VW ID Polo GTI: Der erste Stromer mit dem Leistungskürzel GTI

Der erste elektrische GTI ist ein Polo. Seine Fahrleistungen machen den Kleinen mit dem vielsagenden Kürzel GTI zu einem ganz Großen. 226 PS reißen den ID Polo GTI in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Seine Batterie-Reichweite (WLTP) von bis zu 424 Kilometern könnte viele potentielle Autokäufer vollends von der E-Mobilität überzeugen. Ganz sicher wird dieser Polo zahlreiche E-Skeptiker mit fahrdynamischen Ansprüchen überzeugen können. Zumal dann, wenn der neue Polo am 16./17. Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellt.

Als vor 50 Jahren das Kürzel „GTI“ im Golf erfunden wurde, waren unglaubliche 110 PS der Gipfel eines (damals) umstrittenen „Leistungswahns“. Für die siebziger Jahre ein irres Leistungsangebot. Allerdings wog der Golf GTI nur 800 Kilogramm. Der neue ID Polo GTI wiegt etwa das Doppelte.

Das echte GTI-Gefühl dürfte auch dem mega-Drehmoment geschuldet sein. Nicht seiner Höhe von 290 Newtonmeter wegen, sondern wegen seines explosiven Erscheinens. Das E-typische Drehmoment-Verhalten ist immer wieder beindruckend. Schließlich steht das Maximaldrehmoment anders als beim Verbrenner sofort, echt schlagartig zur Verfügung. Weniger beeindruckend ist die maximale Ladeleistung von 105 kW. Da müsste mehr möglich sein. Damit sollen 10 auf 80 Prozent in 24 Minuten möglich sein. Auch die 175 km/h Höchstgeschwindigkeit entwerten die GTI-Symbolik. Wie hinter vorgehaltener Hand zu hören ist, stehen 201 km/h bereits auf der Update-Liste.

Optisch ist der E-Polo mit der typischen GTI-Symbolik ein echter Hingucker. Hier verschmelzen Sportlichkeit und jugendliche Ästhetik zu einer langlebigen Formalität. Der elektrische GTI-Polo ist stilistisch absolut gelungen. Ein besonders gelungenes Detail sind zweifellos die eigenständigen Räder.

Im Innenraum dominiert die vertraute GTI-Farbwelt aus Rot und Schwarz. Rote Ziernähte, eine 12-Uhr-Markierung im Lenkrad, Sportsitze mit GTI-Zeichen und ein roter Streifen über das Armaturenbrett gehören zum Standard. Dazu kommen ein 10,25-Zoll-Digitalcockpit und ein 12,9-Zoll-Infotainmentdisplay. Besonders auffällig ist die sogenannte „Retro-Anzeige“, die klassische Golf-I-Instrumente digital nachbildet, inklusive Kassettengrafik für Musiktracks. Ein bewusst nostalgischer Kontrapunkt in einer ansonsten stark softwaregeprägten Umgebung.

Auch funktional bietet der ID Polo GTI mehr als seine Vorgänger. Die kompakte MEB+-Architektur schafft spürbar mehr Raum, mehr Beinfreiheit, mehr Breite, mehr Kopffreiheit. Das Kofferraumvolumen wächst auf 441 Liter, bei umgelegten Sitzen auf 1243 Liter. Damit rückt der elektrische GTI näher an klassische Kompaktklasse-Niveaus heran.

Zur Ausstattung gehören außerdem praktische Features, die früher in diesem Segment untypisch waren. Eine abnehmbare Anhängerkupplung etwa, die Lasten bis zu 1,2 Tonnen ziehen kann, oder die Vehicle-to-Load-Funktion. Damit kann der ID Polo GTI auch externe Geräte oder E-Bikes mit Strom versorgen. Auch bei den Assistenzsystemen zeigt sich der Generationswechsel. Der „Connected Travel Assist“ nutzt Online-Daten und reagiert erstmals auch auf Ampeln, inklusive automatischem Anhalten. One-Pedal-Driving ermöglicht verzögertes Fahren ohne Bremspedal. Optional lässt sich der ID Polo GTI weiter mit Harman-Kardon-Soundsystem, Panorama-Glasdach und Massagesitzen ausrüsten.

Der ID Polo GTI dürfte auf eine begeisterte Kundschaft treffen. Der Preis ist offiziell noch nicht bekannt, er dürfte im Bereich von 39.000 Euro liegen.

Mitarbeit Auto-Medienportal (aum)

 

 

 

 

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