, so der Verdacht der LA Times, seien wohl noch zu sehr herkömmlicher Antriebstechnik zugeneigt. Und deshalb würden sie bei Tesla jedes Haar in der Suppe finden, das sie bei herkömmlichen Fahrzeugen übersehen würden. Nun warten die Autotester gespannt auf die neue Umfrage des Consumer Reports, Erstmals sollen dann auch die Mängel aus 2014 analysiert sein. Letztes Jahr waren 637 Tesla-Besitzer zu den Modelljahren 2012 und 2013 befragt worden.