Oh Gott

Die „Deutsche Umwelthilfe“ kritisiert kirchliche Fuhrparks, Medien plappern unreflektiert nach und prangern „dreckige Bischofs-Boliden“ an – Haben die sie noch alle?

Deutschlands so genannte „Umwelthilfe“ lässt mal wieder aufhorchen. Und die führenden Autokritiker der Republik lassen sich vor den Karren blödsinniger Erhebungen spannen, beten vorgegebenen Unsinn nach und schreiben, sich im verbalen Klimarettungs-Eifer überschlagend, folgsam ab, was die „Umwelthilfe“ so herausgefunden haben will.

Nach Managern und Politikern sind auch die kirchlichen Vertreter an der Reihe, an den Klimakiller-Pranger gestellt zu werden: Ihre Exzellenzen fahren laut Süddeutscher Zeitung und „investigativ“ von der „Umwelthilfe“ zum dritten Mal ermittelt vor allem „teure Co2-Schleudern“. Oh Gott, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie fahren.

Dass die Umwelthilfe nicht einsehen kann, dass das Klima – ob gut oder schlecht, ob heiß oder kalt – nicht gekillt werden kann, ist ja noch nachvollziehbar. Unverständlich ist, dass die Medien geradezu dankbar auf dieses Thema aufspringen.




Bei der jüngsten Erhebung wurden 47 Dienstwagen kirchlicher Würdenträger auf ihren CO2-Ausstoß geprüft. Nur 14 Fahrzeuge liegen offensichtlich unter 130 g/km. Die evangelischen Kirchenoberen hätten dabei mit elf grünen Karten am besten abgeschnitten. Da wird zum Beispiel der evangelische Bischof Ralf Meister gelobt, der seinen VW Phaeton gegen einen Mercedes E300 Blue Tec Hybrid getauscht habe, der nur noch 109 g/km CO2 ausstößt. Bravo! Dass der ausgemusterte Phaeton nun an anderer Stelle sein CO2 ausstößt, wen interessiert das?

„Umwelthilfe“-Geschäftsführer Jürgen Resch räumt großzügig ein, dass man gar nicht verlange, die Bischöfe „dem vorbildlichen Verhalten des Papstes“ folgen zu lassen und in einen R4 umzusteigen. Auch dieses Argument wird dankbar nachgebetet. Dass auch der R 4 des Papstes mit einem Normverbrauch von 6,0 Litern und ergo 142, 29 g/km CO2-Ausstoß ein Klimasünder wäre, – ist doch egal. R4  signalisiert eben mehr Umweltbewusstsein als ein BMW Fünfer, selbst wenn der weniger CO2 ausstößt.

Natürlich muss auch der „Skandalbischof“ in Sachen Luxuskarossen sein Fett weg kriegen. Franz-Peter Tebartz-van Elst erhielt eine rote Karte – sein BMW 535d Diesel mit Vierradantrieb stößt 157 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Unglaublich! Dafür muss der das Klima killende Bischof ganz bestimmt in der Hölle schmoren.

Haben die von der „Umwelthilfe“ eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Wie viel Lächerlichkeit ist noch zu ertragen?  Hoffentlich folgen die Geistlichen bei der nächsten Befragung durch die „Umwelthilfe“ dem Beispiel Bischof Lehmanns aus Mainz: Der hat sich der albernen CO2-Inquisition einfach verweigert.