Wird ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand wegen seiner Forderung nach höherem CO2-Preis zum Rücktritt gedrängt?

Ich dachte mich „verlesen“ zu haben. Der ADAC, vor langer Zeit noch der Schutzheilige der Autofahrer („Freie Fahrt für freie Bürger“), möchte, dass weniger oder gar nicht mehr Verbrenner-Autos gefahren werden.  Für den ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand ist die CO2-Bepreisung offenkundig noch zu niedrig. Sein Interview in der Osnabrücker Zeitung hat nicht nur im Mitglieder-Kreis, sondern auch im ADAC-Präsidium große Verärgerung ausgelöst. Das Kollegium der Präsidenten und des Gesamt-Präsidenten Christian Reinicke sind verärgert über den Alleingang Hillebrands.

Was ist das bloß für eine Kommunikations-Politik? Aufgeschreckt von einer Kündigungswelle der Mitglieder rudert der ADAC nun zurück, wo nicht mehr zurückgerudert werden kann. Werden ihn die Stromschnellen zorniger Mitglieder aus dem ADAC reißen? Er sei missverstanden und falsch interpretiert worden, lautet die auch bei Politikern gerne verwendete dünne Formel. Wie uns aus internen Kreisen vermittelt wird, seien die „ideologisch autofeindlichen“ Formulierungen des Fachanwalts für Strafrecht, Hillebrand, nicht im Präsidium abgestimmt gewesen. „Einseitig die Elektromobilität zu fördern, die Mitglieder, die zu 90 Prozent Verbrenner fahren, mit noch höheren Spritpreisen als richtig zu drohen, kann nicht im Sinne des ADAC sein“, sagt uns eine mit der Entwicklung vertraute Person aus dem Führungskreis. Auch die Forderung Hillebrands, „denn wir müssen die Erderwärmung bremsen“ sei nicht Aufgabe des Autoclubs.

Viele Austritte setzen den ADAC jetzt massiv unter Druck

Der Verkehrspräsident habe hier seine offiziellen Kompetenzen überschritten und bestenfalls seine private Auffassung artikuliert, meint eine Führungskraft. Es sei nicht auszuschließen, dass Hillebrand als Verkehrspräsident zurücktreten müsse und werde. Man frage sich im Führungskreis, was den ADAC-Verkehrspräsidenten geritten habe, „der als Jurist hätte wissen müssen, dass er dies nicht als ADAC-Offizieller fordern darf“. Man fühle sich an den „Gelbe-Engel-Skandal“ erinnert, bei dem unrichtige Punktevergabe an Gewinner für mehr als nur Verärgerung gesorgt hatte. Damals musste der für die Punktezählung verantwortliche ADAC-Sprecher seinen Hut nehmen.

ADAC-Mitglieder sind verärgert und zornig

Wie hart viele Mitglieder reagieren, ist auf X nachzulesen: Da schreibt ein Andreas Patzwahl: „Ich bin seit 1985 Mitglied… … UND WERDE AUFGRUND DIESER FATALEN AUSSAGE DES PRÄSIDENTEN ZU VERBRENNERN, SEINER HULDIGUNG DES KLIMASCHWACHSINNS UND CO2PREIS- BEFÜRWORTUNG DEN SAFTLADEN KÜNDIGEN!

Ein anderer unter Pseudonym: „Wann hat sich der ADAC von eine Autofahrervereinigung zu einer Antiauto-Bewegung entwickelt?“ Michael Hoffmann zürnt: „Wird wohl tatsächlich Zeit nach nun knapp 24 Jahren meine ADAC Mitgliedschaft zu kündigen. Zumal der Schutzbrief, den meine KFZ Versicherung inzwischen anbietet, ähnliche Leistungen hat wie die ADAC Mitgliedschaft, nur für deutlich geringere Kosten.“

 

 

 

 

 

Kommentar hinterlassen zu "Wird ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand wegen seiner Forderung nach höherem CO2-Preis zum Rücktritt gedrängt?"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*