Als ich am 2. Januar hier die Frage stellte, ob der ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand wegen seiner Forderung nach einem höheren CO2-Preis und strengeren Klima-Auflagen zurücktreten werde, kann jetzt beantwortet werden: ja! Er ist zurückgetreten. Allerdings nicht ganz freiwillig, wie intern kolportiert wird.
Während Rücktritte in der Politik aus der Mode gekommen sind, zum Beispiel ein plagiierter Doktor-Titel eine harmlose und vernachlässigbare Sünde ist, haben mehr als 60.000 gekündigte ADAC-Mitgliedschaften doch soviel Druck erzeugt, dass dem Ex-Verkehrspräsidenten nicht anderes übrig blieb, als sein Amt aufzugeben. Dafür gehört ihm Respekt.
Wie auf den Gängen der ADAC-Zentrale getuschelt wird, ist der Rücktritt Gerhard Hillebrands nicht ganz freiwillig erfolgt. Insbesondere soll sich das Gesamt-Gremium der Präsidenten und Gesamt-Präsident Christian Reinicke verärgert gezeigt und geäußert haben. „Wie kann sich ein ADAC-Präsident nur so gegen die Interessen der Autofahrer aussprechen“, sagt uns eine mit der internen Diskussion vertraute Führungskraft, die ungenannt bleiben will.
Es soll sogar eine „lautstarke Auseinandersetzung im Führungskreis“ gegeben haben. „Wir bezahlen teure Prämien für jedes neue Mitglied, und ein Präsident äußert sich geradezu autofahrerfeindlich, dass es uns über 60.000 Mitglieder kostet. Das ist einfach nicht hinnehmbar. Im Präsidium war die Verärgerung darüber riesig. Einer im Führungskreis stellte die rhetorische Frage, ob wir zur Umwelthilfe geworden sind. Dass Hildebrand sich hinter der Ausrede versteckt hat, missverstanden worden zu sein, ist angesichts der Deutlichkeit seiner Forderungen ein Witz. Damit hat er sich weit vom Selbstverständnis des ADAC entfernt. Sein Rücktritt war unausweichlich.“
Kommentar hinterlassen zu "ADAC-Verkehrspräsident Hillebrands Rücktritt war „unausweichlich“"